Spinalkanalstenose - Schmerz durch verengten Wirbelkanal

Unter einer Spinalkanalstenose versteht man die Verengung des Wirbelkanals. Sie verursacht in der Regel konstante starke Rückenschmerzen. Darüber hinaus gehören Schmerzen, Schwäche und Krämpfe beim Gehen in den Beinen zu den charakteristischen Symptomen einer Spinalkanalverengung. Für Patienten kommen Physiotherapie und Operation als Therapie in Frage.

Darüber hinaus finden Sie weiter unten weitere Informationen zu den Ursachen, Symptomen und der Behandlung einer Spinalkanalstenose.

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Spinalkanalstenose - Weitere Informationen

Definition: Was ist eine Spinalkanalstenose?

Der Spinalkanal ist die runde Aussparung in den knöchernen Wirbelkörpern und bietet dem Rückenmark einen geschützten Platz. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern zweigen sich die Spinalnerven vom Rückenmark ab. 

Aufbau Wirbelsäule
© Alexandr Mitiuc / Fotolia

 

Eine Spinalkanalstenose ist eine knöcherne Verengung des Wirbelkanals. Durch diese Einengung entsteht ein Druck auf das Rückenmark (Rückenmarkstenose) oder die Spinalnerven (Foraminalstenose). In der Folge kommt es zu Schmerzen und neurologische Missempfindungen, wie Taubheit oder Kribbeln. Diese können in Armen und Beinen auftreten, je nachdem, welcher Wirbelsäulenabschnitt betroffen ist. Die Lendenwirbelsäule ist am meisten von einer Spinalkanalstenose betroffen, da auf ihr die größte axiale Last des Körpers einwirkt. Damit sind die Schmerzen in den Beinen am häufigsten.

Ursachen der Spinalkanalstenose

Eine Spinalkanalstenose kann angeboren sein, dies ist aber äußerst selten der Fall. Häufiger ist die Spinalkanalstenose eine Verschleißerkrankung (Spondylose) der Wirbelsäule. Dazu gehören Bandscheibenschäden, Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) und Facettensyndrome, die Arthrose der Facettengelenke zwischen den Wirbelkörpern. Da die Bandscheiben durch Verschleiß ihre Höhe und Pufferwirkung verlieren neigen die Wirbelkörper zur Verknöcherung. Ein Beispiel für Bandscheibenverschleiß und seine Folgen zeigt das Video:

 

 

Die Verengung des Wirbelkanals neigt dazu, sich in bestimmten Bereichen zu lokalisieren, statt sich gleichmäßig über den Wirbelkanal zu verteilen. Als Antwort auf schwere Arbeit und Fehlbelastungen über einen längeren Zeitraum verstärken sich Knochen generell. Dies ist auch beim Wirbelkanal der Fall, dort bilden sich dann Osteophyten (Knochensporne).

Eine Spinalkanalstenose ist daher sehr oft das Ergebnis von rückenstrapazierender Arbeit und Fehlhaltungen, wie Skoliose. Vor diesem Hintergrund kann eine Spinalkanalstenose bei entsprechender genetischer Veranlagung und nicht optimaler Nachbehandlung durchaus eine Spätfolge einer zurückliegenden Bandscheibenoperation sein. Insgesamt ist eine Spinalkanalstenose bei älteren Patienten zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr am häufigsten.

Was sind die Symptome einer Spinalkanalstenose?

Das charakteristische Symptom einer Spinalkanalverengung ist ein periodisch auftretender Rückenschmerz, der oft bis in ein Bein oder beide Beine ausstrahlt. Gewöhnlich kommt es auch zu krampfartigen Schmerzen in den Wadenmuskeln. Die Beschwerden treten meistens nur beim Stehen und Gehen auf. Zur Linderung der Schmerzen „beugen“ sich Leidende nach vorn. Nur selten gibt es Schmerzen beim Liegen oder Sitzen.

LWS Rückenschmerzen
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Häufig ist auch ein allgemeines Gefühl der Schwäche, das nicht von den Muskeln herrührt, sondern neurologisch durch die Nervenkompression bedingt ist. Auch Lähmungen können symptomatisch sein. Im weiteren Verlauf, wenn sich die Spinalkanalstenose zunehmend verschlimmert, kann eine Querschnittslähmung daraus resultieren.

Diagnose einer Spinalkanalstenose

Bei der ärztlichen Untersuchung spielen vor allem die aktuellen Beschwerden, Symptome und Vorerkrankungen, auch frühere Operationen, eine wichtige Rolle. Neben der Anamnese (Krankengeschichte) sind bildgebende Verfahren ein sicheres Diagnoseinstrument. Auf dem MRT-Bild wird der Zustand der Bandscheiben und Wirbelkörper sichtbar gemacht. Auch eine neurologische Untersuchung, bei der die exakten Beschwerden erfasst werden, ist zur Diagnose der Lage und des Ausmaßes der Wirbelkanalverengung wichtig. 

Da die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ähnliche Symptome aufweist, wird das Gefäßsystem ebenfalls genau untersucht.

Wie kann eine Spinalkanalstenose behandelt werden?

Die Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanal) kann nicht ursächlich konservativ behandelt werden. Es gibt allerdings auch viele Patienten, deren Wohlbefinden von einer Stenose nicht stark beeinträchtigt wird. Umso deutlicher die Symptome den Alltag bestimmen, desto dringender wird eine individuelle Therapie.

Konservative Behandlung

Physiotherapie und Medikamente können lediglich lindernd wirken und den Allgemeinzustand stabilisieren. Bei starken und stärksten Schmerzen erhält der Patient eine genau kontrollierte Schmerztherapie mit Opioiden (Tramadol oder Morphium). Da die Spinalkanalstenose oft mit weiteren Wirbelsäulenerkrankungen einhergeht, kann eine Spritzentherapie als interventionelle Schmerztherapie eine kombinierte Behandlungsmethode darstellen. Wie eine Facetteninfiltration abläuft, zeigt das Video:

 

 

Hilfsmittel wie ein Rollator entlasten den Rücken und ermöglichen auch längere Gehstrecken zu Fuß zurückzulegen. Dies ist sinnvoll, um die Muskulatur insgesamt in Bewegung zu halten. Auch ein Korsett stabilisiert die Wirbelkörper in ihrer Position und kann Patienten helfen.

Chirurgische Behandlung

Wenn die Beschwerden zu stark werden und nach 12 Wochen der konservativen Therapie keine Besserung eintritt, ist eine Operation der nächste Behandlungsschritt. Man kann eine Spinalkanalstenose unter Anwendung eines mikrochirurgischen Operationsverfahrens unter dem Mikroskop behandeln. Während der Operation, die in der Regel von einem Neurochirurgen bzw. einem Wirbelsäulenchirurgen durchgeführt wird, werden die verdickten und hervorstehenden Knochenformationen, welche auf die Nerven drücken, entfernt und somit die Schmerzen gelindert (Dekompression). Der schmerzlindernde Effekt tritt schnell ein und Patienten können rasch wieder mobilisiert werden. 

 

 

 

 

Eine Alternative ist die Versteifung der Wirbelsäule (Spondylodese), auch eine bewegliche Wirbelsäulenversteifung ist möglich. Dabei werden betroffene Wirbelkörper miteinander verbunden und in ihrer Position fixiert.

Welche Nachbehandlung und Rehabilitation ist bei einer Spinalkanalstenose erforderlich?

Einen Tag nach der Operation muss der Patient für eine Nachuntersuchung in die Klinik zurückkehren. Nach zwei bis drei Wochen kann er vorsichtig mit der Physiotherapie beginnen. Für etwa zwei Wochen ist es notwendig, ein rückenstützendes „Korsett“ zu tragen, um anschließend die Tragezeit allmählich zu reduzieren. Weitere Kontrolluntersuchungen sind nach einem Monat und nach drei Monaten notwendig – entweder in der Klinik oder falls dies nicht möglich ist, bei einem Rückenspezialisten Ihrer Wahl. Bei der Kontrolle nach drei Monaten wird ein Muskeltest durchgeführt. Sollten die Muskeln nicht stark genug sein, kann man ein spezielles Trainingsprogramm erstellen.

>> Weitere Informationen zur Spinalkanalstenose auf www.spine-operation.guide