Rückenmarkstumor - Medizinische Experten

Rückenmarkstumore machen 2 bis 4 Prozent aller Tumoren des Nervensystems aus und treten mit einer Häufigkeit von einer Neuerkrankung pro Jahr unter 100.000 Einwohnern sehr selten auf. Die seltenen Rückenmarkstumore können vom Rückenmark ausgehen oder von außen auf das Rückenmark drücken und gehen entweder von den Nervenzellen oder den Blutgefäßen des Rückenmarks aus. Behandelt werden Rückenmarkstumore zunächst konservativ mittels medikamentöser Schmerzbehandlung. Treten Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen auf, sollten Rückenmarkstumore operativ entfernt werden.

Weitere Informationen zu Rückenmarkstumoren finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Rückenmarkstumor - Weitere Informationen

Definition: Rückenmarkstumore

Bei Rückenmarkstumoren wird unterschieden zwischen Tumoren, die vom Rückenmark ausgehen und Tumoren, die von außen auf das Rückenmark drücken. Der Anteil der Rückenmarkstumore liegt bei 2 bis 4 Prozent aller Tumoren des Nervensystems. Das Auftreten liegt bei 1/100000 Einwohner. Diese seltenen Tumoren sind zu 95 Prozent gutartig. Das bedeutet, sie streuen nicht in den Körper oder beenden das Leben. Rückenmarkstumore liegen inmitten der Nervenzellen und führen dort zu Veränderungen.

 

 

Welche Rückenmarkstumore gibt es?

Es werden Rückenmarkstumore, die von den Nervenzellen des Rückenmarks oder von den Blutgefäßen im Rückenmark ausgehen, unterschieden. Die häufigsten Rückenmarkstumore sind die sogenannten Ependymome. Diese Rückenmarkstumore kommen aus den Wandzellen des Zentralkanales im Rückenmark und verdrängen die Nervenzellen. Nur sehr wenige dieser Rückenmarkstumore werden bösartig und streuen in den übrigen Körper. Die häufigsten Gefäßtumoren sind die Kavernome, die im gesamten Rückenmark sitzen können und durch akute Einblutungen symptomatisch werden.

Welche Beschwerden verursacht ein Rückenmarkstumor?

Die Gefäßtumoren verursachen ganz akut Beschwerden im Rücken, die plötzlich auftreten und sehr häufig mit neurologischen Ausfällen, wie Gefühlsstörungen oder Lähmungen einhergehen. Die Tumoren der Nervenzellen wachsen langsam und machen im Verlauf immer mehr Beschwerden, wie Rückenschmerzen, Lähmungen und Gefühlsstörungen. Ein typisches Symptom gibt es nicht, so dass viele Rückenmarkstumore erst verzögert erkannt werden.

Womit lässt sich Diagnose und Therapie bei Rückenmarkstumoren absichern?

Unter anderem sollte eine Kernspintomographie Aufschluss über die Art der Raumforderung und die Ausdehnung im Rückenmark geben. Wichtig ist, dass der Arzt als Ursachen der Beschwerden folgende Erkrankungen ausgeschlossen hat: Entzündungen der Bandscheibe und des Spinalkanals, ein bakterieller Befall, rheumatische Erkrankungen, Überlastung und Arthrose im Kreuzbeinbereich, Hüftgelenksverschleiß, Herzerkrankungen (z. B. Koronare Herzkrankheit), eine Verstopfung der Beingefäße (pAVK), eine Erweiterung der Bauchschlagader, mechanische Veränderungen von Nerven und muskuläre Erkrankungen.

Welche Behandlungswege sind bei Rückenmarkstumoren möglich?

Als erste Maßnahme ist bei einem Rückenmarkstumor eine konservative Therapie angezeigt. Im Wesentlichen bedeutet dieses eine medikamentöse Schmerzbehandlung. Eine schnelle Diagnostik ist dann hilfreich. Andere Maßnahmen bringen nur wenig Besserung. Sobald ein Rückenmarkstumor Beschwerden macht und erkannt wurde, sollte über eine operative Entfernung nachgedacht werden.

Bei einem Rückenmarkstumor wird vorranging eine operative Therapie angewandt, wenn Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen aufgetreten sind. Die Beschwerden sind häufig sehr ausgeprägt und führen zu einer teilweisen oder kompletten Lähmung des Patienten. Die Operationstechnik hängt vom Ausmaß und der Lage des Rückenmarkstumors ab. Meist wird eine Entfernung von der Rückseite aus mit einer Stabilisierung der Wirbelsäule durchgeführt. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt, die Wirbelsäule eröffnet, das Rückenmark freigelegt und unter Überwachung der Leitung der Nerven operiert (Monitoring).

Welche Nachsorge ist nach der der Operation eines Rückenmarktumors erforderlich?

Nach einer durchgeführten Operation zur Entlastung des Rückenmarkes sollte eine schnelle Mobilisation erfolgen. Hierzu ist die begleitende Physiotherapie sinnvoll. Im weiteren Verlauf sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine Bildgebung veranlasst werden.

Autor: Dr. med. Erik Fritzsche