Spondylodiszitis - Medizinische Experten

Bei einer Spondylodiszitis (ICD-Code M46.49) handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Bandscheiben. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus den Silben "Spondyl" (Wirbel), "disc/dis" (Bandscheibe) und "itis" zusammen. Übersetzt bedeutet das also so viel wie Entzündung der Wirbel und Bandscheiben.

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Spondylodiszitis - Weitere Informationen

Wenn Sie an eine Erkrankung der Wirbelsäule denken, kommen Ihnen bestimmt Begriffe wie "Bandscheibenvorfall" oder "Hexenschuss" in den Sinn. Doch was assoziieren Sie mit einer Spondylodiszitis (ICD-Code M46.49)? Der beinahe unaussprechliche Begriff stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus den Silben "Spondyl" (Wirbel), "disc/dis" (Bandscheibe) und "itis" zusammen, der Endung für eine entzündliche Erkrankung. Übersetzt bedeutet das also so viel wie Entzündung der Wirbel und Bandscheiben. Liegt nur eine Entzündung der Wirbel vor, ohne dass die Bandscheiben betroffen sind, spricht man von einer Spondylitis. Handelt es sich um eine reine Bandscheibenentzündung, liegt eine Diszitis vor.

Wo liegen die Ursachen einer Spondylodiszitis?

Unsere Wirbelsäule besteht aus circa 33 Wirbeln, die durch die Bandscheiben miteinander verbunden sind. Da die Steißbeinwirbel jedes Menschen unterschiedlich stark miteinander verwachsen sind, variiert die Gesamtzahl der Wirbel von Mensch zu Mensch. Die Bandscheiben dienen als Puffer zwischen den einzelnen starren Wirbeln, damit die Wirbelsäule beweglich bleibt und Stöße beim Gehen abgefedert werden können.

Anatomie der Wirbelsäule

Sind die Bandscheiben und/oder die angrenzenden Wirbel entzündet, kommt es zu unangenehmen Rückenschmerzen. Diese Entzündung rührt meist von einer bakteriellen Infektion her, vorwiegend durch das Bakterium Staphylococcus aureusausgelöst. Aber auch Pilze und Viren können der Grund für eine Spondylodiszitis sein.

Grundsätzlich wird zwischen einer Spezifischen Spondylodiszitis und einer Unspezifischen Spondylodiszitis unterschieden:

  • Eine Spezifische Spondylodiszitis, auch als Skeletttuberkulose bezeichnet, wird von Tuberkelbakterien hervorgerufen. Sie tritt weniger akut auf als die Unspezifische Spondylodiszitis und hat einen eher schleichenden Krankheitsverlauf. Die Infektion erfolgt über den Blutweg. Inzwischen ist diese Erkrankung sehr selten geworden.
  • Die Unspezifische Spondylodiszitis kann neben dem Bakterium Staphylococcus aureus durch alle anderen Eitererreger ausgelöst werden und geht mit akuten Schmerzen einher. Ursache für die Entzündung können offene Knochenbrüche sein, durch deren Wunde die Bakterien in den Körper und somit in den Knochen gelangen. Aber auch Entzündungsherde an einer beliebigen Stelle des Körpers können bewirken, dass die Erreger durch die Blutbahn zur Wirbelsäule gelangen.

Welche Symptome treten bei einer Spondylodiszitis auf?

Die Entzündung der Wirbelkörper und der Bandscheiben ist von außen nicht sichtbar, macht sich aber durch starke Rückenschmerzen bemerkbar. Die Krankheit geht mit Belastungsschmerzen einher, die durch Bewegung schlimmer werden. An der betroffenen Rückenpartie äußert sich der Schmerz als Klopf- beziehungsweise Druckschmerz. Oft wird die Ursache der Schmerzen erst nach einem langen Leidensweg der Patienten gefunden.

Neben den Rückenschmerzen haben die Betroffenen die allgemeinen Anzeichen einer Entzündung, wodurch manche Fieber und Nachtschweiß bekommen und sich unwohl fühlen. Es erfolgt meist eine körperliche Auszehrung, die wiederum Schwäche, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme zur Folge hat. Begünstigende Faktoren, um an einer Spondylodiszitis zu erkranken, sind

  • Diabetes,
  • überhöhter Alkoholkonsum,
  • eine regelmäßige Cortisoleinnahme und
  • viele weitere Erkrankungen.

Wie sieht die Therapie bei einer Spondylodiszitis aus?

Eine frühzeitige Diagnose kann den Verlauf der Spondylodiszitis erheblich begünstigen und vor allem verkürzen. Bleibt die Krankheit untherapiert, kann dies schwerwiegende Symptome und sogar einen lebensbedrohlichen Verlauf zur Folge haben (in etwa 70 Prozent der Fälle). Häufig kann die Bandscheibenentzündung jedoch mithilfe von Antibiotika vom Körper selbst unter Kontrolle gebracht werden. Als Folge bleiben jedoch die Bandscheiben oft geschädigt und die Wirbel können versteifen. Kommt es zu keiner Wirbelversteifung, bleibt die Wirbelsäule in der Regel instabil, was zu weiteren Schmerzen führt.

Die Therapie der Spondylodiszitis konzentriert sich zunächst auf die Eindämmung der Schmerzen. Im Anschluss erfolgt eine Behandlung auf Basis von Antibiotika (meist circa sechs Wochen bis drei Monate), um den Entzündungsherd auszuschalten und eine Streuung in andere Regionen des Körpers zu verhindern. Liegt keine bakterielle, sondern eine durch Pilze oder andere Erreger hervorgerufene Entzündung vor, muss eine antimykotische beziehungsweise antiparasitäre Therapie erfolgen.

Neben der medikamentösen Therapie erfolgt eine Ruhigstellung der betroffenen Wirbelregion in Form von Bettruhe und dem Einsatz einer Gipsliegeschale. Nach etwa 10 Wochen wird vorsichtig mit einer Bewegungstherapie begonnen, um eine Stabilisierung der Wirbelsäule zu erreichen. In besonders ausgeprägten und risikobehafteten Fällen wird ein operativer Eingriff durchgeführt, um den Entzündungsherd auszuschalten. Eine anschließende Reha begünstigt den Heilungsverlauf und die Stabilisierung der Wirbelsäule.