Schleimbeutelentzündung im Knie - Gestresste Stoßdämpfer

Schleimbeutelentzündungen sind schmerzhaft, aber meist harmlos. Die Reizung und Entzündung der flüssigkeitsgefüllten Gewebesäckchen kann gut behandelt werden. Von den rund 160 Schleimbeuteln im menschlichen Körper sitzen auch mehrere am Kniegelenk. Wenn die Bursitis am Kniegelenk rasch erkannt und richtig behandelt wird, heilt die Schleimbeutelentzündung gut aus. 

Erfahren Sie hier mehr zur Schleimbeutelentzündung am Knie, wie sie erkannt und behandelt wird.

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Schleimbeutelentzündung im Knie - Weitere Informationen

Was passiert bei einer Schleimbeutelentzündung im Knie?

Bei einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Knie (ICD M70.5) entzündet sich ein Schleimbeutel im Kniegelenk. Das kann an verschiedenen Stellen geschehen:

  • im Bereich der Kniescheibe oder
  • an der Innen- und Rückseite des Kniegelenks.

Knieschmerzen
Knieschmerzen? Oft steckt eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) dahinter. © westfotos.de / Fotolia

So ist bei der Bursitis Präpatellaris der Schleimbeutel vor der Kniescheibe von der Entzündung betroffen. Die Bursitis Infrapatellaris beschränkt sich hingegen auf den Schleimbeutel, der sich unterhalb der Kniescheibe befindet. Auch in der Kniekehle gibt es Schleimbeutel, die sich entzünden können.

Was ist ein Schleimbeutel?

Ein Schleimbeutel, in der medizinischen Fachsprache als Bursa synovialis bezeichnet, ist ein Gewebesack, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Schleimbeutel finden sich immer dort, wo Gelenke besonders stark beansprucht werden. Die Struktur dient als Puffer und reduziert den Druck sowie die Reibung auf die Haut, Muskeln, Knochen und Sehnen. Während die meisten der rund 150 Schleimbeutel recht unempfindlich sind, neigen andere Gelenke zu Schleimbeutelentzündungen. Zu diesen anfälligen Gelenken gehört auch das Kniegelenk.

Schleimbeutelentzündung Knie
Entzündeter Schleimbeutel unterhalb der Kniescheibe (im Bild: Seitenansicht)© Henrie / Fotolia

Welche Ursachen gibt es für eine Schleimbeutelentzündung?

Die Schleimbeutel im Knie sind für Druck und stärkere Belastungen konzipiert. Halten diese Belastungen allerdings für längere Zeit an oder kommt es zu Fehlbelastungen, kann sich der Schleimbeutel entzünden. Somit gehört die Schleimbeutelentzündung zu den typischen Überlastungsreaktionen des Kniegelenks.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren für eine Entzündung des Schleimbeutels im Knie. Dazu gehören:

  • einseitige körperliche Arbeiten wie beispielsweise Fliesenlegen oder die Arbeit im Garten;
  • akute Verletzungen durch Sportunfälle oder Stürze;
  • chronische Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Arthritis;
  • kniebelastende sportliche Aktivitäten wie Surfen oder Tennis.

Symptome einer Schleimbeutelentzündung im Knie: Schwellung, Rötung, Schmerz

Bei einer Bursitis entsteht an der betroffenen Stelle des Knies eine Schwellung. Die darüber liegende Haut ist gerötet und der gesamte entzündete Bereich ist überwärmt. Die Betroffenen verspüren insbesondere bei Bewegungen, die die entzündete Struktur belasten, Schmerzen. Die Beweglichkeit des Knies ist eingeschränkt.

Je nach Ort der Entzündung können spezifische Beschwerden auftreten:

  • Bei der Bursitis Präpatellaris ist vor allem die Beugung des Knies schmerzhaft. Die Entzündung zeigt sich hier durch eine Schwellung direkt über der Kniescheibe.
  • Bei der Bursitis Infrapatellaris schwillt hingegen der Bereich unterhalb des Knies an. Neben dem Beugen führt bei dieser Form der Schleimbeutelentzündung auch das Überstrecken des Knies zu starken Schmerzen. 

Wie wird die Schleimbeutelentzündung im Knie diagnostiziert?

Die Schilderung der vorliegenden Symptome reicht meist schon für die Verdachtsdiagnose Schleimbeutelentzündung im Knie aus. Da die Entzündung häufig auf einer Überlastung beruht, erfragt der Arzt im Gespräch mit dem Patienten auch belastende körperliche Aktivitäten. Ebenso sind der Beruf des Patienten sowie Stürze, Verletzungen oder Vorerkrankungen bei der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) von Interesse.

Zur Sicherung der Diagnose führt der Arzt im Anschluss an die Anamnese eine körperliche Untersuchung durch. Dabei achtet er vor allem auf Schwellungen, Rötungen oder eine Wärmesymptomatik im Bereich des Knies.
Wenn ein Patient häufiger unter Schleimbeutelentzündungen im Knie leidet, kann eine weiterführende Diagnostik erforderlich sein. So kann eine Röntgenuntersuchung Hinweise auf Veränderungen im Bereich des Kniegelenks liefern und so helfen, mögliche ursächliche Erkrankungen zu identifizieren. Bei Verdacht auf Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein.

Behandlung einer Schleimbeutelentzündung im Knie: braucht etwas Zeit, ist aber unkompliziert

Eine Schleimbeutelentzündung im Knie wird in der Regel konservativ behandelt. Dabei gibt die PECH-Regel die ersten Schritte bei der ersten Hilfe vor: 

  • P - Pause. Das Kniegelenk braucht Zeit und Schonung, bis die Entzündung abklingt und wieder belastbarer ist.
  • E - Eiskalte Schmerzlinderung durch Kühlung des Kniegelenks, zum Beispiel mit einem Eispack (in ein Handtuch gewickelt, um die Kälte angenehmer zu machen).
  • C - Compression: leichter Druck mindert Schwellungen.
  • H - Hochlagern des Kniegelenks fördert den Blutfluss und lindert Schwellungen.

Das betroffene Kniegelenk sollte geschont und gekühlt werden. Je nach Lokalisation der Entzündung kann das Tapen des Knies die Beschwerden lindern, dazu berät ein Arzt oder Physiotherapeut. Entzündungshemmende Medikamente können gegen die Schmerzen eingenommen werden. 

Bei einer ausgeprägten Schwellung mit unangenehmem Druckgefühl punktiert der Facharzt der Orthopädie den Schleimbeutel und saugt mithilfe einer Spritze Flüssigkeit ab. Im Anschluss kann er direkt entzündungshemmendes Kortison in das Knie injizieren.

Kanüle Spritze
Eine Punktion kann das Knie bei langwierigen Schleimbeutelentzündungen entlasten. © ursule / Fotolia

Es ist jedoch zu beachten, dass eine Injektion in das Kniegelenk immer mit Risiken verbunden ist. So können Bakterien in den Schleimbeutel oder das Kniegelenk gelangen und dort die Entzündung verschlimmern. Steriles Arbeiten ist deshalb besonders wichtig.

Bestehen die Entzündungssymptome über mehrere Wochen fort oder kommt es immer wieder zu Entzündungen, liegt eine chronische Bursitis vor. Wenn die konservative Behandlung nicht anschlägt, kann der Arzt den betroffenen Schleimbeutel in einer Operation zum Teil oder komplett entfernen.

Schleimbeutelentzündung im Knie: Wie lange dauern Heilung und Krankschreibung?

Der Verlauf und die Dauer der Bursitis sind zum einen von der Ursache und der Ausprägung und zum anderen von der Behandlung abhängig. In der Regel lässt sich eine Schleimbeutelentzündung aber gut behandeln und heilt dementsprechend auch recht zügig aus. Bei einer leichten Entzündung schreibt der Arzt den Patienten nur für einige Tage krank. Eine schwere Entzündung kann hingegen zu einem Ausfall von mehreren Wochen führen.

Die Schleimbeutelentzündung im Knie tritt vor allem bei Menschen auf, die berufsbedingt viel knien müssen. Ebenso können kniebelastende sportliche Aktivitäten zu einer Entzündung führen. Mit ausreichender Schonung können Sie der Entzündung jedoch entgegenwirken, sodass die unangenehmen Schmerzen in der Regel schnell wieder abklingen.

Kniebandage
Kniebandagen schützen zur Vorbeugung von Schleimbeutelentzündungen. © Picture-Factory / Fotolia

Aktiv gegen Schleimbeutelentzündung: Vorbeugung

Schleimbeutel schützen das Kniegelenk vor allzu großen Beanspruchungen. Solange sie nicht entzündet sind, erledigen sie ihre stoßdämpfende Aufgabe fast im Verborgenen. Um die Schleimbeutel und damit das Kniegelenk zu schützen, können bei stark beanspruchenden Tätigkeiten oder kniebelastendem Sport spezielle Knieschoner oder Bandagen getragen werden. Regelmäßige Pausen und leichte Mobilisation durch ausgleichende Kniebewegung erhalten das Kniegelenk stark und gesund.