Schleimbeutelentzündung: schmerzhaft, aber meist harmlos

Eine neue Sportart ausprobiert oder handwerklich gearbeitet - und plötzlich schmerzt ein Gelenk. Häufig steckt eine schmerzhafte, aber meist harmlose Schleimbeutelentzündung dahinter.

Sie macht sich durch eine Schwellung des betroffenen Bereiches sowie durch Schmerzen, Rötung und Erwärmung bemerkbar. Schleimbeutelentzündungen entstehen meist durch Verletzungen oder Überlastungen sowie infolge von Erkrankungen wie beispielsweise der Gicht. Richtig erkannt und behandelt, können die Beschwerden schnell gebessert werden.

Erfahren Sie hier alles, was Sie zur Therapie und Vorbeugung einer Bursitis wissen müssen!

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Schleimbeutelentzündung - Weitere Informationen

Was sind Schleimbeutel und warum entzünden sie sich?

Schleimbeutel (Bursa synovialis) sind kleine Säckchen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Sie kommen überall dort vor, wo eine erhöhte mechanische Belastung im Körper besteht. Sie sollen den Druck abfangen, Reibungen vermindern und so Sehnen, Muskeln, Knochen und Haut schützen. Nehmen diese mechanischen Belastungen überhand, kommt es zur Entzündung. 

Gelenkschmerzen bei Schleimbeutelentzündung
Schleimbeutel können sich an allen Gelenken des Körpers entzünden.

Rund 160 Schleimbeutel sind für einen schmerzlosen Bewegungsablauf im Körper zuständig. So finden sich Schleimbeutel zum Beispiel im Schultergelenk, an der Hüfte oder im Sprunggelenk des Fußes. Theoretisch können sich alle Schleimbeutel im Körper entzünden. Besonders häufig treten Schleimbeutelentzündungen jedoch an beanspruchten Stellen oder Gelenken auf, zum Beispiel an der Schulter, der Hüfte, am Ellenbogen, an Fuß und Ferse oder am Knie. Eine Schleimbeutelentzündung (ICD-Code: 71.9) wird auch Bursitis genannt und kann verschiedene Ursachen haben.

Schleimbeutel Hüftgelenk
Schleimbeutel schützen das Gewebe der Hüfte. © bilderzwerg / Fotolia

Welche Ursachen hat eine Schleimbeutelentzündung?

In vielen Fällen ist eine zu hohe Druckbelastung für die Entzündung des Schleimbeutels verantwortlich. Insbesondere immer wiederkehrende und/oder anhaltende Tätigkeiten, die einen Druckreiz auf den Schleimbeutel ausüben, können eine Entzündung hervorrufen. Zu diesen Tätigkeiten gehören zum Beispiel das Fliesen oder Teppich legen, langes Sitzen auf harten Stühlen oder Ausdauersportarten wie der Langstreckenlauf. Durch die Druckreizung entstehen sogenannte Mikrotraumatisierungen. Diese Kleinstverletzungen rufen in der betroffenen Struktur eine Entzündungsreaktion hervor.

Ebenso können größere Verletzungen und Traumata, beispielsweise durch Unfälle, die Entstehung einer Schleimbeutelentzündung begünstigen. Bei einer offenen Verletzung können Bakterien in die Wunde gelangen und den Schleimbeutel infizieren. Eine solche bakterielle Bursitis tritt jedoch eher seltener auf. Häufiger ist die Bursitis Folge eines Schlags oder eines Zusammenpralls. Der Schleimbeutel füllt sich infolge des Unfalls mit Blut und entzündet sich daraufhin.

Schleimbeutelentzündung Knie
Eine Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk: die Schwellung verursacht Schmerzen. © Henrie / Fotolia

Krankhafte Veränderungen der Gelenke reizen den Schleimbeutel ebenfalls und begünstigen so eine Entzündung. Erkrankungen wie die Arthrose oder die Arthritis sowie die Stoffwechselerkrankung Gicht gehen deshalb häufiger mit Schleimbeutelentzündungen einher.

Welche Symptome treten bei einer Schleimbeutelentzündung auf?

Rötung, Schwellung und Überwärmung des Bereichs rund um den Schleimbeutel sind typische Entzündungszeichen und Leitsymptome der Bursitis. Da sich vor allem die gelenknahen Schleimbeutel entzünden, verspüren die Patienten Schmerzen im Gelenk. Die Gelenke sind druckempfindlich, bei Bewegung verschlimmern sich die Schmerzen.

Breitet sich die Entzündung über den Schleimbeutel hinaus aus, können auch die umliegenden Gewebestrukturen sowie die regionären Lymphknoten anschwellen. Weitere Anzeichen einer ausgeprägten und/oder bakteriell bedingten Schleimbeutelentzündung sind:

  • Fieber,
  • Müdigkeit,
  • Abgeschlagenheit und
  • allgemeines Unwohlsein.

Wie wird eine Schleimbeutelentzündung diagnostiziert?

In einem ausführlichen Anamnesegespräch erfragt der Arzt die konkreten Beschwerden. Dabei sind sowohl die Schmerzqualität als auch körperliche Aktivitäten, die berufliche Tätigkeit, Vorerkrankungen oder Unfälle als mögliche Auslöser der Entzündung von Interesse.

Im Anschluss an die Erhebung der Symptomatik und der Krankengeschichte führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Er achtet dabei auf

  • schmerzempfindliche Bereiche,
  • Schwellungen,
  • Rötungen und
  • Überwärmungen.
Um das Ausmaß der Entzündung zu beurteilen, tastet er zudem die Lymphknoten ab.

Bleiben die Ursachen der Entzündung unklar oder tritt eine Schleimbeutelentzündung mehrfach ohne erkennbaren Grund auf, können weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Veränderte Gelenk- und Knochenstrukturen werden in einer Röntgenuntersuchung sichtbar. Eine Blutuntersuchung trägt zudem zur Identifizierung von Allgemeinerkrankungen wie der Gicht bei.

Wie behandelt man eine Schleimbeutelentzündung?

Erstversorgung: Ruhe und Kälte

Um den entzündeten Schleimbeutel nicht weiter zu reizen, erfolgt eine vorübergehende Ruhigstellung der betroffenen Körperstelle. Damit keine Funktions- oder Bewegungseinschränkungen auftreten, sollten Gelenke allerdings nicht über einen zu langen Zeitraum ruhiggestellt werden.

Kühlende Salben, Eispacks oder Kühlpads können die Entzündung lindern und dafür sorgen, dass die Schwellung zurückgeht. Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente wie beispielsweise Ibuprofen können den Beschwerden ebenfalls entgegenwirken.

Punktion gegen die Flüssigkeitsansammlung

Zwar lässt sich eine einfache Schleimbeutelentzündung in der Regel gut behandeln, es können aber Flüssigkeitsansammlungen zurückbleiben. Diese zeigen sich in Form einer schmerzlosen Schwellung. Der Arzt saugt die Flüssigkeit bei einer Punktion mit einer Kanüle ab und spritzt im Anschluss entzündungshemmendes Kortison in den Schleimbeutel. Ein vorübergehender Druckverband soll erneuten Flüssigkeitsansammlungen vorbeugen.

Bakterielle Schleimbeutelentzündung: Operation und Antibiotikum

Die bakterielle Schleimbeutelentzündung bedarf einer besonderen Behandlung. Der Arzt muss den Schleimbeutel operativ eröffnen, um die eitrige Flüssigkeit im Beutel zu entfernen. Zudem müssen Patienten mit einer bakteriellen Infektion in der Regel ein Antibiotikum einnehmen. In seltenen Fällen kann eine komplette chirurgische Entfernung des Schleimbeutels erforderlich sein.

Liegt der Bursitis eine andere Erkrankung wie beispielsweise Arthrose oder Gicht zugrunde, richtet sich die Therapie nach dieser Grunderkrankung. Nur wenn die Grunderkrankung ursächlich behandelt wird, reduziert sich auch das Risiko für eine erneute Schleimbeutelentzündung.

Wie lange dauert die Heilung bei einer Schleimbeutelentzündung?

Der Verlauf und die Dauer der Bursitis sind abhängig von der Ursache, der Ausprägung und der Behandlung der Erkrankung. Eine unkomplizierte Schleimbeutelentzündung heilt bei adäquater Behandlung innerhalb von vier bis sechs Wochen folgenlos aus.

Konsequente Schonung, die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten sowie regelmäßiges Kühlen und Massagen können den Heilungsverlauf positiv beeinflussen und die Dauer der Erkrankung reduzieren.

Schutz für Schleimbeutel und Gelenke: Ernährung und Bewegung in Balance

Auch im Alltag können Sie Gutes für Ihre Gelenke und gesunde Schleimbeutel tun. Achten Sie auf regelmäßige, Ihrem Gesundheitszustand angepasste Bewegung, die Sie nicht überlastet. Lassen Sie sich zu Beginn von speziellen Sportarten oder Fitnesstraining anleiten, um Fehlbelastungen vorzubeugen. Auch die Schleimbeutel und Gelenke profitieren von einem gesunden Körpergewicht im Normalbereich.
Als entzündungshemmende Lebensmittel gelten Kurkuma und Ingwer. Ob frisch oder getrocknet bereichern diese Gewürze nicht nur Ihren Speiseplan, sondern wirken auch positiv auf Entzündungen im Körper.