Knochentumore - gutartige und bösartige Gewebeveränderungen

Unter dem Begriff Knochentumor werden alle krankhaften Gewebsneubildungen im Skelettsystem zusammengefasst. Dabei gibt es grundsätzlich bösartige und gutartige Tumore. Knochentumore können in jeder Struktur des Skelettsystems entstehen und auch im Zusammenhang mit anderen Krebserkrankungen stehen.
Mehr zu den Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten des Knochentumors erfahren Sie hier!

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Knochentumor - Weitere Informationen

Was ist ein Knochentumor?

Bei einem Knochentumor (ICD-Code: D48) handelt es sich um eine Neubildung von Knochengewebe. Zur Unterscheidung der Tumore eignen sich verschiedene Kriterien:

  • gutartige (benigne) Tumore
  • bösartige (malignen) Tumore
  • primäre Knochenneubildungen
  • sekundäre Knochenneubildungen

Die malignen Knochentumore wie das Sarkom neigen zur Metastasierung, das heißt Streuung im Körper. Benigne (gutartige) Tumore wie das Osteom metastasieren nicht und wachsen eher langsam. Durch Verdrängung der umliegenden Strukturen können sie jedoch ebenso wie die bösartigen Knochentumore Beschwerden hervorrufen. Nur maligne Knochentumore werden als Knochenkrebs bezeichnet.

Skelettsystem des Menschen
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Während die primären Tumore unmittelbar vom Knochengewebe ausgehen, sind sekundäre Tumore die Metastasen von anderen Krebsgeschwulste. Die Tumore des Knochengewebes werden nach ihrem genauen Ursprung bezeichnet:

  • Ossäre Tumore entstehen im Knochen und gehen von den Osteoklasten und Osteoblasten, den wichtigsten Zellen des Knochens, aus.
  • Knorpelige Tumore wie das Osteochondrom oder das Chondrosarkom entstehen hingegen aus Knorpelgewebe.
  • Wenn ein Tumor vom Bindegewebe ausgeht, bezeichnet man ihn als bindegewebigen Tumor oder Knochenfibrom.

Verschiedene Arten von Knochentumoren

Häufigster gutartiger Knochentumor ist das Osteochondrom, auch als Ekchondrom oder kartilaginäre Exostose bekannt. Der Tumor hat seinen Ursprung an den gelenknahen knorpeligen Knochenbereichen und wächst bereits im Kindesalter. Sobald das Knochenwachstum abgeschlossen ist, stagniert auch das Wachstum des Osteochondroms. Beschwerden, also spürbare Symptome, treten bei diesem Knochentumor eher selten auf.

Osteome, die am häufigsten im Bereich des Schädels entstehen, weisen als gutartige Tumore ein sehr langsames Wachstum ohne Metastasierung auf. Sie verursachen meistens keine Beschwerden. Enostome, die typischerweise sehr klein sind und aus sogenanntem kortikalen Knochengewebe wachsen, verursachen ebenso wie Osteome kaum Beschwerden. Sie werden zumeist zufällig als Nebenbefund in der Röntgendiagnostik entdeckt.

Rund 14 Prozent aller Knochentumore sind Osteoid-Osteome. Diese finden sich vor allem in den Knochen von Ober- und Unterschenkel und entstehen meist bis zum 20. Lebensjahr. Leitsymptom sind lokale Schmerzen, die insbesondere in der Nacht auftreten.

Das Osteoblastom ist von seiner Struktur dem Osteoid-Osteom sehr ähnlich, wird aber größer. Es tritt vor allem zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr an den langen Röhrenknochen und der Wirbelsäule auf.

Knochen und Gelenke des Körpers
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Je nach Definition werden auch die Knochenzysten als tumorähnliche Neubildung den Knochentumoren zugeordnet. Eine der häufigsten tumorähnlichen Knochenläsionen ist die juvenile Knochenzyste. Wie der Name es erahnen lässt, findet sich diese Zyste vor allem bei jüngeren Patienten. Sie betrifft vorwiegend die langen Röhrenknochen und kann mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche einhergehen.

Die aneurysmatische Knochenzyste betrifft ebenfalls überwiegend Patienten, die jünger als 20 Jahre sind. Die schnell wachsende Zyste führt zu Schmerzen im Bereich der betroffenen Knochen. Besonders häufig entsteht die aneurysmatische Knochenzyste im Oberschenkel- und Schienbeinknochen sowie in der Wirbelsäule.

Zu den bösartigen Knochentumoren, dem Knochenkrebs, gehören neben dem Osteosarkom auch das Chondrosarkom und das Ewing-Sarkom. Im Gegensatz zu den gutartigen Tumoren finden sich bei den benignen Knochentumoren entartete Zellen. Aufgrund der Veränderungen im Erbgut der Zellen greifen die körpereigenen Schutzmechanismen nicht mehr und die entarteten Zellen können sich ungehindert vermehren. Bösartige Knochentumore wachsen anders als die benignen Tumore invasiv und aggressiv und bilden zudem oft Metastasen.

Was sind die Ursachen für die Entstehung eines Knochentumors?

Bisher konnte nicht abschließend geklärt werden, warum ein Knochentumor entsteht. Da sowohl die gutartigen als auch die bösartigen Tumore des Knochens eine familiäre Häufung aufweisen, gehen die Forscher von einer genetischen Komponente aus. Als Risikofaktor gilt ferner ionisierende Strahlung. So traten nach dem Reaktorunglück in den 1980er Jahren in der Ukraine in Tschernobyl gehäuft Knochentumore auf.

Knochen Schmerzen
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Wann müssen Knochentumoren behandelt werden?

Ob und welche Therapie zur Behandlung der Knochentumore zum Einsatz kommt, hängt von drei Faktoren ab:

  • Art des Tumors,
  • seine Ausdehnung,
  • Stadium der Tumorerkrankung.

Bösartige Knochentumore müssen so schnell wie möglich entfernt werden, damit sie nicht metastasieren. Bei gutartigen Tumoren empfehlen die Ärzte zumeist abzuwarten, wie sich die Geschwulste entwickeln. Tumore, die sehr langsam wachsen und keine oder nur sehr wenige Beschwerden verursachen, werden in der Regel nicht behandelt.

Eine (operative) Therapie ist immer dann erforderlich, wenn:

  • Schmerzen auftreten,
  • die Beweglichkeit eingeschränkt ist,
  • der Tumor auf Nerven drückt und so zu Sensibilitäts- oder motorischen Störungen führt,
  • die Knochen zu Frakturen neigen,
  • die betroffenen Knochen durch den Tumor Deformationen aufweisen.