Spezialisten für Arthroskopische Schulterchirurgie

In den letzten 20 Jahren hat die arthroskopische Schulterchirurgie einen immensen Aufschwung genommen. Sie ist jetzt bereits Normalität und Standard bei den meisten Eingriffen am Schultergelenk – nur noch komplizierte Knochenbrüche und künstliche Schultergelenke werden heute über die konventionellen großen Hautschnitte, das heißt über offene Zugänge, operiert.


Dieser Text wurde verfasst von unseren Experten Prof. Dr. med. Markus Loew und Dr. med. Sven Lichtenberg

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Arthroskopische Schulterchirurgie - Weitere Informationen

Das Prinzip der arthroskopischen Schulterchirurgie

Die arthroskopische Schulterchirurgie wird auch als minimal-invasive Chirurgie oder „Schlüssellochchirurgie“ bezeichnet. Über winzige Hautschnitte wird eine Kamerasonde in das Gelenk eingeführt mit der der Schulterchirurg die verletzten oder verschlissenen Strukturen darstellen und auch reparieren kann. Der Operateur sieht die betroffenen Sehnen, Bänder oder Knorpelbereiche 100fach vergrößert auf einem Monitor und bringt dann über weitere Minischnitte komplexe technische Instrumente (z.B. Minischeren, Fadenschlingen, Nahtmaterial) oder winzige Implantate (Fadenanker, Dübel, Schrauben) in das Schultergelenk ein mit denen das Gewebe genäht oder wieder am Knochen befestigt werden kann.

Schmerzen in der Schulter
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Vorteile der Schulterarthroskopie

Die arthroskopische Schulterchirurgie schont das gesunde Gewebe, das oberflächlich über den verletzten Strukturen liegt. Es muss keine Muskulatur durchtrennt und keine Kapsel abgelöst werden. Es blutet weniger und die Komplikationsrisiken sind deutlich niedriger. Meistens sind die Wundschmerzen im Anschluss an eine arthroskopische Schulteroperation viel geringer als nach einer konventionellen Operation. Und nicht zuletzt gibt es natürlich auch kosmetische Vorteile – in den meisten Fällen sind nach der Ausheilung keine Narben mehr zu erkennen.

 

 

Nachteile der Schulterarthroskopie

Die arthroskopische Schulterchirurgie ist technisch komplizierter als die offene. Die Eingriffe dauern häufig etwas länger. Die Lernkurve des Chirurgen ist flacher, d.h., dass es länger dauert bis er einen arthroskopischen Eingriff an der Schulter mit der gleichen Sicherheit für den Patienten ausführen kann wie eine offene Operation. Und es gibt auch Verletzungen, bei denen ein arthroskopischer Eingriff auch
in geübter Hand weniger sicher zum gewünschten Ergebnis führt wie ein offener. Und Achtung! Der Patient muss wissen: Auch ein arthroskopischer Eingriff an der Schulter ist eine Operation! Auch in der arthroskopischen Schulterchirurgie gibt es Komplikationen. Und die Rehabilitation nach einem arthroskopischen Schultereingriff dauert genau so lange wie nach einer offenen Operation – nämlich bis die reparierten Strukturen vollständig ausgeheilt sind.

Anatomie der Schulter
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Anwendungsbereiche 

Schulterinstabilität

Die erste erfolgreiche Anwendung der arthroskopischen Schulterchirurgie wurde bereits vor 30 Jahren in der Behandlung der Schulterluxation, d.h. von Schulterverrenkungen bei chronischer Schulterinstabilität, beschrieben. Mit Hilfe winziger Fadenanker kann die bei der Schulterluxation abgerissene Gelenklippe zuverlässig wieder befestigt und damit der verletzte Bandapparat des Schultergelenkes wieder rekonstruiert werden. So kann, vor allem nach einer einmaligen Verrenkung des Schultergelenkes, der Schaden in vielen Fällen vollständig behoben und der Normalzustand wieder hergestellt werden ohne dass innere oder sichtbare äußere Spuren zurückbleiben.

Diese arthroskopische Bankart-Operation ist heute der goldene Standard bei der Schulterluxation. Nur nach vielfacher Schulterverrenkung mit daraus folgenden Schädigung der Schulterpfanne oder bei Extrembelastungen, z.B. im Rugby oder Handballsport kann eine Knochenverpflanzung erforderlich sein. Auch dieser Eingriff kann heute in ausgewählten Fällen arthroskopisch ausgeführt werden – hier ist die offene Schulteroperation jedoch noch deutlich schneller und sicherer.

 

 

Subakromiales Impingement

Bei den Beschwerden, die durch eine räumliche Enge unter dem Schulterdach bedingt sind, kann eine relativ unkomplizierte arthroskopische Entlastungsoperation, die so genannte Arthroskopische Subakromiale Dekompression (ASAD), mit geringem Aufwand, einem niedrigen Operationsrisiko und einem guten Erfolg ausgeführt werden. Hier besteht heutzutage allerdings die Gefahr, dass der Eingriff zu häufig, zu früh und unkritisch durchgeführt wird, denn in den meisten Fällen führt auch eine konventionelle orthopädische und physiotherapeutischen Behandlung zum Erfolg. Wenn die Operation aber durchgeführt werden muss, dann sollte das unbedingt arthroskopisch erfolgen.

Naht der Rotatorenmanschette

Die häufigen verschleißbedingten Schäden und auch die durch eine Verletzung verursachten Ruptur der Rotatorenmanschette der Schulter (Rotatorenmanschettenriss), hier vor allem die Supraspinatusruptur, können heute in den allermeisten Fällen durch die arthroskopische Schulterchirurgie behandelt und erfolgreich repariert werden. Hierzu werden Fadenanker aus Titan oder biologischen Materialien in den Knochen am Oberarmkopf eingebracht, über die die ausgerissenen Sehnen dann zuverlässig befestigt werden und so im Knochen einheilen können. Als zusätzliche biologische Maßnahme kann nach der Operation die Injektion von Wachstumsfaktoren an die reparierte Sehne, die so genannte ACP-Therapie (autologes conditioniertes Plasma) die Einheilung beschleunigen und verbessern.