Achillessehnenriss - Schmerzhafte Folge von Überlastung

Sie gilt als typische Sportverletzung: die Achillessehnenruptur. Gemeint ist der Riss der Achillessehne, eine sehr starke Sehne, die im Fuß zwischen den Wadenmuskeln und dem Sprunggelenk liegt. Neben starken und plötzlichen Belastungen gibt es zudem einige Risikofaktoren für eine Verletzung der Achillessehne. Wie lange die Verletzung andauert und wann es frühestens mit dem Sport weitergehen kann, erfahren Sie hier.

Informieren Sie sich jetzt zu den genauen Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten bei einem Achillessehnenriss!

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Achillessehnenriss - Weitere Informationen

Was ist die Achillessehne?

Die Achillessehne ist die dickste und auch die stärkste Sehne im Körper des Menschen. Sie verbindet einen Teil der Beugemuskeln des Unterschenkels mit einem Teil des Fußskeletts. Die Sehne setzt am sogenannten Musculus triceps surae, dem Wadenmuskel, an. In Verlängerung dieses Muskels zieht sie steil nach oben und wird dabei deutlich dünner. So weist sie rund vier Zentimeter nach Beginn ihre schmalste Stelle auf, bevor sie wieder breiter wird und schlussendlich am Fersenbein ansetzt. Insgesamt ist die Achillessehne zwischen 15 und 20 Zentimeter lang.

Ihre wichtigste Funktion ist die Plantarflexion, also die Beugung des Fußes oder der Zehen in Richtung der Fußsohle. Ebenso ermöglicht die Sehne ein Absenken des Fußes im Bereich des Sprunggelenks. Somit spielt die Sehne vor allem für das Gehen und Laufen eine entscheidende Rolle.

Was ist ein Achillessehnenriss?

Bei einem Achillessehnenriss (ICD-Code: S86.0), auch als Achillessehnenruptur bezeichnet, handelt es sich um einen vollständigen oder teilweisen Riss der Achillessehne (Tendo calcaneus). Nur selten entsteht eine solche Ruptur durch eine äußere Gewalteinwirkung. Vielmehr basiert der Riss auf einer chronischen Überlastung, beispielsweise durch zu viel oder das falsche Sporttraining. Oft reißt die Sehne an der schmalsten Stelle, gelegentlich treten aber auch Rupturen am Ansatz der Sehne auf.

Achillessehnenriss
© Henrie

Nach einem Riss der Achillessehne ist das Sprunggelenk nicht mehr vollständig funktionsfähig, sodass es zu Bewegungseinschränkungen kommt. Je nach Art der Verletzung kann der Achillessehnenriss konservativ oder operativ versorgt werden.

Ursachen eines Achillessehnenrisses

Die Ruptur der Achillessehne ist eine typische Sportverletzung. Eine äußere Gewalteinwirkung, zum Beispiel ein Tritt gegen das Bein, ist selten der Grund für einen Achillessehnenriss. Viel häufiger reißt die Sehne durch eine plötzliche und starke Belastung. Insbesondere schnelle Sprints mit abrupten Stoppbewegungen und vielen plötzlichen Richtungswechseln, wie sie beispielsweise beim Tennis, Fußball, Skifahren oder Laufsport gefordert sind, beanspruchen das Sprunggelenk und damit auch die Achillessehne. Bei untrainierten Menschen kann die Achillessehne bereits bei leichteren Belastungen reißen.

Risiko Sportverletzung
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Grundsätzlich gilt aber: Eine gesunde Achillessehne reißt nicht. In den meisten Fällen liegt bereits vor dem eigentlichen Riss eine Schädigung des Sehnengewebes vor. So können Entzündungen, wie bei einer Achillodynie  oder der Haglundferse, durch kleinste Risse die Widerstandsfähigkeit der Sehnenstruktur beeinträchtigen. Besonders häufig treten solche Sehnenschäden bei Erkrankungen wie Arthrose, Gicht oder Diabetes mellitus auf. Aber auch anhaltend hohe Belastungen können das Sehnengewebe nachhaltig schädigen.

Risikofaktoren der Achillessehnenruptur

Neben intensivem Sport mit plötzlichen Bewegungen gibt es verschiedene Risikofaktoren für einen Achillessehnenriss. Diese können das Risiko für eine Verletzung der Sehne erhöhen. Dazu gehören neben angeborenen oder erworbenen Fußfehlstellungen (zum Beispiel ein Plattfuß) auch ungeeignetes Schuhwerk oder eine verkürzte Wadenmuskulatur. Ein vorausgegangener Teilriss der Achillessehne erhöht ebenfalls die Wahrscheinlichkeit für eine zweite, dann meist vollständige, Ruptur.

Achillessehnenverletzungen und Haglundferse
© bilderzwerg

Symptome einer Achillessehnenruptur

Eine Achillessehnenruptur kann sich im Vorfeld bei einer chronischen Achillessehnenreizung (Achillodynie) oder Entzündung der Sehne durch Schmerzen bei Anspannung oder Dehnung der Wadenmuskulatur äußern. Ebenso kann eine längerfristige Belastung des Fußgelenks Schmerzen verursachen. Der Achillessehnenriss selber macht sich durch einen lauten peitschenartigen Ton bemerkbar. Dieser sogenannte Peitschenschlag ist vor allem dann wahrnehmbar, wenn der Riss infolge einer sehr intensiven Belastung oder einer plötzlichen Bewegung entsteht.

Unmittelbar nach dem Peitschenschlag vernehmen die Betroffenen heftige, stechende Schmerzen oberhalb der Ferse. Die verletzte Person kann die Ruptur aufgrund der besonderen Schmerzsymptomatik zunächst mit einem Tritt gegen die Wade oder Ferse verwechseln. Im Bereich oberhalb der Ferse sind schon kurze Zeit nach der Ruptur Dellen und/oder Blutergüsse sicht- und tastbar. Die Rückseite des Sprunggelenks und der Bereich der Wade erscheinen geschwollen.

Durch die Verletzung kann die Fußspitze nicht mehr in Richtung der Fußsohle gesenkt werden. Laufen ist in den meisten Fällen völlig unmöglich, das Gehen gelingt gelegentlich unter heftigen Schmerzen. Allerdings kann der Fuß keinesfalls mehr abgerollt werden.

Diagnose einer Achillessehnenruptur 

Aufgrund der eindeutigen Schmerzsymptomatik und dem typischen peitschenschlagähnlichen Geräusch erkennt der Arzt einen Achillessehnenriss recht schnell. Um seine Verdachtsdiagnose zu sichern, lässt er sich vom Betroffenen den genauen Unfallhergang schildern (Anamnese).

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung achtet er vor allem auf sicht- oder tastbare Dellen im Bereich der Achillessehne sowie auf Blutergüsse. Weitere Hinweise liefert der Thompson-Test. Bei diesem Test liegt der Patient auf dem Bauch und lässt den Fuß mit der Verletzung frei von der Behandlungsliege hängen. Der behandelnde Arzt drückt nun die Wadenmuskeln mit seinen Händen zusammen. Ist die Achillessehne intakt, bewegen sich die Zehen reflexartig in Richtung der Sohle. In diesem Fall ist der Thompson-Test negativ. Bei einem positiven Thompson-Test bleibt der Reflex aus. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf eine Achillessehnenruptur.

Ferner können bildgebende Verfahren zur Diagnosestellung genutzt werden. Mit einer Röntgenuntersuchung kann ein Facharzt der Orthopädie ausschließen, dass ein knöcherner Ausriss vorliegt. Bei dieser Verletzung ist nicht nur die Achillessehne betroffen, sondern auch Bestandteile des Knochens. Mithilfe der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) überprüft der Arzt hingegen die Rissstelle genauer. Er kann so beurteilen, wie weit die Sehnenenden auseinanderliegen. Dies ist vor allem für die Wahl der Therapieverfahren von Bedeutung. Liefert die Ultraschalluntersuchung keine eindeutigen Ergebnisse, kann der Riss auch mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) detaillierter untersucht werden.

Behandlung einer Achillessehnenruptur

Ziel der Therapie ist es, die volle Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit der Sehne und des Sprunggelenks wieder herzustellen. Dazu können sowohl konservative als auch operative Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Handelt es sich um eine Teilruptur, ist der Patient sportlich nur wenig aktiv und/oder liegt aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Komplikationsrisiko für eine Operation vor, wird der Achillessehnenriss bevorzugt konservativ behandelt. Zur konservativen Versorgung erhalten die Patienten einen Unterschenkelgips, der den Fuß in einer Spitzfußstellung für zwei Wochen fixiert. Anschließend wird dieser Gips durch Schuh- oder Stiefelorthesen ersetzt, die im Bereich der Ferse erhöht sind. Durch diese Spitzfußstellung wachsen die Sehnenenden leichter zusammen. Im Verlauf der konservativen Behandlung passt der Orthopäde diese Orthesen immer mehr der physiologischen Fußstellung an. Um den Erfolg der Therapie zu überprüfen, führt der Arzt zudem in regelmäßigen Abständen Ultraschalluntersuchungen durch.

Orthese Fuß Achillessehne
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Allerdings ist eine konservative Therapie nur möglich, wenn die Sehnenenden noch in Kontakt miteinander kommen können. Liegen die Sehnenenden sehr weit auseinander, können sie nicht mehr miteinander verwachsen und müssen in einer Operation verbunden werden. Eine Operation wird vor allem bei jungen Sportlern oder bei ausgeprägten Rissen durchgeführt. Der chirurgische Eingriff hat den Vorteil, dass die Achillessehne im Vergleich zur konservativen Behandlung seltener ein zweites Mal reißt. Allerdings ist der Eingriff wie jede Operation mit Komplikationen behaftet.

Bei der Operation näht ein Facharzt der Unfallchirurgie die Sehnenenden wieder zusammen. Dafür setzt er einen Schnitt direkt über der Achillessehne und öffnet den Sehnenschlauch, der die Sehne umgibt. In den meisten Fällen kommt zur Vernähung der Sehnen ein besonderes Nahtmaterial zum Einsatz, das sich nach einigen Wochen von selbst abbaut. Um den Heilungsprozess zu fördern, erhalten die Patienten im Anschluss an die OP für einige Tage einen Gips.

Sowohl bei der konservativen als auch bei der operativen Behandlung ist es wichtig, dass der Fuß so früh wie möglich wieder belastet wird. Hier kann eine eingeschränkte Bewegungstherapie sinnvoll sein. Sportliche Aktivitäten sind jedoch erst nach einigen Monaten wieder möglich.

Prognose und Dauer eines Achillessehnenrisses

Der Verlauf der Erkrankung, die Heilungsdauer und die Prognose hängen vor allem von der Behandlung ab. Mithilfe einer passenden und frühzeitigen Therapie mit betreuter Nachbehandlung durch einen Physiotherapeuten lassen sich die Funktion des Sprunggelenks und die Belastbarkeit der Sehne in vielen Fällen wieder herstellen. Nach rund 6 Monaten können die meisten Patienten wieder ohne Schmerzen Sport treiben oder sogar an Wettkämpfen teilnehmen. Leistungssportler können nach einem Riss der Achillessehne hingegen selten an ihre vorherigen Erfolge anknüpfen und müssen ihre Karriere in vielen Fällen beenden.