ACP-Therapie mit Eigenplasma an Schulter und Ellenbogen

In den letzten Jahren ist sehr viel Aufmerksamkeit auf die Entwicklung von biologischen Verfahren, den so genannten ACP- oder Eigenplasmatherapien, zur Behandlung von Sehnenerkrankungen an Schulter und Ellenbogen gerichtet worden. Man versteht darunter das Einspritzen von Anteilen des eigenen Blutes der Patienten an geschädigte Sehnenstrukturen, die normalerweise wenig und im Fall einer Schädigung überhaupt nicht mehr durchblutet sind. 

Wie das Verfahren genau funktioniert und wirkt, erfahren Sie hier!


Dieser Text wurde verfasst von unseren Experten Prof. Dr. med. Markus Loew und Dr. med. Sven Lichtenberg

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

ACP-Therapie mit Eigenplasma an Schulter und Ellenbogen - Weitere Informationen

Das Wirkungsprinzip der biologischen Eigenbluttherapie

Die Wirkungsweise der ACP-Therapie beruht auf natürlichen Wachstums- und Heilfaktoren, die bei jedem Menschen im Blutplasma (flüssige Blutbestandteile) vorhanden sind. Diese speziall aufbereiteten Blutbestandteile werden durch eine Injektion an die geschädigten und kaum durchbluteten Sehnen in hochkonzentrierter Form verabreicht.

Der Körper ist dann selbst in der Lage, die Reparatur der geschädigten Sehne durchzuführen. Wie bei der Heilung eines Knochenbruchs können so die verletzten Sehnenstrukturen wieder zusammenwachsen. 

Vorteile des biologischen Behandlungsverfahrens ist, dass es nahezu keine Nebenwirkungen kommt. Auf Zusätze wie Kortison kann verzichtet werden. Das Verfahren kann eine Operation überflüssig machen oder den Behandlungserfolg eines Eingriffes positiv begleiten.

Blutplasma in Reagenzgläsern
© romaset / Fotolia

Vorgehensweise der Behandlung mit aufbereitetem Plasma

Das sogenannte ACP (=autologes conditioniertes Plasma) enthält in hoher Konzentration Eiweißkörper und Wachstumsfaktoren, die der Körper zur Eigenreparatur produziert. Es wird durch die Entnahme von 10 Millilitern Eigenblut aus der Armvene des Patienten gewonnen, anschließend zentrifugiert und von den vorhandenen Zellen, z.B. den roten und weißen Blutkörpern und den Blutplättchen gereinigt. Das entstandene Konzentrat wird dann in die unmittelbare Nachbarschaft der erkrankten Sehnen eingespritzt. 

Einsatzmöglichkeiten der ACP-Therapie

Die ACP-Therapie wird bei orthopädischen Erkrankungen eingesetzt. Besonders gut geeignet sind das teilweise stark beanspruchte Schultergelenk und der Ellenbogen.

Schmerzen in der Schulter
© yodiyim / Fotolia

Schulter

Bei unvollständigen (Teil)rissen in der Rotatorenmanschette (Rotatorenmanschettenruptur) kann das Plasma die Selbstheilung der Sehne unterstützen und die örtliche schmerzhafte Entzündung zum Abklingen bringen. Bei vollständigen Rissen wird das ACP verwendet, um nach einer arthroskopischen Naht die Heilung und Regeneration der operierten Sehne zu unterstützen. Die Wirksamkeit dieser Therapie ist durch mehrere Studien nachgewiesen.

Kanüle mit Blut
© pixelstore / Fotolia

Ellenbogen

In der Anwendung der Plasmatherapie ist der Ellenbogen einer der größten Gewinner. Die Injektion von ACP ist den in der Praxis am meisten eingesetzten Verfahren, der Injektion von Kortison oder Schmerzmitteln, deutlich überlegen. So können in vielen Fällen chirurgische Eingriffe vermieden werden.