Verstopfung - Medizinische Experten

Unter Verstopfung (Obstipation, Darmträgheit, Konstipation) versteht man eine deutlich verzögerte Stuhlentleerung gegenüber dem individuellen Normalfall, etwa nur alle 3-4 Tage. Der Stuhl ist dabei hart und trocken, die Entleerung schwierig. Die Verstopfung kann mit Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Blähungen einhergehen. In vielen Fällen bringt schon eine Umstellung der Lebensgewohnheiten Besserung.

Weitere Informationen zu Verstopfung finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

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Verstopfung - Weitere Informationen

Was sind mögliche Ursachen einer Verstopfung?

  • ballaststoffarme Ernährung
  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Bewegungsarmut
  • seelische Belastungen, Hektik, Stress
  • Ernährungsumstellung während oder nach einer Reise
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Schwangerschaft (hormonelle Umstellung)
  • bestimmte Erkrankungen, z.B. Diabetes mellitus
  • Ursachen akuter (plötzlich auftretender) Verstopfungen können auch Darmtumoren, Störungen der Darmbewegung (Peristaltik) nach Operationen und Unterdrückung der Stuhlentleerung auf Grund von Schmerzen bei Erkrankungen der Analregion sein

Was tun bei Verstopfung und zu ihrer Vorbeugung?

Bei chronischer Verstopfung sollte eine Änderung der Lebensgewohnheiten vorgenommen werden. Im Wesentlichen geht es dabei darum, mehr Ballaststoffe zu sich zu nehmen, mehr zu trinken und sich mehr zu bewegen. Erst wenn diese Maßnahmen nicht greifen, sollten Abführmittel benutzt werden – und auch dann nur kurzfristig und möglichst unter Absprache mit dem Arzt. Bei Dauergebrauch verursachen die meisten Abführmittel schwere gesundheitliche Schäden. Die Darmtätigkeit kann sich dann noch weiter verringern und es kann zu chronischen Darmerkrankungen kommen. Mit dem erneuten Griff zu Abführmitteln entsteht ein regelrechter Teufelskreis, sehr schnell kommt es zu einer Abhängigkeit von Abführmitteln.

Wenn neben der Verstopfung andere Beschwerden auftreten, starke Schmerzen oder Blut im Stuhl vorliegen, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen gegen Verstopfung

Die Ernährung sollte schrittweise auf eine ballaststoffreiche Kost mit mind. 30g Ballaststoffen pro Tag umgestellt werden. Damit sich der Darm an die Umstellung gewöhnen kann, sollte sie langsam, über mehrere Tage bzw. Wochen, erfolgen. Die möglicherweise zu Beginn auftretenden Blähungen und Missempfindungen verschwinden in der Regel nach ca. ein bis zwei Wochen.

Weißmehl sollte durch Vollkornmehl ersetzt werden (Vollkornbrot, ungeschälter Reis, Vollkornnudeln). Außerdem empfiehlt es sich, mehr Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte in die Ernährung einzubauen. Zwischendurch kann eingeweichtes Backobst gegessen werden. Die Nahrung kann auch mit Weizenkleien, Haferkleien und Leinsamenschrot angereichert werden.

Da Ballaststoffe ihre Funktion nur ausüben, wenn ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist, sollte gleichzeitig mindestens 1,5 Liter getrunken werden.

Weitere Maßnahmen, die bei chronischer Verstopfung helfen können

  • Tägliche Aufnahme von Lebensmitteln mit abführender Wirkung, z.B. Sauermilchprodukte (Joghurt, Quark, Dickmilch) und Sauerkraut
  • Einschränken des Verzehrs ballaststoffarmer Lebensmittel wie Feinmehlbackwaren und -teigwaren, Zucker, Schokolade usw.
  • Ausreichendes Frühstück oder ein Glas kalter Fruchtsaft
  • Regelmäßiges Bewegen wie Radfahren oder Spazieren gehen. Bewegungsreize stimulieren die Darmpassage der Nahrung und damit auch den Stuhlgang.
  • Yoga und andere Entspannungstechniken wie autogenes Training
  • Ansteigende und wechselwarme Fußbäder sowie kalte Wasserreize zur Anregung der Darmtätigkeit
  • Fastenwoche. Fasten regt den Stoffwechsel an und reguliert die Darmtätigkeit oft auch langfristig