Übelkeit - Medizinische Experten

Übelkeit (Nausea) ist eine Befindlichkeitsstörung, die als Symptom verschiedenster Erkrankungen auftreten kann und häufig ein Vorbote von Erbrechen ist. Oft geht Übelkeit mit anderen Beschwerden wie Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Magen-Darm-Krämpfen, Fieber, Appetitlosigkeit und Brechreiz einher. In den meisten Fällen klingt Übelkeit von alleine wieder ab. Übelkeit, die länger als drei Tage anhält oder von häufigem Erbrechen und einem schlechten Allgemeinzustand begleitet wird, sollte jedoch ärztlich abgeklärt werden.

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Übelkeit - Weitere Informationen

Definition: Was ist Übelkeit?

Übelkeit – von Medizinern auch Nausea genannt – ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten kann. Es handelt sich dabei um eine Befindlichkeitsstörung, die in der Umgangssprache auch als „flaues Gefühl“ in der Magengegend oder Brechreiz bezeichnet wird. Übelkeit kündigt oft Erbrechen an; sie kann aber auch auftreten, ohne dass der Betroffene sich daraufhin übergeben muss. Oft wird Übelkeit von weiteren Beschwerden wie etwa Schwindel, Kopfschmerzen, Fieber, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit begleitet.

Frau mit Bauchschmerzen
© Adam gregor / Fotolia

Ursachen für Übelkeit

Übelkeit entsteht, wenn das Brechzentrum im Gehirn aktiviert ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen tritt Übelkeit als Begleitsymptom einer Krankheit auf. So verursachen vor allem Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes Übelkeit. Hierzu gehören beispielsweise Magen-Darm-Erkrankungen wie eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder eine Magen-Darm-Grippe, Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Laktoseintoleranz, akute Erkrankungen im Bauchraum wie eine Blinddarmentzündung sowie Funktionsstörungen der Galle oder Leber. Aber auch Infektionskrankheiten, Migräne, eine Gehirnerschütterung, ein Sonnenstich, ein Herzinfarkt oder Angsterkrankungen können Übelkeit verursachen.

Darüber hinaus kann Übelkeit auch eine Selbstschutzmaßnahme des Körpers sein, die verhindern soll, dass schädigende Stoffe wie etwa Gifte oder verdorbene Nahrungsmittel sowie Krankheitserreger in den Magen-Darm-Trakt eindringen. So soll durch Übelkeit zum einen die Aufnahme weiterer Schadstoffe verhindert werden. Zum anderen sollen die bereits aufgenommenen Schadstoffe durch Erbrechen wieder aus dem Körper hinaus befördert werden. Übelkeit wird daher unter anderem durch Lebensmittelvergiftungen sowie durch übermäßigen Alkoholkonsum und zu üppiges Essen verursacht.

Weitere mögliche Ursachen für Übelkeit sind unter anderem psychische Erregung und Nervosität, Gleichgewichtsstörungen, Reiseübelkeit sowie magenreizende Medikamente und Medikamente, die als Nebenwirkung das Brechzentrum aktivieren (z.B. Chemotherapie). Besonders häufig tritt Übelkeit zudem bei Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel als Folge der hormonellen Umstellung auf.

Symptome bei Übelkeit

Häufig, aber nicht immer kommt es infolge von Übelkeit zu Erbrechen. Darüber hinaus kann Übelkeit noch mit Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen, unklaren Bauchschmerzen, Magen-Darm-Krämpfen, Fieber, Schweißausbrüchen, Appetitlosigkeit und Brechreiz einhergehen.

Diagnose bei Übelkeit

Um die Ursache der Übelkeit diagnostizieren zu können, wird der Arzt den Betroffenen zunächst ausführlich zur Krankengeschichte (z.B. Fragen nach bekannten Erkrankungen, die Übelkeit verursachen können), Begleitumständen (z.B. Fragen nach der Einnahme von Medikamenten oder dem Konsum von Alkohol) sowie Begleitsymptomen (z.B. Bauchschmerzen, Fieber, Schwindel) befragen. Nach dieser Befragung wird der Arzt den Patienten körperlich untersuchen. Hierbei tastet er unter anderem den Bauch ab, um ggf. Druckschmerzen oder eine gespannte Bauchdecke festzustellen, und hört die Darm- und Atemgeräusche ab.

Zur weiteren diagnostischen Abklärung können eine Untersuchung des Enddarms (rektale Untersuchung), eine Blut- und Urinuntersuchung, ein Elektrokardiogramm (EKG), eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums, eine Röntgenuntersuchung des Brust- und Bauchraums, eine Computertomographie des Kopfes oder eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt werden.

Behandlung von Übelkeit

In den meisten Fällen klingt Übelkeit auch ohne Behandlung von alleine wieder ab. Ist dies nicht der Fall, bieten sich verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Linderung der Übelkeit an. In den meisten Fällen genügt eine symptomatische Behandlung der Übelkeit mit Medikamenten oder Naturheilmitteln, die den Brechreiz unterdrücken. Wenn die Übelkeit jedoch länger als drei Tage anhält oder von häufigem Erbrechen und einem schlechten Allgemeinzustand begleitet wird, sollten die Ursachen ärztlich abgeklärt und gezielt behandelt werden.

Symptomatische Behandlung von Übelkeit

Zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die wirksam gegen den Brechreiz helfen. Hierzu gehören unter anderem die sogenannten Antiemetika und die Antihistaminika. Darüber hinaus gibt es auch viele pflanzliche Mittel, die eine harmlose Übelkeit lindern können. Hierzu gehören etwa schonende Magen-Darm-Tees mit Kamillle, Pfefferminze oder Fenchel sowie Zubereitungen aus Ingwerwurzelstock. Darüber hinaus ist es auch sinnvoll, die Übelkeit verursachenden Reize zu meiden. So genügt beispielsweise manchmal eine Umstellung der Ernährung auf eine leichte Kost und kleine Mahlzeiten.

Ursächliche Behandlung von Übelkeit

Sind die Ursachen und Grunderkrankungen, die für die Übelkeit verantwortlich sind, bekannt, sollten die Behandlung gezielt auf diese ausgerichtet sein. Liegt der Übelkeit beispielsweise eine Magen-Darm-Erkrankung oder eine Infektionskrankheit zugrunde, sollte diese gezielt behandelt werden. Ist ein nervöser Magen für die Übelkeit verantwortlich, können unter anderem Entspannungsübungen, Ausdauersport oder einfach nur Ruhe weiterhelfen. Übelkeit, die durch einen stark übersäuerten Magen verursacht wird, kann durch Medikamente gegen Sodbrennen gelindert werden.