Speiseröhrenkrebs - Medizinische Experten

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Speiseröhrenkrebs - Weitere Informationen

Der Speiseröhrenkrebs, in der medizinischen Fachsprache auch Ösophaguskarzinom genannt, ist eine bösartige Krebserkrankung der Speiseröhre (Ösophagus). Grundsätzlich wird zwischen Adeno- und Plattenepithelkarzinomen unterschieden. Während der Tumor beim Adenokarzinom seinen Ursprung im Drüsengewebe hat, geht der Krebs beim Plattenepithelkarzinom von der Haut oder der Schleimhaut aus. In Deutschland erkranken jährlich etwa 5000 Menschen am Krebs der Speiseröhre. In Süd-Ost-Asien tritt diese Krebsart noch deutlich häufiger auf.

Gastrointestinaltrakt
Der Magen-Darm-Trakt mit der Speiseröhre © pankajstock123 / Fotolia

Die Ursachen des Ösophaguskarzinoms

Warum ein Tumor in der Speiseröhre entsteht, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Die wichtigsten Risikofaktoren sind das Rauchen und ein vermehrter Konsum von hochprozentigem Alkohol. Die Genussmittel spielen insbesondere bei der Entstehung des Plattenepithelkarzinoms eine entscheidende Rolle.

Auch eine unausgewogene Ernährung mit einem geringen Anteil an Obst und Gemüse sowie der häufige Verzehr von sehr heißen Speisen und Getränken können das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Dasselbe gilt für einen Reflux, bei dem Magen- und Gallensäure aus dem Magen in die Speiseröhre fließt und das dortige Gewebe reizt. Der chronische Rückfluss von Verdauungsflüssigkeiten in den Ösophagus begünstigt vor allem die Entstehung des sogenannten Barrett-Ösophagus. Es handelt sich dabei um eine entzündliche Veränderung des unteren Ösophagusteils mit Geschwürbildung. Der Barrett-Ösophagus ist eine sogenannte Präkanzerose. Ein Großteil der Speiseröhrentumore entwickelt sich aus einer solchen Krebsvorstufe. Auch das Plummer-Vinson-Syndrom ist eine Präkanzerose, auf dessen Boden ein Speiseröhrentumor entstehen kann. Das Syndrom entwickelt sich bei einer länger bestehenden Eisenmangelanämie und ist unter anderem durch eingerissene Mundwinkel und Schluckstörungen gekennzeichnet. Ebenso kann eine Achalasie auf lange Sicht Speiseröhrenkrebs zur Folge haben. Bei der Ösophagusachalasie ist die Funktion des unteren Speiseröhrenschließmuskels gestört, sodass unter anderem unverdaute Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre zurückströmen kann.

Neben den Präkanzerosen können weitere Faktoren die Entstehung des Ösophaguskarzinoms begünstigen:

  • Infektionen mit humanen Papillomaviren
  • Vernarbungen nach Verätzungen mit Laugen
  • eine vorausgegangene Strahlentherapie zur Behandlung anderer Krebsarten
  • genetisch bedingte Verdickungen der Hornhaut an den Händen und Füßen

Speiseröhrenkrebs – die Symptome

Die Speiseröhre ist ein sehr dehnbares Organ. Beschwerden entstehen daher erst in einem späten Stadium, wenn der Tumor so groß ist, dass er die Funktionalität des Organs beeinträchtigt. Das Ösophaguskarzinom wird deshalb häufig auch als "stiller Krebs" bezeichnet. Ein Leitsymptom der späteren Krankheitsstadien ist die Dysphagie. Dabei ist der Schluckvorgang durch den raumfordernden Tumor gestört. Die Patienten nehmen dies als Schmerzen hinter dem Brustbein oder im Oberbauch wahr, die mit Druckgefühlen einhergehen.

Damit die Schluckbeschwerden überhaupt auftreten, muss der Krebs die Speiseröhre bereits um mindestens 50 Prozent verengen. Durch die Verengung der Speiseröhre ist die Nahrungsaufnahme erschwert, sodass viele Patienten keine festen Speisen mehr zu sich nehmen können. Dadurch verlieren sie innerhalb weniger Wochen mehrere Kilogramm Körpergewicht. In 70 Prozent der Erkrankungsfälle geht das Ösophaguskarzinom deshalb mit einem massiven Gewichtsverlust einher.

Rund ein Drittel der Betroffenen klagt zudem über eine Regurgitation, also ein Zurückwürgen von Nahrung, und vermehrten Speichelfluss. Tritt der Krebs im unteren Teil des Ösophagus auf, kann Hustenreiz ein mögliches Symptom sein. Drückt der Tumor zusätzlich auf den Kehlkopf oder die Stimmbänder, verursacht der Speiseröhrenkrebs auch Heiserkeit. Im fortgeschrittenen Verlauf und bei einer Metastasierung lassen sich ferner vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich tasten.

Ösophaguskarzinom – Diagnose

Vorerkrankungen sowie das Vorliegen von Risikofaktoren in Kombination mit Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Husten können als erster Hinweis auf einen möglichen Speiseröhrenkrebs gewertet werden. Zur Sicherung der Diagnose muss der Arzt jedoch eine Spiegelung der Speiseröhre vornehmen. Dabei führt er ein dünnes, schlauchförmiges und flexibles Instrument mit integrierter Lichtquelle und Kamera (Endoskop) in das Organ ein, um krankhafte Gewebeveränderungen zu finden. Zeigen sich verdächtige Areale, kann er zudem sofort eine Gewebeprobe entnehmen, die dann im Labor feingeweblich von einem Pathologen untersucht wird.

Mithilfe einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung lässt sich ferner die Tiefe des Tumors bestimmen. Größe, Verfassung und Lage der Krebsgeschwulst lassen sich hingegen am besten mithilfe einer Bariumsulfat-Röntgenuntersuchung beurteilen. Hier erhält der Patient eine Lösung mit Kontrastmittel zum Trinken. Während des Schluckvorgangs werden Röntgenbilder angefertigt, auf denen der Flüssigkeitstransport durch die Speiseröhre dokumentiert ist. Um festzustellen, ob sich der Tumor bereits außerhalb der Speiseröhre ausgebreitet hat, kann der Arzt weitere Bluttests, Röntgenuntersuchungen und Spiegelungen anderer Organe durchführen.

Die Therapie des Ösophaguskarzinoms

Die Behandlungsmethoden, die zur Therapie des Ösophaguskarzinoms zum Einsatz kommen, hängen von der Art des Tumors und dem Ausmaß der Ausbreitung ab. Das entscheidende Verfahren ist jedoch die Operation, bei der der Tumor aus der Speiseröhre entfernt wird.

Vor der Operation wird häufig eine Chemotherapie oder eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie durchgeführt, die den Tumor verkleinern soll. Ferner sollen durch diese Therapien eventuell metastasierte Krebszellen zerstört werden. Durch diese neoadjuvanten Behandlungsmethoden lassen sich die Erfolgsaussichten deutlich steigern.

In frühen Stadien werden in der folgenden Operation lediglich die oberen Anteile der Speiseröhrenschleimhaut beseitigt. Unter Umständen lässt sich die Speiseröhre so komplett erhalten. Größere Tumore erfordern jedoch in der Regel eine vollständige oder zumindest teilweise Entfernung der Speiseröhre. Zudem werden immer auch die Lymphknoten in dem betroffenen Areal ausgeräumt. Die verbleibenden Teile der Speiseröhre werden anschließend mit dem Magen verbunden, sodass auch nach der Operation die Nahrungsaufnahme möglich ist.

Der Magen fungiert dann als Speiseröhrenersatz. Ist dieser zur kurz, kann auch ein Teil des Dünndarms zur Speiseröhre umgeformt werden. Haben sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet, dient die Operation nicht der Heilung, sondern vielmehr der Linderung der Beschwerden.

Die Prognose des Ösophaguskarzinoms

Die Prognose des Ösophaguskarzinoms ist eher schlecht. Da der Tumor häufig spät entdeckt wird, haben sich bei den meisten Patienten bereits Metastasen gebildet. Eine Operation ist in der Regel bei weniger als zehn Prozent der Patienten möglich. Fünf Jahre nach der Diagnosestellung leben noch rund 15 Prozent der Patienten. Dabei gilt: Je höher der Tumor sitzt, desto schlechter sind die Überlebenschancen.