Sodbrennen - Schmerz durch Magensäure

Als Sodbrennen wird ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein bezeichnet. Dieser kann sich bis in den Rachen oder gar in die Atemwege ausbreiten. Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre eintritt und die Schleimhaut der Speiseröhre reizt. Häufig ist Sodbrennen mit saurem Aufstoßen verbunden.


Dieser Texte wurde verfasst von unserem Experten Prof. Dr. med. Robert Ehehalt

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Sodbrennen - Weitere Informationen

Wie entsteht Sodbrennen?

Man nimmt an, dass rund ein Viertel der Menschen mindestens einmal im Monat mit Sodbrennen zu tun haben. Ursache dafür sind vor allem fettige, reichhaltige Speisen, Alkohol, Rauchen oder größere Mengen von koffeinhaltigen Getränken oder Süßigkeiten. Sodbrennen tritt insbesondere dann auf, wenn ein Druck im Oberbauch entsteht, zum Beispiel indem man sich nach vorne bückt oder auch mal der Gürtel zu eng sitzt.

Sodbrennen durch Magensäure
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Meist legt sich das Sodbrennen schnell wieder. Dann spricht man von einem physiologischen Reflux. Kommt das Sodbrennen allerdings immer wieder (mehr als zweimal in der Woche) oder bleibt es andauernd, besteht der Verdacht auf eine Refluxerkrankung. Dann ist es nötig, einen Arzt aufzusuchen.

 

 

Symptome bei Sodbrennen

Häufig verursacht Sodbrennen Schmerzen, die hinter dem Brustbein lokalisiert werden können. Dazu kommt saures Aufstoßen und ein drückendes Völlegefühl im Oberbauch. Durch die Reizung der Schleimhäute und die aufsteigende Magensäure können Patienten auch zusätzlich durch Husten und Heiserkeit beeinträchtigt werden. Chronisches Sodbrennen bzw. die manifestierte Refluxkrankheit kann in schweren Fällen auch die Zähne angreifen. 

Wann kommt Sodbrennen besonders häufig vor?

Risikofaktoren für eine Refluxerkrankung sind:

  • Übergewicht,
  • Diabetes mellitus,
  • Stress,
  • langes Sitzen in vorgebeugter Haltung (zum Beispiel am Computer),
  • falsche Ernährung und Einnahme bestimmter Medikamente (Asthmamittel, Herz-Kreislauf-Mittel).

Viele Menschen haben eine Undichtigkeit am Übergang von Speiseröhre zum Magen (Hiatushernie oder Kardiainsuffizienz), die sie für Sodbrennen besonders empfindlich machen.

Immer dann, wenn Druck im Bauch entsteht, gibt der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen der Ösophagussphinkter, nach und saurer Mageninhalt tritt nach oben in die Speiseröhre. Typisch sind diese Beschwerden daher insbesondere in der Schwangerschaft.

Refluxkrankheit
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Wie kann Sodbrennen vorgebeugt werden?

Leidet man häufig unter Sodbrennen, können Allgemeinmaßnahmen zu einer Besserung führen. Dazu gehören mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen oder auslösende Speisen und Getränke zu meiden. Als Auslöser für Sodbrennen gelten Alkohol, Kaffee, Nikotin, Cola, Süßigkeiten (z.B. Gummibärchen, Schokolade) oder größere Mengen an Zitrusfrüchten. Manche Menschen reagieren auch negativ auf scharfe Gewürze oder Pfefferminzöl, oder auf Tomaten und frisches Brot.

Meist wird stilles Wasser besser vertragen als kohlensäurehaltiges. Langes Sitzen oder Tätigkeit in vorgebeugter Haltung sollte vermieden werden.

Es empfiehlt sich einen Abstand von mindestens 2 Stunden von der letzten Mahlzeit bis zum Schlafengehen einzuhalten. Bei Übergewicht sollte eine Gewichtsreduktion erfolgen.

Die oben genannten Maßnahmen helfen auch bei Sodbrennen in der Schwangerschaft.

gesunde Lebensweise
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Wann muss Sodbrennen vom Arzt behandelt werden?

Immer dann, wenn Sodbrennen häufig auftritt, anhält und sich nicht durch die oben genannten allgemeinen Maßnahmen kontrollieren lässt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Neben einer medikamentösen Therapie sollte dann die Ursache des Sodbrennens herausgefunden werden. Meist ist neben dem ungesunden Lebensstil eine Undichtigkeit (Hiatushernie oder Kardiainsuffizienz) am Übergang von Speiseröhre zum Magen zur finden. Diese ist in der Regel auf eine Bindegewebsschwäche in diesem Bereich zurückzuführen ist. Dies ist ein gutartiger Befund, muss aber von anderen Ursachen, welche ebenfalls Sodbrennen verursachenden können, abgegrenzt werden.

Zu den anderen Ursachen gehören Entzündungen der Speiseröhre, Speiseröhrendivertikel, bösartige Erkrankung des Magens oder der Speiseröhre, Medikamente (z.B. Herz-Kreislauf-Mittel oder Asthmamittel), oder eine Verkrampfung der Speiseröhrenmuskulatur (Speiseröhren- Bewegungsstörungen, Achalasie).

Die Abklärung von Sodbrennen erfolgt in der Regel durch eine Gastroskopie (Magenspiegelung). Selten sind zusätzliche Verfahren wie pH-Metrie, Druckmessung der Speiseröhre (Manometrie), Impedanzmessung oder eine Computertomographie notwendig. Röntgenuntersuchung stellen weitere mögliche Untersuchungsmethoden zur Abklärung von Sodbrennen dar.

Welche Hausmittel und Medikamente helfen schnell gegen plötzliches Sodbrennen?

Bei akutem Sodbrennen kann oft etwas warme Milch oder möglicherweise auch ein Stück trockenes Brot, Zwieback oder Haferflocken helfen. Weitere Haushaltsmittel sind Kartoffelsaft oder Kümmelöl. Auch stilles Wasser, Joghurt oder Quark können die Beschwerden mildern. Sehr gebräuchlich sind allerdings freiverkäufliche sogenannte Antazida (Maaloxan®, Riopan®), welche die Säure puffern und je nach Präparat auch schleimhautschützend wirken. Zu einer Verbesserung der Beschwerden können außerdem die pflanzlichen Präparate Iberogast® und Gaviscon® beitragen. Auch Natriumbicarbonat in Form von z.B. Bullrich-Salz® oder Kaiser Natron® wird noch heute verwendet.

Wie wird Sodbrennen vom Arzt behandelt?

Die Refluxerkrankung wird ärztlich in der Regel mit Medikamenten behandelt. Zur Verwendung kommen Protonenpumpenhemmer und, falls diese nicht vertragen werden, H2-Blocker. Beide Medikamente führen zu einer anhaltenden Verringerung der Säureproduktion des Magens. Mit diesen Medikamenten lassen sich über 90% der Patienten zufriedenstellend einstellen.

Die Medikamente können entweder als Dauermedikation oder als Bedarfsmedikation verwendet werden. Bedarfsmedikation bedeutet, dass die Medikamente erst dann eingesetzt werden, wenn Sodbrennen besteht und, nachdem die Beschwerden abgeklungen sind, wieder pausiert werden. Die Wirkung der Medikamente tritt erst nach mehr als 30 Minuten auf, sodass bei der Bedarfsmedikation häufig eine Kombination mit Antazida angewandt wird.

In der letzten Zeit hat der Einsatz des Präparates Gavicon® deutlich zugenommen. Bei Gaviscon® handelt es sich um ein in Inhaltsstoff aus Braunalgen, welches in Kontakt mit der Säure des Magens aufquillt und dadurch den Übergang von Speiseröhre zum Magen mechanisch verschließt. Dieses Präparat wird gerne in Kombination oder auch alternativ zu einem Protonenpumpenhemmer eingesetzt. Gaviscon® ist frei verkäuflich und wird nicht von der Krankenkasse übernommen.

Tabletten und Medikamente
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Nur sehr selten, wenn eine Umstellung der Lebensweise sowie die Einnahme von Medikamenten keine ausreichende Linderung verschafft, kann auch ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Hierzu stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.

Ist Sodbrennen auf die Dauer gefährlich?

Anhaltendes Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre kann zu einer Entzündung der Speiseröhre führen mit den Folgen von Blutverlust, Vernarbungen und möglicherweise Krebsentstehung. Beim Zurückfließen von saurem Mageninhalt bis zum Rachen kann die Folge eine chronische Stimmbandentzündung oder gar eine Lungenentzündung sein. Daher sollte bei anhaltenden oder häufig wiederkehrenden Sodbrennen (mehr als 2 x/Woche) eine ärztliche Diagnostik und Behandlung erfolgen.