Schluckauf - Medizinische Experten

Als Schluckauf wird die wiederholte unwillkürliche Einatmungsbewegung des Zwerchfells, auf die ein schneller und geräuschvoller Verschluss der Stimmritze folgt, bezeichnet. Die eingesogene Atemluft prallt dabei wiederholt auf die geschlossene Stimmritze und verursacht so die für einen Schluckauf typischen „Hickser“. Verursacht wird ein Schluckauf meist durch eine vorübergehende Reizung des Zwerchfellnervs. Ein Schluckauf ist in der Regel harmlos und verschwindet meist nach wenigen Minuten von alleine wieder.

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Definition: Was ist ein Schluckauf (Singultus)?

Beim Schluckauf – in der Medizin auch Singultus (lateinisch: Schluchzen, Röcheln) genannt – handelt es sich eine wiederholte unwillkürliche Einatmungsbewegung des Zwerchfells, gefolgt von einem schnellen und geräuschvollen Verschluss der Stimmritze. Ein Schluckauf entsteht, wenn sich das Zwerchfell, also die muskulöse Trennwand zwischen Brust- und Bauchraum, wiederholt krampfartig zusammen zieht und sich daraufhin die Stimmritze, also die Öffnung zwischen den Stimmbändern, die den Lufteinstrom in die Lunge kontrolliert, schließt. Aufgrund des plötzlichen Verschlusses der Stimmritze wird die Einatmung unterbrochen, so dass die Luft nicht mehr ungehindert einströmen kann. In der Folge entstehen die für den Schluckauf charakteristischen Einatmungsgeräusche, die „Hickser“.

Formen des Schluckauf (Singultus)

Es werden zwei Formen des Schluckauf unterschieden: der akute und der chronische Schluckauf. Der akute, also plötzlich auftretende Schluckauf ist zwar lästig, aber meist auch harmlos. In der Regel hört er nach kurzer Zeit, meist nach wenigen Minuten, von selbst wieder auf. Der chronische, also länger als zwei Tage andauernde oder häufig wiederkehrende Schluckauf kann dagegen die Lebensqualität eines Menschen erheblich einschränken und bedarf in jedem Fall einer ärztlichen Untersuchung und Behandlung.

Ursachen für einen Schluckauf (Singultus)

Ein Schluckauf kann verschiedene Ursachen haben. Meist liegt ihm eine vorübergehende Reizung des sogenannten Zwerchfellnervs (Nervus phrenicus) zugrunde. Eine solche Reizung kann unter anderem durch den Genuss von zu kalten bzw. zu warmen Speisen und Getränken, den Verzehr von scharf gewürztem Essen, zu große Mahlzeiten, hastiges Essen oder Trinken, Alkoholkonsum, geschluckte Luft im Magen, starke Nervosität oder Stress ausgelöst werden.

Aber auch Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Refluxkrankheit), Entzündungen im Brust- und Bauchraum (z.B. Lungenentzündung), Krebserkrankungen der Verdauungs- oder Atmungsorgane, Operationen im Bauchraum, ein Gehirntumor oder ein Schlaganfall können in seltenen Fällen für eine Reizung des Zwerchfellnervs und somit für einen Schluckauf verantwortlich sein. Darüber hinaus tritt ein Schluckauf auch gehäuft dann auf, wenn die Kohlendioxidkonzentration im Blut abnimmt, beispielsweise durch Hyperventilation. Manchmal ist auch gar keine Ursache für einen Schluckauf feststellbar.

Symptome eines Schluckauf (Singultus)

Bei einem Schluckauf verhält sich der Körper für den Bruchteil einer Sekunde so, als ob er einatmen würde. Durch das plötzlich auftretende Zusammenziehen des Zwerchfells wird der Brustraum erweitert und ruckartig Luft in die Lunge gesaugt. Bei diesem ruckartigen Einatmen von Luft verschließt sich jedoch unwillkürlich die Stimmritze, so dass die Einatmung unterbrochen wird. Die eingesogene Atemluft kann daraufhin nicht mehr ungehindert einströmen und prallt mit dem für einen Schluckauf charakteristischen „Hickser“ auf die geschlossene Stimmritze – und das nicht nur einmal, sondern mehrere Male hintereinander.

In der Regel beginnt ein Schluckauf plötzlich und hört nach wenigen Sekunden oder Minuten von alleine wieder auf. Es handelt sich dann um einen harmlosen akuten Schluckauf, der keiner ärztlichen Untersuchung oder Behandlung bedarf. Hält der Schluckauf über einen längeren Zeitraum an oder kehrt er häufig wieder, spricht man von einem chronischen Schluckauf, der von einem Arzt untersucht werden sollte.

Diagnose eines Schluckauf (Singultus)

Ein länger anhaltender oder wiederholt auftretender Schluckauf sollte von einem Arzt untersucht werden, um die genaue Grundursache festzustellen. Im Rahmen eines Anamnesegesprächs wird der Arzt den Patienten zunächst ausführlich befragen, um herauszufinden, ob harmlose Faktoren den Schluckauf verursachen. So wird der Arzt unter anderem danach fragen, wann und in welcher Situation der Schluckauf erstmals auftrat, wie lange er bereits andauert und ob er zwischenzeitlich auch mal aufgehört hat.

Lassen sich durch diese Befragung harmlose Ursachen für den Schluckauf ausschließen, werden weitere Untersuchungen notwendig. Hierzu gehören insbesondere bildgebende Verfahren wie die Magenspiegelung (Gastroskopie), eine Ultraschalluntersuchung und eine Röntgenuntersuchung der Verdauungsorgane oder Lunge. Darüber hinaus kann ein Elektrokardiogramm (EKG) des Herzens, eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens sowie eine Blutuntersuchung Aufschlüsse über die Ursachen des Schluckauf geben.

Behandlung eines akuten Schluckauf (Singultus)

Wie ein Schluckauf behandelt wird, hängt davon ab, wie lange er andauert und wodurch er verursacht wird. Ein akuter Schluckauf lässt sich in der Regel ganz leicht durch eine Reihe bekannter Tricks und Hausmittel bekämpfen, zumindest aber verkürzen. Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen wie:

  • bis zu 60 Sekunden lang die Luft anhalten
  • in eine Papiertüte atmen
  • im Sitzen nach vorne beugen oder die Knie anziehen
  • kalte Flüssigkeit trinken
  • trockenes Brot schlucken
  • sich ablenken bzw. ablenken lassen
  • die Arme kreisen

Die meisten dieser Hausmittel zielen darauf ab, die Atmung und das Zwerchfell zu beruhigen und den Kohlendioxidgehalt im Blut zu erhöhen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist zwar medizinisch nicht belegt, einen Versuch wert sind sie aber in jedem Fall.

Behandlung eines chronischen Schluckauf (Singultus)

Sollte der Schluckauf nicht von alleine verschwinden oder immer wiederkehren, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser klärt dann diagnostisch die Ursachen des Schluckauf ab und leitet eine entsprechende Therapie ein. Ein besonders lang anhaltender, quälender Schluckauf kann beispielsweise mit krampflösenden oder beruhigenden Medikamenten behandelt werden. In sehr seltenen Fällen kommt auch eine operative Therapie, etwa eine Blockade des Zwerchfellnervs, zum Einsatz. Liegen dem Schluckauf ursächliche Erkrankungen wie Entzündungen oder Tumore zugrunde, sollten gezielt diese Grunderkrankungen behandelt werden.