Onkologische Rehabilitation - Medizinische Experten

Bei der onkologischen Reha geht es darum, die funktionalen Störungen des Körpers, die als Folge einer Krebserkrankung oder ihrer Therapie aufgetreten sind, zu behandeln. Darüber hinaus werden auch psychische Veränderungen und Leiden therapiert, die durch eine Krebserkrankung entstanden sind.

Weitere Informationen zur onkologischen Rehabilitation finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Onkologische Rehabilitation - Weitere Informationen

Bei der onkologischen Rehabilitation handelt es sich um die Behandlung der Folgestörungen einer Tumorerkrankung. Sie umfasst daher nicht die Therapie von Tumorerkrankungen, sondern wird erst dann durchgeführt, wenn diese bereits restlos bekämpft wurden. Ebenso wie andere Rehabilitationsleistungen muss sie gesondert beantragt und bewilligt werden. Im Vordergrund einer onkologischen Reha steht in der Regel die Behandlung von funktionalen Störungen des Körpers, die als Folge einer Krebserkrankung oder ihrer Therapie aufgetreten sind. Darüber hinaus werden auch psychische Veränderungen und Leiden therapiert, die auf diese Weise entstanden sind.

Fotolia_79583513_XS.jpg

Wer hat Anspruch auf eine onkologische Reha?

Die Teilnahme an einer onkologischen Rehabilitation wird nur in bestimmten Fällen gewährt. Sie muss vom Sozialdienst eines Krankenhauses oder einem Facharzt beantragt werden. Bei erfolgreicher Beantragung wird sie meist pauschal für den Zeitraum von 21 Tagen bewilligt. Die Durchführung findet danach in einer spezialisierten onkologischen Rehabilitationsklinik statt. Der Anspruch auf Rehabilitationsleistungen ist jedoch an einige Voraussetzungen geknüpft.

Die grundlegende Bedingung für den Anspruch ist der ausreichende Versicherungsschutz. Diese ist immer dann erfüllt, wenn der Versicherte innerhalb der letzten beiden Jahre vor der Antragstellung für mindestens sechs Kalendermonate Pflichtbeiträge in die Krankenversicherung eingezahlt hat. Er muss dafür einer versicherten Beschäftigung oder Tätigkeit nachgegangen sein. Alternativ besteht auch dann ein Anspruch, wenn innerhalb von zwei Jahren nach einer Ausbildung durchgehend einer selbstständigen oder versicherten Tätigkeit bis zur Antragstellung nachgegangen wurde.

Weiterhin haben auch Menschen einen versicherungsrechtlichen Anspruch, die Rente von der Deutschen Rentenversicherung beziehen. Darüber hinaus genießen auch deren Ehepartner und Kinder den vollen Versicherungsschutz. Letztlich ist die versicherungsrechtliche Voraussetzung ebenfalls nach einer Wartezeit von fünf Jahren erfüllt.

Zusätzlich zu einer dieser Bedingungen müssen ebenfalls persönliche Voraussetzungen erfüllt sein. Anspruch haben nur Personen, bei denen ein bösartiger Tumor diagnostiziert wurde. Die ärztliche Diagnose eines Vorstadiums oder einer Früherkrankung genügt jedoch nicht. Des Weiteren muss ein operativer Eingriff oder eine Strahlenbehandlung abgeschlossen worden sein. Die Reha bei laufender Chemotherapie ist daher nicht möglich.

Zusätzlich ist erforderlich, dass durch die Therapie nachweislich ein beruflicher, seelischer, sozialer oder körperlicher Schaden behoben werden kann. Außerdem muss das Hauptziel der Rehamaßnahmen die Verhinderung von dauerhaften Beeinträchtigungen sein. Das Ziel der beruflichen Wiedereingliederung hingegen wird grundsätzlich nicht gefördert. Letztlich wird auch eine ausreichende Belastbarkeit für die Nachsorgebehandlung vorausgesetzt. Diese kann durch die Einschätzung des Hausarztes nachgewiesen werden.

Was zeichnet eine onkologische Rehaklinik aus?

Eine onkologische Rehaklinik bietet ihren Patienten eine breite Palette an diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Viele Einrichtungen organisieren sowohl Einzel- als auch Gruppentherapien. Dabei wird meist auf kleine Gruppen mit maximal fünf Teilnehmern geachtet. Durch eine umfassende medizinische Behandlung werden sämtliche Folgen der Tumorerkrankung effektiv behandelt oder zumindest stark gemildert.

Darüber hinaus achten viele Anbieter auf eine individuelle Therapie, die genau auf die Anforderungen und Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist. Sämtliche verordneten Maßnahmen werden vollständig auf die vorliegenden Störungen angepasst und unterscheiden sich daher bei jedem Patienten.

Des Weiteren verfügen die meisten Einrichtungen über eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Fachgebiet. Neben Rehakliniken für Patienten mit Lungenkrebs gibt es auch zahlreiche Institutionen, die sich auf die Nachsorge von Brustkrebspatientinnen spezialisiert haben. Oftmals setzen diese unmittelbar an der Verbesserung der Beweglichkeit und des Lymphabflusses an. Neben individuellen Hauttherapien wird meist auch eine Sprachschulung angeboten, die vor allem Patienten mit entferntem Kehlkopf bei der Stimmrehabilitation hilft.

Außerdem legen onkologische Rehakliniken stets großen Wert auf eine umfassende Physiotherapie. Neben einem Bewegungs- und Entspannungstraining erhalten Patienten meist auch eine tiefgreifende Ernährungsberatung.

Physiotherapie

Darüber hinaus sind vor allem vielfältige Vorträge zu kreativen Themengebieten wie Musik, Kunst und Tanz in vielen Fällen sehr nützlich. Diese helfen dem Patienten bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft und unterstützen ihn daher in seinem Genesungsprozess. In einer umfassenden Sozialberatung erhalten Reha-Teilnehmer weiterhin Unterstützung bei der Arbeitssuche.

Letztlich steht vielerorts auch die psychologische Behandlung im Fokus der Klinik. Die Bewältigung der Erkrankung sowie deren Therapie wird meist durch psychoonkologische Maßnahmen eingeleitet. Diese spezielle Therapieform wird nur von wenigen Fachtherapeuten angeboten. Sie zeigt dem Patienten jedoch, wie dieser mit den schweren psychischen Belastungen der Krebserkrankung umgehen kann. Auf diese Weise wird die Entstehung von Depressionen und Verhaltensstörungen vermieden.

Wo gibt es diese Kliniken?

Onkologische Rehabilitationskliniken gibt es an nahezu jedem Ort in Deutschland. Insgesamt haben sich mehr als 900 Kliniken im gesamten Bundesgebiet auf die Rehabilitation nach Krebserkrankungen spezialisiert. Patienten können ihre Rehabilitationseinrichtung jedoch nicht immer selbst wählen. Nach einem bewilligten Antrag informiert die Deutsche Rentenversicherung den Patienten sowohl über die Dauer als auch über den Ort und die Art der Reha. Die exakten Termine übersenden die Kliniken jedoch meist selbst.

Oftmals ist die Deutsche Rentenversicherung bereit, die Wünsche und Anregungen eines Patienten bezüglich der Region oder einer speziellen Einrichtung zu berücksichtigen. Dabei wird jedoch vorausgesetzt, dass das hauptsächliche Rehabilitationsziel in der gewünschten Einrichtung mit der gleichen Wirkung und vor allem auf ebenso wirtschaftliche Weise erreicht werden kann. Vergleichspunkt ist immer die Klinik, die von dem Sachbearbeiter des Rentenversicherungsträgers für den Patienten ausgewählt wurde.

Wer übernimmt die Kosten eines Klinikaufenthalts?

Die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation müssen in Deutschland hauptsächlich von den Krankenkassen sowie den Rentenversicherungsträgern übernommen werden. Dieser Grundsatz wurde im Sozialgesetzbuch IX festgeschrieben. Im Bereich der onkologischen Rehabilitation fungiert insbesondere die Deutsche Rentenversicherung (DRV) als Hauptkostenträger. Diese übernimmt sowohl für Rentner, Erwerbstätige als auch für erwerbsgeminderte Menschen einen Großteil der entstehenden Gebühren.

Für die Übernahme der Kosten setzt die Deutsche Rentenversicherung jedoch voraus, dass der Betroffene in Deutschland ordnungsgemäß krankenversichert ist und die Notwendigkeit der onkologischen Rehabilitation nachweisen kann. Zusätzlich wird in einigen Fällen ebenfalls eine stationäre Nachsorge übernommen. Diese muss jedoch im Sinne einer Festigungsmaßnahme durchgeführt werden. Diese Voraussetzung ist immer dann gegeben, wenn der Betroffene die Erwerbsfähigkeit zurückerlangen möchte. In sämtlichen anderen Situationen fungieren die Krankenkassen als Hauptkostenträger. Dennoch zahlen Patienten pro Behandlungstag stets 10 Euro selbst.