Magenverkleinerung - Medizinische Experten

Magenverkleinerung ist ein Überbegriff für Operationen, welche bei Adipositas (Fettleibigkeit) durchgeführt werden können, um das Volumen des Magens zu verkleinern und somit eine übermäßige Kalorienzufuhr zu stoppen. Bei übergewichtigen Patienten, welche die Kriterien für eine Magenverkleinerung erfüllen, sind die Operationsrisiken als gering im Vergleich zu den Spätfolgen der krankhaften Adipositas zu werten.

Weitere Informationen zur Magenverkleinerung finden Sie im Text weiter unten.

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Magenverkleinerung - Weitere Informationen

Wann liegt Adipositas (Fettleibigkeit) vor?

An Übergewicht (= BMI >25) leiden in Deutschland derzeit ca. 58,9 % der Männer und 47,6 % der Frauen, an Adipositas (=BMI>30) 15,4 % der Männer und 15,9 % der Frauen. Die Anzahl der Übergewichtigen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, die Gründe hierfür sind vor allem in mangelnder körperlicher Betätigung und ungesunder, hochkalorischer Ernährung zu finden.

Der so genannte BMI (= Body-Mass-Index) ist ein sich aus Größe und Gewicht berechnender Wert (Körpergewicht [kg] / Körpergröße zum Quadrat [m²]), welcher in der Medizin zur Klassifizierung des Gewichtes verwendet wird. Als medizinisch gesundes Normalgewicht gilt ein BMI zwischen 20 und 25, ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas. Die Adipositas wird in drei Grade eingeteilt (BMI > 30 = Grad I, BMI > 35 = Grad II, BMI > 40 = Grad III).

Langjähriges Übergewicht zieht häufig Begleiterkrankungen wie z.B. Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen (wie ein erhöhter Cholesterinspiegel) mit kardiovaskulären Risiken oder Diabetes mellitus mit Spätfolgen wie Nieren-, Nerven-, Gefäß- und Augenschädigung nach sich.

Wann wird eine Magenverkleinerung durchgeführt?

Durchgeführt werden Magenverkleinerungen ausschließlich bei Patienten mit starkem Übergewicht (BMI > 35) und damit verbundenen Begleiterkrankungen (wie z.B. Bluthochdruck und Diabetes mellitus) oder mit krankhaftem Übergewicht (BMI > 40). Außerdem sollte für wenigstens 12 Monate eine konservative (d.h. nicht operative) Behandlung nach definierten Qualitätskriterien stattgefunden haben und organische und anders behandelbare Ursachen des Übergewichtes (wie z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion und andere hormonelle Erkrankungen) müssen ausgeschlossen worden sein.

Methoden zur Magenverkleinerung

Die drei häufigsten Methoden zur Magenverkleinerung in Deutschland sind:

  • die Herstellung eines Schlauchmagens (Sleeve-Gastrektomie),
  • die Magenbypass-Operation und
  • die Implantation eines Magenbandes.

Bei der Herstellung des Schlauchmagens wird ein großer Teil des Magens entfernt. Dieses Verfahren stellt ein rein restriktives, also das Magenvolumen verkleinerndes Verfahren dar.

Bei dem Magenbypass wird neben der Verkleinerung des Magens die Resorptionsstrecke (= die Strecke des Dünndarms, in welcher die Aufnahme von Nährstoffen erfolgt) verkürzt.

Bei dem Magenband wird ein Band um den Magen gelegt, welches mit einem Schlauch mit einer Kammer unter der Haut verbunden ist. Dadurch ist es möglich, je nach Bedarf das Magenband mit mehr oder weniger Flüssigkeit zu füllen und so den Durchlass des Speisebreis von dem kleinen Vormagen durch das Band in den Hauptmagen zu senken oder zu steigern.

Alle drei Operationen können laparoskopisch (Schlüssellochtechnik) durchgeführt werden, was nach der Operation deutlich weniger Wundschmerz verursacht sowie eine schnellere Mobilisation und frühere Entlassung aus dem Krankenhaus ermöglicht.

Risiken und Chancen bei einer Magenverkleinerung

Jede Magenverkleinerung ist mit einem, wenn auch geringen Risiko behaftet. Zu den perioperativen (im zeitlichen Umfeld des Eingriffs) Risiken bzw. möglichen Komplikationen zählen Wundheilungsstörungen oder kardiovaskuläre Probleme wie Thrombosen. Zu möglichen Spätkomplikationen zählen Verwachsungen oder Narbenbrüche, das Risiko dieser Spätkomplikationen ist durch die Einführung der laparoskopischen Operationstechnik jedoch deutlich verringert worden. Insgesamt sind bei übergewichtigen Patienten, welche die Kriterien für eine Operation erfüllen, die Operationsrisiken als gering im Vergleich zu den Spätfolgen der krankhaften Adipositas zu werten.

Welche Nachbehandlung erfordert eine Magenverkleinerung?

Nach jeder dieser magenverkleinernden Maßnahmen ist eine postoperative ärztliche Nachsorge notwendig. So ist beispielsweise immer nach einer Magenbypassoperation und häufig nach einer Schlauchmagenoperation lebenslang eine Vitaminsubstitution von Vitamin B12 in Form einer dreimonatigen Spritze indiziert. Die Lage eines Magenbandes sollte regelmäßig endoskopisch (durch eine Magenspiegelung) kontrolliert werden.

Zur langfristigen Gewichtsreduktion ist eine konsequente Ernährungsumstellung unter ärztlicher Aufsicht zwingend erforderlich.

Fazit zur Magenverkleinerung

Die Effektivität adipositaschirurgischer Maßnahmen ist für jedes Verfahren unterschiedlich, jedoch insgesamt durch eine Vielzahl von klinischen Studien belegt. Mit der Gewichtsreduktion bessern sich in der Regel auch die Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen wie z. B. ein erhöhter Cholesterinspiegel.

Autor: Prof. Dr. med. Matthias Pross