Fettleber - Medizinische Experten

Die Fettleber (Steatosis hepatis) ist eine vor allem in den westlichen Industrieländern häufig auftretende Lebererkrankung, die durch eine vermehrte Fetteinlagerung in den Leberzellen gekennzeichnet ist. Verursacht wird die Fettleber meist durch chronischen Alkoholmissbrauch, Fehlernährung sowie Diabetes. So sind insbesondere Alkoholiker und übergewichtige Menschen von einer Fettleber betroffen. Eine Fettleber verursacht meist keine bzw. nur uncharakteristische Beschwerden. Hierzu gehören unter anderem ein leichtes Druckgefühl im rechten Oberbauch sowie Übelkeit und Appetitlosigkeit.

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Definition: Was ist eine Fettleber (Steatosis hepatis)?

Bei der Fettleber – auch Steatosis hepatis genannt – handelt es sich um eine krankhafte Veränderung der Leber, die entsteht, wenn der Körper mehr Fette bildet oder von außen erhält, als er abbauen oder aus der Leber abtransportieren kann. Im Lebergewebe lagern sich dann vermehrt bestimmte Fette (sogenannte Triglyceride) ab und führen so zu einer allmählichen Verfettung der Leberzellen (Hepatozyten). Der Übergang von einer gesunden Leber zur Fettleber ist dabei fließend. Im Allgemeinen wird erst dann von einer Fettleber gesprochen, wenn mehr als 50 Prozent der Leberzellen Fettablagerungen aufweisen oder der Gewichtsanteil der Fette in der Leber mehr als 10 Prozent des Gesamtgewichts der Leber ausmacht.

Je nachdem wie groß das Ausmaß der Leberverfettung ist, unterscheiden Mediziner bei der Fettleber drei verschiedene Schweregrade, und zwar die leichte bzw. milde Fettleber (Grad 1), die mäßige Fettleber (Grad 2) und die starke bzw. schwere Fettleber (Grad 3). Zudem wird je nach Ursache zwischen zwei verschiedenen Formen von Fettlebererkrankungen unterschieden: der alkoholischen und der nicht alkoholischen Fettleber.

Häufigkeit einer Fettleber (Steatosis hepatis)

Die Fettleber ist eine Erkrankung, die vor allem in den westlichen Industrieländern mit großer Häufigkeit auftritt und dort zu den häufigsten Lebererkrankungen gehört. So sind in Europa und den USA schätzungsweise 40 Prozent der Bevölkerung von einer Fettleber betroffen.

Ursachen für eine Fettleber (Steatosis hepatis)

In den westlichen Industrieländern wird die Fettleber in den meisten Fällen durch zu häufigen und übermäßigen Alkoholkonsum, Übergewicht (Adipositas) und Diabetes mellitus vom Typ 2 verursacht. Weitere mögliche Ursachen für eine Fettleber sind Fettstoffwechselstörungen, die längerfristige Einnahme bestimmter leberschädigender Medikamente (etwa Kortison oder Aetylsalizylsäure), erhöhte Triglyzeridwwerte und eine falsche Ernährung bzw. Mangelernährung. In Einzelfällen lässt sich die Ursache der Fettleber auch nicht bestimmen.

Symptome einer Fettleber (Steatosis hepatis)

Eine reine Fettleber ruft in den meisten Fällen entweder gar keine oder lediglich uncharakteristische Symptome hervor. Zu den eher uncharakteristischen Beschwerden, die bei einer Fettleber auftreten können, gehören leichte Schmerzen oder ein Druck- bzw. Völlegefühl im rechten Oberbauch sowie Appetitlosigkeit, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen. Auch Fieber und eine Gelbfärbung der Haut (Ikterus) können bei einer Fettleber auftreten. Meist treten diese Symptome aber erst dann auf, wenn die Fettleber in eine Fettleberentzündung (die sogenannte Fettleberhepatitis) übergeht.

Diagnose einer Fettleber (Steatosis hepatis)

Die Diagnose einer Fettleber erfolgt in der Regel anhand der Krankengeschichte des Betroffenen (Anamnese), einer körperlichen Untersuchung, einer Blutuntersuchung und einer Ultraschalluntersuchung des Bauchs. Bei der Erhebung der Krankengeschichte fragt der Arzt zunächst nach den Beschwerden und bestehenden Erkrankungen sowie den Ernährungsgewohnheiten und dem Alkoholkonsum des Betroffenen. Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Bauch ab, um festzustellen, ob die Leber krankhaft vergrößert ist. Im Rahmen der labordiagnostischen Blutuntersuchung lassen sich erhöhte Leber- und Fettwerte im Blut nachweisen. Die Ultraschalluntersuchung des Bauches zeigt die für eine Fettleber typischen Veränderung.

Um die Diagnose der Fettleber bestätigen und die Ursachen und das Ausmaß der Fettleber bestimmen zu können, ist eine Punktion der Leber (sogenannte Leberbiopsie) notwendig. Hierbei entnimmt der Arzt unter örtlicher Betäubung mit einer speziellen Hohlnadel eine kleine Gewebeprobe aus der Leber, die er anschließend im Labor mikroskopisch untersuchen lässt.

Behandlung einer Fettleber (Steatosis hepatis)

Eine spezifische Behandlung der Fettleber selbst, etwa mit Medikamenten, ist nicht möglich. Vielmehr geht es bei der Therapie der Fettleber darum, die Ursachen der Fetteinlagerung in der Leber zu beseitigen oder zu verringern , die Lebensgewohnheiten umzustellen und die Grunderkrankung zu behandeln. In der Regel bedeutet dies für Betroffene, dass sie, je nach Ursache der Fettleber, auf Alkohol verzichten und bei bestehendem Übergewicht ihre Ernährung umstellen und abnehmen müssen.

Wichtig ist auch eine ausgewogene Ernährung mit viel Eiweißen und Vitaminen und ausreichend Bewegung. Diabetiker sollten zudem darauf achten, dass ihre Blutzuckerwerte gut eingestellt sind. Und auch eventuell bestehende Fettstoffwechselstörungen sollten behandelt werden.

Prognose bei einer Fettleber (Steatosis hepatis)

Die Prognose ist bei einer Fettleber in der Regel gut. So lassen sich die meisten Leberverfettungen in der Regel rückgängig machen und heilen, sofern die Ursachen möglichst schnell beseitigt und die Grunderkrankungen ausreichend behandelt werden. Ohne Gegenmaßnahmen kann eine Fettleber aber unter Umständen in eine Fettleberentzündung und schließlich in eine Leberzirrhose, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt, übergehen. Dies gilt vor allem für die alkoholbedingte Fettleber.