Blut im Stuhl - Medizinische Experten

Blut im Stuhl ist immer ein Alarmsignal, das eine Abklärung erfordert, woher das Blut kommt. Es darf keinesfalls unterschätzt werden, auch wenn bei 99 Prozent der Fälle eine gutartige Ursache besteht. Um zu sehen, woher das Blut kommt, muss der Darm angeschaut werden. Am häufigsten entsteht Blut im Stuhl durch Hämorrhoiden, die aber meistens keiner Behandlung bedürfen. Generell ist der sofortige Gang zum Arzt ratsam, sobald man Blut im Stuhl entdeckt hat.

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Blut im Stuhl - Weitere Informationen

Blut im Stuhl – aber (unbegründete) Angst vor der Darmuntersuchung

Der Gang zum „Darm-Doktor“ gilt immer noch als eher unbequem: Die Angst vor Darmuntersuchungen ist aber längst unbegründet, dank der modernen, sanften Methode der Endoskopie.

Die sanfte Endoskopie garantiert einen schonenden „Darm-Spaziergang“. Mit den modernsten Endoskopen ist fast berührungslos ein Blick in die innersten Organe möglich – und der Arzt hat gleichzeitig einen eigenen Ausgang für Instrumente, mit denen Polypen entfernt werden, die in der Darminnenwand bösartige Zellen - und schließlich einen Tumor bilden können. Erkennt und entfernt man diese Wucherungen früh genug, ist das Darmkrebsrisiko beseitigt. Dank ständig optimierter Technik gibt es immer bessere Möglichkeiten, Tumore von innen zu entfernen.

Die Untersuchung selbst ist ein Kinderspiel: Man entgleitet durch eine ebenfalls sanfte Betäubung in die Traumwelt, wacht nach ca. einer halben Stunde wieder auf – und hat absolut nichts gemerkt.

Blut im Stuhl und die Gefahren verschiedener Krankheiten

Blut im Stuhl kann auf die folgenden Krankheiten hinweisen.

  • Analfissur: Wunden im Analkanal, die spontan entstehen. Man weiß noch nicht genau, warum die Schleimhaut einreißt, aber Analfissuren sind gutartig und dank einer Lasertherapie leicht zu behandeln. Auch Nitrosalben können helfen.
  • Angieodysplasie: Angeborene Gefäßmissbildungen, die bluten können. Diese kann ein geübter Arzt leicht stillen. Diese Missbildungen, die manchmal auch stärkere Blutungen hervorrufen, können jedoch mittels einer Laserbehandlung beseitigt werden.
  • Darmpolypen: Verdickungen der Schleimhaut, die Vorstufen von Darmkrebs sein können und deshalb keinesfalls unterschätzt werden dürfen. Für Gastroenterologen gilt es, diese frühzeitig zu erkennen und zu entfernen. Deshalb der ständige Aufruf an Männer und Frauen, sich spätestens ab dem 40. Lebensjahr einer Darmuntersuchung zu unterziehen.
  • Hämorrhoiden: Sehr häufig auftretende Blutpolster, die "platzen" und dadurch Blut im Stuhl verursachen können. Aber sie haben nur dann eine Bedeutung, wenn sie zu ständigen Blutungen führen oder den Träger immer wieder ärgern (Juckreiz oder erhöhte Feuchtigkeit). In der Regel reicht es, dafür zu sorgen, dass man einen weichen und geformten Stuhlgang hat. Nur wenn die Hämorrhoiden bei jedem Stuhlgang herausfallen oder immer wieder zu Blutungen führen, behandelt man sie durch das Abbinden, die Ligatur. Wichtig für Betroffene ist extreme Sauberkeit durch Abduschen und Abtrocknen mit einem weichen Frotteehandtuch. Hämorrhoiden sollten inklusive des Dickdarms vom Facharzt untersucht werden.
  • Colitis ulcerosa: Chronische Entzündung des Dickdarms, deren Ursachen noch nicht ganz genau abgeklärt sind. Aber diese Entzündung kann durch Medikamente abgeschwächt bis ausgebremst werden.
  • Gastritis: Entzündung der Magenschleimhaut, die in drei große Gruppen unterteilt wird: 1. Die Autoimmune: Das sind Störungen im Immunsystem, hervorgerufen durch Magenschleimhaut-Entzündungen, die auch Typ A-Gastritis genannt werden und die zu Magenkrebs und Magenlymphomen prädestiniert sind. Sie führen dazu, dass man das wichtige Vitamin B 12 nicht mehr aufnehmen kann. Früher, als man das B 12 noch nicht spritzen konnte, sind oft Menschen daran gestorben. Nummer zwei ist die bakteriell ausgelöste Gastritis, die B-Gastritis. Meistens oder fast immer hervorgerufen durch Heliokobakter-Bakterien. Diese Gastritis ist gut heilbar, indem das Bakterium tot geschlagen wird. Die B-Gastritis ist auch die Gastritis, die mit Zwölffingerdarm- und Magengeschwüren einher geht, und die Gastritis, die zum Magenkrebs prädisponiert – wie Typ A übrigens auch. Drittens: Die chemisch-toxisch ausgelöste Gastritis oder auch C-Gastritis. Diese kann unter anderem durch Rauchen und auch oft durch Reflux von Gallensäuren im Magen hervorgerufen werden - und kann auch durch Medikamente bedingt sein.
    Daneben gibt es noch weitere, aber seltenere Formen der Gastritis.
  • Magenblutung: Magenblutungen gibt es zum Glück immer seltener, weil die Medikamente immer besser werden und die Menschen diese immer frühzeitiger bekommen. Die Ursachen sind zumeist Magengeschwüre, Magentumore, Gefäßmissbildungen und weitere, seltenere Ursachen.
  • Mallory-Weiss-Syndrom: Schleimhaut-Einrisse, die durch häufiges Aufstoßen hervorgerufen werden, bedingt durch fettiges Essen und Alkohol. In der Regel ungefährlich, aber auf jeden Fall abklärungsbedürftig!
  • Morbus Crohn: Chronische Entzündungen, die in allen Abschnitten des Gastro-Intestinaltraktes auftreten können, meist aber die untersten Abschnitte des Dünndarms und den Dickdarm betreffen. Die Krankheit ist nicht zu heilen, aber durch Medikamente zu beeinflussen.
  • Gastroenteritis: Meist viral ausgelöste Entzündungen, die kurzzeitig zu Beschwerden und Unwohlsein führen und in der Regel wieder spontan ausheilen.
  • Messenterial-Infarkt: Ein ganz schlimmes Krankheitsbild, ausgelöst dadurch, dass ein Abschnitt des Dünn- oder Dickdarms kein Blut mehr bekommt. Entweder, weil die Gefäße so verkalkt sind, dass sie zugegangen sind – oder, weil ein kleiner Embolus aus dem Herzen "abgeschossen" wurde und ein Gefäß akut verstopft hat. Hierbei ist es extrem wichtig, dass sofort die richtige Diagnose gestellt und auch eine Therapie eingeleitet wird, weil die Patienten sonst an den Giftstoffen sterben könnten.
  • Pseudomembranöse Kolitis: Eine Entzündung, die durch das Gift entsteht, das Bakterien produzieren – auch „Clostridium difficile“ genannt. Diese Entzündung entsteht als häufigste Situation fast immer nach Antibiotika-Therapien. Bei der Endoskopie erkennt man die Erkrankung, die wie Häubchen auf der Schleimhaut aussieht.
  • Divertikulitis: Eine Entzündung, die den Darmabschnitt betrifft, in dem die Divertikel sitzen. In Deutschland haben mehr als 50 Prozent der Menschen Divertikel. Ein Krankheitsbild, das von ganz harmlos bis tödlich verlaufen kann. In der Regel wird die Divertikulitis durch konservative Therapie behoben (Freispülen des Darms von Divertikeln und Antibiotika).
  • Vaskulitis: Eine Entzündung der Gefäße, die häufig bei Immunerkrankungen auftritt. Auch der Magen-Darm-Trakt kann mitbeteiligt sein. Manchmal eine sehr gefährliche Krankheit, aber gottlob sehr selten.

Autor: Dr. Albert Eimiller