PTCA - Medizinische Experten

Die Abkürzung PTCA steht für Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Erweiterung von verengten Herzkranzgefäßen. In der Praxis haben sich neben dem Kürzel PTCA ebenfalls die Begriffe koronare Ballonangioplastie sowie Ballondilatation etabliert.

Weitere Informationen zur PTCA finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

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PTCA - Weitere Informationen

Als Angioplastie werden sämtliche Verfahren bezeichnet, die eine Weitung von Gefäßeinengungen zum Ziel haben. Mediziner führen diese Behandlungsmethode jedoch nur bei kurzstreckigen Engstellen in den Herzkranzgefäßen durch. Diese werden meist durch eine Angina Pectoris oder einen Herzinfarkt ausgelöst.

Wie wird die PTCA durchgeführt?

Die PTCA erfolgt stets als Teil eines komplexen Herzkatheter-Eingriffs. Bei diesem wird ein Ballonkatheter zur Engstelle des erkrankten Herzgefäßes geschoben und so stark aufgeblasen, bis die Verengung wieder geweitet ist. Der Ballonkatheter selbst befindet sich dabei auf einem stabilen Führungsdraht, der mit einem dünnen sowie biegsamen Kunststoffschlauch ummantelt wurde. Auf diese Weise gelangt schließlich die Luft in den Ballon. Meist nutzen Mediziner für diesen Eingriff die Oberschenkelarterie als Eingang, um in die Aorta (Hauptschlagader) zu gelangen.

Das Einführen des Katheters muss präzise durchgeführt werden. Selbst minimale Fehler können gravierende Schäden hervorrufen und für den Patienten lebensbedrohlich enden. Aus diesem Grund erfolgt die gesamte Operation unter dauerhafter Röntgenkontrolle. Mithilfe des Katheters spritzt der durchführende Arzt fortwährend Röntgen-Kontrastmittel in die Arterie sowie die Hauptschlagader. Auf diese Weise überprüft er direkt am Röntgenbildschirm die exakte Position des Ballons.

Nachdem der Katheter an der Zielposition angelangte, wird er meist für zehn Sekunden aufgebläht. Manchmal dauert dieser Vorgang jedoch auch 30 Sekunden oder noch länger. Dadurch wird sichergestellt, dass sich das verengte Gefäß wieder weitet. In der Regel wiederholt der Arzt diesen Vorgang mehrfach, um eine dauerhafte Weitung zu gewährleisten. Jeder Arbeitsschritt wird fortwährend am Monitor überwacht.

PTCA mit Stent-Implantation

PTCA-Verfahren nutzen die elastische Grundeigenschaft der Blutgefäße aus, um eine Verengung zu behandeln. Gefäße werden grundsätzlich entweder von Verkalkungen oder von anderen Ablagerungen verengt. Diese presst der behandelnde Arzt jedoch durch das Aufblähen des Ballons tief in die Gefäßwand hinein. Auf diese Weise wird in neun von zehn Fällen der Grad der Verengung so stark reduziert, dass die Durchblutung wieder ohne Einschränkungen abläuft. In den übrigen Fällen kommt es hingegen erneut zu einer Verengung des Gefäßes.

Die zweite PTCA kombinieren Ärzte oftmals mit der Implantation eines Stents. Dabei handelt es sich um eine kleine Gefäßstütze, die dafür sorgt, dass sich das Gefäß nicht noch einmal verengt. Meist besteht es aus einem röhrenförmigen Metallgitter, das gemeinsam mit dem Ballon zur Zielposition geführt wird. Der Stent wird während des Aufblasens fest an die Gefäßwand gedrückt und verbleibt an dieser Position. Auf diese Weise stellt er sicher, dass sich die Gefäße nicht erneut verengen können.

PTCA stent NIH
Einsatz eines Stents nach der PTCA

Welche Komplikationen können bei einer PTCA auftreten?

Bei der PTCA treten grundsätzlich nur sehr selten Komplikationen auf. Lediglich in weniger als einem Prozent aller Fälle kommt es in direkt bei der Herzkatheteruntersuchung zu ernsten Problemen. Die jeweilige Komplikationsrate hängt jedoch stets von den individuellen Risikofaktoren ab. Aus diesem Grund müssen Ärzte vor diesem Eingriff sämtliche Begleiterkrankungen abklären, um das persönliche Risiko so niedrig wie möglich zu halten.

Nach einer PTCA kommt es jedoch häufig zu schmerzenden Blutergüssen an der Einstichstelle. Diese werden zusätzlich durch die Einnahme von Gerinnungshemmern begünstigt. Zu einem massiven Blutverlust kommt es trotz der erheblichen Ausdehnung der Blutgefäße nur in seltenen Fällen. Oftmals entsteht durch die Behandlung lediglich eine örtliche Ausweitung an der punktierten Schlagader. Diese wird jedoch meist durch einen komprimierenden Druck von außen behoben.

Bekannte Risiken der PTCA

Schließlich besteht bei jeder PTCA die Gefahr, dass die als Eingang dienende Schlagader durch die Punktion mit ihrer benachbarten Vene verbunden wird. Wenn diese Anomalie auftritt, muss sie schnellstmöglich chirurgisch behoben werden. Darüber hinaus sind auch Nervenverletzungen als Komplikation einer PTCA bekannt. Diese können von einem leichten Taubheitsgefühl bis zur vollständigen Lähmung des Beins reichen.

Des Weiteren kommt es meist zu einem leichten Herzstolpern. Ernste Herzrhythmusstörungen, die eine elektrische oder medikamentöse Behandlung erfordern, treten jedoch nur selten auf. In einigen Fällen hat sich ebenfalls eines der Blutgerinnsel oder Cholesterinklümpchen von der Schlagader gelöst und ist in eine hirnversorgende Schlagader gelangt. Diese Komplikation löst stets einen lebensbedrohlichen Schlaganfall aus.

Tödliche Komplikationen, die direkt während der Katheterdehnung auftreten, sind selten. Sie können jedoch insbesondere bei Risikopatienten auftreten. Aus diesem Grund sollten bei erhöhtem Risiko stets alternative Behandlungsmethoden abgeklärt werden.

Einfluss der PTCA auf die Prognose der koronaren Herzerkrankung

In der Medizin gilt der positive Einfluss der PTCA auf die Symptome der koronaren Herzerkrankung als sicher belegt. Deshalb wird dieses Verfahren standardmäßig bei allen Schweregraden der Krankheit eingesetzt. Die prognostische Wirkung ist jedoch noch immer umstritten. Aktuell konnte noch für keine der gängigen Behandlungsformen dieser Krankheit eine prognostische Wirkung zweifelsfrei nachgewiesen werden. Darunter zählt neben der medikamentösen Therapie ebenfalls die Bypass-Chirurgie.

Obwohl die Symptome eines Patienten durch die PTCA deutlich verbessert werden, wurde bisher noch kein positiver Effekt auf deren Sterblichkeit belegt. Lediglich Patienten mit einem Myokardinfarkt in sehr frühem Stadium wird ein kleiner Überlebensvorteil nach der PTCA zugesprochen.