Kreislaufzusammenbruch - Medizinische Experten

Bei einem Kreislaufzusammenbruch handelt es sich um einen kurzzeitigen Verlust des Bewusstseins. Zu dieser Bewusstlosigkeit kommt es durch eine zu geringe Durchblutung des Gehirns. Bekannt ist der Kreislaufzusammenbruch auch unter Begriffen wie Synkope, Kreislaufkollaps, Blackout und Ohnmacht.

Weitere Informationen zum Kreislaufzusammenbruch finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

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Kreislaufzusammenbruch - Weitere Informationen

Ein Kreislaufzusammenbruch kann verschiedene Ursachen haben. In der Regel kommt es bei einem Kreislaufzusammenbruch zu einer kurzen Ohnmacht. Der Betroffene wacht schnell wieder auf und kann sich orientieren. Häufig gehen Kreislaufzusammenbrüche mit einer Schwächung der Haltespannung der Muskulatur einher, wodurch es zu Stürzen kommt. Oftmals können sich Patienten nach einer Synkope nicht mehr an die Ohnmacht erinnern. Nicht verwechselt werden dürfen Synkopen mit Durchblutungsstörungen des Hirnstamms und epileptischen Anfällen.

Welche Symptome gehen einem Kreislaufzusammenbruch voraus?

Häufig kündigt sich ein Kreislaufzusammenbruch durch bestimmte Symptome wie

  • Blässe,
  • Schwindelgefühle,
  • Übelkeit,
  • vermehrtes Schwitzen und
  • Herzklopfen

an. Manche berichten auch von einem Schwarz-werden-vor-den-Augen. Stellt ein Betroffener diese Anzeichen bei sich fest, ist es wichtig, sich zu schützen. Nicht selten verletzen sich Betroffene in Folge einer Ohnmacht. Es kommt zu einem unkontrollierten Sturz und je nach Position und Umgebung können dadurch leichte oder schwere Verletzungen entstehen.

Ärzte raten daher, sich bei den oben genannten Anzeichen hinzulegen oder hinzusetzen. Bei einigen Erkrankungen wie bei Herzrhythmusstörungen treten diese Warnzeichen häufig nicht auf. In diesen Fällen kann es zu schweren Verletzungen durch Stürze kommen. Wie lange die Bewusstlosigkeit dauert, ist individuell verschieden. Bei den meisten Betroffenen dauert die Ohnmacht jedoch nicht länger als eine Minute.

Welche Ursachen kann ein Kreislaufzusammenbruch haben?

Zu einem Kreislaufzusammenbruch kommt es durch die Minderdurchblutung des Gehirns. Diese kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. In der Regel lassen sich Synkopen auf das Herz, den Kreislauf oder das Gehirn zurückführen.

Liegt die Ursache der Synkope am Kreislauf, sprechen Mediziner von einer vasovagalen Synkope. Hier reagiert das Nervensystem über und es kommt zu einem plötzlichen Kreislaufzusammenbruch. Schmerzen, Angst und Stress gehören zu den möglichen Auslösern. Auch das plötzliche Aufstehen, eine Einengung des Halses und die Aufnahme einer üppigen Mahlzeit (betrifft überwiegend ältere Personen) können eine Synkope verursachen.

Bei Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehlern, einem Herzinfarkt oder einer Herzschwäche kann es ebenfalls zu einer Ohnmacht kommen. Diese Herzerkrankungen können eine vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns verursachen.

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Von Bionerd - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Link

Zu den weiteren Ursachen eines Kreislaufzusammenbruchs gehören Verengungen der zum Gehirn führenden Blutgefäße sowie Erkrankungen des Gehirns wie Gehirntumore, Schlaganfälle und Entzündungen der Hirnhäute oder des Gehirns.

Neben Störungen von Gehirn, Herz und Kreislauf können auch psychische Ausnahmezustände wie Panikattacken, Medikamente, hormonelle Schwankungen während der Menstruation und ein großer Flüssigkeitsverlust in Folge von Fieber oder Durchfall zu einer Ohnmacht führen.

So leisten Sie Erste Hilfe bei einem Kreislaufzusammenbruch

Wenn Sie erleben, wie ein Mensch das Bewusstsein verliert, dann leisten Sie umgehend Erste Hilfe. Es ist zudem wichtig, dass Sie den Rettungsdienst verständigen, da eine Ohnmacht auch auf eine ernste Erkrankung hinweisen kann.

Im ersten Schritt überprüfen Sie, ob der Betroffene ansprechbar ist. In vielen Fällen dauert ein Kreislaufzusammenbruch nicht lange und der Betroffene reagiert schnell wieder auf Ansprache. Die Durchblutung des Gehirns funktioniert im Liegen besser, weshalb es in der Regel schnell zu einer Besserung des Zustands kommt. Lagern Sie zusätzlich die Beine des Patienten hoch, um die Durchblutung noch weiter zu verbessern.

Ist der Betroffene nicht ansprechbar, verständigen Sie sofort den Notarzt. Wenn Sie keine Atemgeräusche hören, beginnen Sie mit einer Herzdruckmassage. Starten Sie mit 30 Kompressionen und führen Sie anschließend zwei Beatmungen durch. Diese Maßnahmen müssen bis zum Eintreffen des Notarztes fortgeführt werden.

In jedem Fall sollten Sie einen Notarzt verständigen, wenn der Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen des Gehirns vorliegt. Der Betroffene muss dann vom Notarzt betreut und ins Krankenhaus transportiert werden.

Welche Behandlung erfolgt bei einem Kreislaufzusammenbruch?

Die Behandlung eines Kreislaufzusammenbruchs hängt von der Ursache ab. Ist der Betroffene eigentlich gesund und handelt es sich lediglich um vorübergehende Kreislaufstörungen, dann ist keine spezielle Therapie notwendig. Allerdings gibt es Maßnahmen, um zukünftig einer Synkope vorzubeugen.

Häufig ist die Abklärung einer Synkope ambulant möglich. Liegt keine lebensbedrohliche Erkrankung vor und gibt es keinen Grund zur Annahme, dass der Kreislaufzusammenbruch erneut auftritt, erfolgt die Betreuung ambulant. Eine längerfristige Überwachung und weiterführende Diagnose ist jedoch bei Personen mit Herzrhythmusstörungen und anderen Herzerkrankungen notwendig. Hier kann der Arzt eine Monitorkontrolle anordnen. Treten Kreislaufzusammenbrüche bei einer Person gehäuft auf, verordnet der Arzt ein entsprechendes Medikament.

So beugen Sie einem Kreislaufzusammenbruch vor

Wer zu Kreislaufzusammenbrüchen neigt und Herz und Kreislauf stärken möchte, kann einiges tun. Ist ein niedriger Blutdruck die Ursache für häufige Synkopen, gilt es, das Kreislaufsystem gezielt zu trainieren. Zu einem Training des Kreislaufsystems gehören

  • regelmäßige Saunagänge,
  • Wechselduschen mit kaltem und warmem Wasser sowie
  • sportliche Aktivitäten.

Es ist zudem sinnvoll, schon morgens nach dem Aufwachen im Bett Gymnastik zu betreiben und sich mit dem Aufstehen Zeit zu lassen. Gehören Sie zu den Betroffenen, dann trinken Sie täglich ausreichend und achten Sie darauf, genug Salz aufzunehmen. Eine Flüssigkeitszufuhr von 2 bis 2,5 Liter täglich gilt als ideal.

Bei vielen Betroffenen gibt es bestimmte Situationen, die das Eintreten eines Kreislaufzusammenbruchs begünstigen. Dazu gehören beispielsweise der Aufenthalt in überhitzten Räumen, langes Stehen sowie eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr. Spüren Sie erste Anzeichen einer Ohnmacht, dann ist es wichtig, dass sie sich hinsetzen oder hinlegen. Auch das Anspannen der Muskulatur, das Kreuzen der Beine und das Hocken können einen drohenden Kreislaufzusammenbruch abwenden.

Diese Maßnahmen reichen oftmals aus, um es gar nicht erst zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen zu lassen. Medikamente gelten in diesem Zusammenhang nicht als die wirkungsvollere Alternative zu den rein physikalischen Maßnahmen. Aus diesem Grund empfehlen Mediziner in der Regel diese physikalischen Maßnahmen als ersten Schritt zur Vorbeugung einer Synkope.