Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) - Medizinische Experten

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Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) - Weitere Informationen

Die kardiale Resynchronisationstherapie – abgekürzt CRT – ist eine Behandlungsmethode, die bei starker Herzschwäche mit ungleicher Herzaktion eingesetzt werden kann. Mit einer Operation wird eine bestimmte Form eines Herzschrittmachers (Dreikammerschrittmacher) eingesetzt, der wieder für einen Gleichklang der einzelnen Herzteile sorgt. Möglich ist auch eine Kombination mit einem implantierbaren Defibrillator. Ein anderer Ausdruck für CRT ist biventrikuläre Schrittmachertherapie.

Für wen ist die kardiale Resynchronisationstherapie geeignet?

Bei einer Herzinsuffizienz kommt es vor, dass die beiden Herzkammern nicht mehr im gleichen Rhythmus arbeiten. Das ist vor allem dann der Fall, wenn ein sogenannter Linksschenkelblock vorliegt, eine bestimmte Erregungsleitstörung des Herzens. Je stärker die Ungleichheit im Rhythmus der Herzkammern ist, umso schlechter ist die Arbeitsleistung des Herzens. Die Folge für den Patienten/die Patientin: Er gerät schon bei leichten Anstrengungen in Atemnot. Zudem schwächt die unnatürliche Belastung das ohnehin schon beeinträchtigte Herz noch weiter, was für den Patienten/die Patientin lebensbedrohlich werden kann. Wenn sich bei einer starken Herzschwäche die Beschwerden auch durch eine optimale Behandlung mit Medikamenten nicht deutlich bessern, kommt möglicherweise die kardiale Resynchronisationstherapie infrage.

Neben diesen Faktoren gibt es noch weitere Kriterien für den Einsatz der CRT:

  • Es besteht eine dilatative Kardiomyopathie, also eine erhebliche Vergrößerung der Herzkammern.
  • Die linke Herzkammer ist in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt.
  • Bestimmte Veränderungen im EKG deuten auf einen Linksschenkelblock hin, also auf eine Störung der Erregungsleiter in der linken Herzkammer.

Ob eine CRT für Sie infrage kommt, muss im Einzelfall Ihr Arzt/Ihre Ärztin entscheiden.

Anatomie des Herzens
Anatomie des Herzens © designua / Fotolia

Wie wird die CRT durchgeführt?

Um den Dreikammerschrittmacher einzusetzen, ist eine Operation nötig, die möglichst in einer spezialisierten kardiologischen Klinik stattfinden sollte. Manchmal ist eine Vollnarkose notwendig, in den meisten Fällen kann und sollte aber mit lokaler Betäubung operiert werden. Der Patient bekommt dabei ein schlafförderndes Mittel.

Wie auch bei anderen Herzschrittmachern platziert der operierende Arzt nun je eine Elektrode im rechten Herzventrikel und im rechten Vorhof des Herzens. Dafür werden feine Drähte in einer Vene vorwärtsgeschoben und dann am richtigen Platz fixiert. Bei der CRT wird danach eine dritte Elektrode an der linken Herzkammer angebracht.

Das Gerät selbst findet seinen Platz in der Nähe des Schlüsselbeins in einer Hautfalte, die dann nach einem Funktionstest zugenäht wird. Oft ist die Operation schon nach 70 bis 90 Minuten geschafft. Je nach Klinik ist der Eingriff ambulant oder kurzstationär geplant. Nach spätestens drei Tagen können die meisten Patienten das Krankenhaus verlassen.

Was ist nach der Operation zu beachten?

In der Klinik bekommen Sie genaue Hinweise zum Umgang mit Ihrem CRT-Gerät. In den ersten Tagen müssen Sie die Operationswunde beobachten und bei Auffälligkeiten (zum Beispiel Fieber, Rötungen oder Brustschmerzen) Ihren Arzt informieren. Sobald die Wunde geheilt ist, können Sie sich wieder ein Stück weit belasten. Nur der Arm auf der Operationsseite braucht noch vier Wochen lang Schonung, damit die Drähte gut anwachsen können.

Achten Sie darauf, dass Sie sich zunächst nicht überfordern, sondern nur langsam wieder belasten. Um das CRT-Gerät genau nach Ihren Bedürfnissen zu programmieren, ist meist noch einmal ein stationärer Klinikaufenthalt nötig. Herzfrequenz und Herzrhythmus werden genau beobachtet, dann erhält der Schrittmacher seine endgültige Programmierung. Jetzt kann der Schrittmacher seine Arbeit aufnehmen und durch gezielte elektrische Impulse die Unregelmäßigkeiten ausgleichen.

Bei regelmäßigen Nachsorgeterminen überprüft der Arzt, ob sich noch genügend Energie in der Batterie des Schrittmachers befindet. Diese Prüfung ist von außen möglich, indem ein Programmierkopf auf die Haut gelegt wird. Wie lange die Batterie hält, ist von den individuellen Einstellungen abhängig, die ebenfalls über den Programmierkopf vorgenommen werden. Wenn die Energie in der Batterie zu stark abnimmt, muss das Aggregat ausgetauscht werden. Das geschieht durch eine kleine Operation. Die Hauttasche mit dem CRT-Gerät wird geöffnet und das Gerät wird gegen ein neues ausgetauscht. Die Elektroden am Herzen können bei diesem Eingriff meist unverändert liegen bleiben, sodass die Operation schnell durchgeführt ist.

Nach Beginn der kardialen Resynchronisationstherapie bekommen Sie einen Schrittmacherausweis. Dieser enthält alle Informationen rund um den Herzschrittmacher, die für andere medizinische Behandlungen wichtig sein können. Tragen Sie den Schrittmacherausweis immer bei sich und informieren Sie andere Ärzte vor Beginn einer Behandlung über Ihr CRT-Gerät.

In welchen Abständen finden die Nachsorgeuntersuchungen bei einer CRT statt?

Die erste Nachsorge mit der genauen Programmierung findet direkt nach der Implantation statt. Nach etwa drei Monaten sollten die Einstellungen dann noch einmal überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Wenn dabei alles in Ordnung ist, genügen Kontrolltermine alle sechs Monate, unter bestimmten Umständen sogar alle zwölf Monate. Die Abstände zwischen den Nachsorgeterminen müssen verkürzt werden, wenn

  • der Austauschzeitpunkt bald zu erwarten ist,
  • bestimmte Spezialfunktionen angepasst werden müssen oder
  • die Messwerte instabil sind.

Welche Komplikationen sind bei einer CRT möglich?

Meist vertragen Patienten die kardiale Resynchronisationstherapie gut und die Operation läuft problemlos ab. Bei einigen wenigen Patienten kann es dennoch zu Komplikationen kommen, zum Beispiel zu Infektionen im Wundbereich oder Verletzungen von Blutgefäßen oder der Herzwand. Manche Patienten empfinden das CRT-Gerät unter der Haut auch über die Genesungszeit hinweg als unangenehm. Falls das auch bei Ihnen der Fall ist, wenden Sie sich an Ihren Arzt, um die Beschwerden zu verbessern.

Welche Verbesserung kann ich durch die CRT erwarten?

Das CRT-Gerät verstärkt den Blutstrom und die Leistungsfähigkeit des Herzens. Dadurch verbessern sich die Symptome der Herzschwäche bei den meisten Patienten deutlich. Die körperliche Belastbarkeit nimmt zu, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühle und übermäßige Müdigkeit nehmen ab. Dadurch finden viele Patienten zu einer ganz neuen Lebensqualität zurück. Gleichzeitig sinkt sehr deutlich die Gefahr von Krankenhausaufenthalten und lebensbedrohlichen Notfällen. Dadurch verbessert die CRT in vielen Fällen sowohl die Lebensdauer als auch die Lebensqualität der Patienten.