Hypertensive Krise - Medizinische Experten

Unter einer hypertensiven Krise, auch Bluthochdruckkrise genannt, wird ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks auf Werte von 230/130 mmHg verstanden. In manchen Fällen Sprechen Mediziner bereits von einer hypertensiven Krise ab Werten von mehr als 180/120 mmHg.

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Hypertensive Krise - Weitere Informationen

Der normale und gesunde Blutdruck eines Menschen beträgt etwa 120/80 mmHg. Die Medizin spricht von Bluthochdruck, also einer Hypertonie, wenn die Werte über 140/90 mmHg liegen. Sollte der Blutdruck noch weiter ansteigen, spricht man in der Medizin von einer Blutdruckentgleisung bzw. einer hypertensiven Krise. Diese wird auch Bluthochdruckkrise genannt. Hierunter ist ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks auf Werte von 230/130 mmHg zu verstehen; in manchen Fällen wird bereits von einer hypertensiven Krise ab Werten von mehr als 180/120 mmHg gesprochen.

Bluthochdruck

Eine Bluthochdruckkrise geht einher mit einer möglichen oder bereits akuten Schädigung von Organen wie etwa Nieren, Hirn oder Herz. Eine hypertensive Krise - und vor allem ein hypertensiver Notfall - können lebensbedrohlich sein. Sollten diese rechtzeitig und schnell behandelt werden, muss der Patient allerdings in der Regel keine Spätfolgen befürchten.

Was sind die Ursachen einer hypertensiven Krise?

Grundsätzlich können verschiedene Ursachen zu einer hypertensiven Krise führen. Auftreten kann diese beispielsweise in Kombination mit Bluthochdruckerkrankungen wie etwa einer primären oder sekundären arteriellen Hypertonie. Ebenso kann es während der Schwangerschaft zu einer hypertensiven Krise kommen, wenn die jeweilige Krankheit mit einem Bluthochdruck einhergeht.

Insbesondere Männer sind anfällig für einen plötzlichen Anstieg des Blutdrucks. In Situationen, die mit starken Belastungen und Stress einhergehen, kommt es bei ihnen zu einem vermehrten Ausstoß von Hormonen, die den Blutdruck erhöhen. Typische Ursachen für Blutdruckwerte, die über 180 mmHg liegen, sind:

  • Einnahme von aufputschenden Drogen, wie etwa Amphetamine oder Kokain,
  • starker Alkoholkonsum bzw. Alkoholentzug,
  • akute Erkrankungen der Nieren,
  • Schwangerschaftsvergiftung,
  • falsche oder fehlende Einnahme regelmäßig einzunehmender Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck,
  • Entgleisung von bereits vorhandenem Bluthochdruck, beispielsweise durch großen Ärger, Panikattacken oder übermäßigen Stress.

Woran erkennt man eine hypertensive Krise?

Eine hypertensive Krise verursacht nicht in allen Fällen deutlich sichtbare Symptome. Die Beschwerden sind vor allem bei Personen, die generell unter hohem Blutdruck leiden, oftmals uncharakteristisch. Jedoch existieren einige Anzeichen, die auf eine hypertensive Krise hindeuten können:

  • Nasenbluten,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • starkes Zittern,
  • geröteter Kopf,
  • Kopfschmerzen bzw. ein extremer Kopfdruck.

Wenn es sich hingegen um einen hypertensiven Notfall handeln sollte, fallen die Symptome deutlicher aus:

  • Beschwerden, die durch eine Angina pectoris verursacht werden (Engegefühl in der Brust),
  • Wasseransammlung in der Lunge und damit verbundene Atembeschwerden,
  • Taubheitsgefühle,
  • Sehstörungen.

Was ist der Unterschied zwischen einer hypertensiven Krise und einem hypertensiven Notfall?

Nicht jeder Blutdruck von mehr als 180 mmHg deutet jedoch auf eine hypertensive Krise hin. Kommt es zu stark erhöhten Blutdruckwerten, kann nicht nur eine hypertensive Krise, sondern auch ein hypertensiver Notfall vorliegen. Wichtig ist es bei beiden Krankheiten, dass diese möglichst schnell von einem Arzt behandelt werden. Das Risiko akuter Organschädigungen und Lebensgefahr für den Patienten besteht vor allem bei einem hypertensiven Notfall. In diesem Fall ist der übermäßig erhöhte Blutdruck ein Symptom für eine akute Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, wie etwa für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt.

Eine hypertensive Krise hingegen ist ebenso eine ernste Situation, für den Betroffenen jedoch kaum akut lebensbedrohlich und zugleich vom Arzt leicht zu behandeln.

Wie sollte eine hypertensive Krise behandelt werden?

Eine Bluthochdruckkrise ist stets ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand. Aus diesem Grund sollten der Betroffene bzw. seine Angehörigen rasch einen Notarzt rufen. Sobald dieser eingetroffen ist, wird er dem Patienten schnell wirksame Blutdruckmedikamente, entweder in Form von Infusionen und Spritzen oder als Tabletten zum Einnehmen, verabreichen. Nach dieser Erstversorgung erfolgt in der Regel der Transport ins Krankenhaus. Unter Umständen werden dem Patienten zusätzlich auch Beruhigungsmedikamente verabreicht. Kann mit der Behandlung rasch begonnen werden, muss der Patient in den meisten Fällen keine Spätfolgen befürchten.

Prognose bei einer hypertensiven Krise

Wichtigste Aufgabe bei einer hypertensiven Krise ist es, diese schnell zu erkennen und die aus dem Gleichgewicht geratenen Blutdruckwerte wieder auf ein Normalmaß zu bringen, ehe der übermäßig erhöhte Blutdruck zu Organschädigungen führt. Anders als bei einem hypertensiven Notfall fällt die Prognose bei einer hypertensiven Krise deutlich besser aus. In den meisten Fällen kann der Blutdruck innerhalb der erforderlichen Zeit mithilfe von Medikamenten auf ein Normalmaß gesenkt werden, ohne dass die Organe Schaden genommen haben.

Sollte ein hypertensiver Notfall vorliegen, ist es sehr wichtig, den Blutdruck kontrolliert und langsam abzusenken. Die letztliche Prognose ist davon abhängig, ob es gelingt, die Funktionsfähigkeit der Organe wiederherzustellen bzw. Folgeschäden, die durch Nieren- oder Augenschäden sowie einen Schlaganfall verursacht werden können, zu vermeiden.