Angina Pectoris - Medizinische Experten

Bei einer Angina pectoris handelt es sich um eines der häufigsten Symptome im Bereich der Kardiologie. Der Begriff „Angina pectoris“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Enge in der Brust“.

Weitere Informationen zur Angina pectoris finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

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Angina Pectoris - Weitere Informationen

Eine Angina pectoris verursacht Schmerzen im Brustbereich. Von Betroffenen werden diese Beschwerden häufig als brennend, drückend, dumpf und einschnürend beschrieben. Diese Schmerzen lassen sich auf eine Minderversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut zurückführen. Es ist bei einer Angina pectoris möglich, dass die Schmerzen bis in die Arme oder den Unterkiefer ausstrahlen.

Angina pectoris

Auslöser einer Angina pectoris ist in vielen Fällen eine koronare Herzkrankheit. Durch arteriosklerotische Ablagerungen kommt es zu Einengungen der Herzkranzgefäße. In der Folge können diese den Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff bzw. Blut versorgen.

Was sind die Unterschiede zwischen einer instabilen und einer stabilen Angina pectoris?

Stabile Angina pectoris

Mit dem Begriff „stabil“ ist gemeint, dass sich die Symptome stets unter denselben Umständen bemerkbar machen, der Krankheitsverlauf also konstant ist. Der Schweregrad der Angina pectoris wird dabei nicht durch die Heftigkeit des Schmerzes bestimmt, sondern durch die Art und Weise, wie die Schmerzen ausgelöst werden. Eine Angina pectoris, deren Symptome sich erst bei schweren körperlichen Belastungen bemerkbar machen, ist somit eine leichtere Erkrankungsform als eine Angina pectoris, die bereits im Ruhezustand oder bei leichten Belastungen auftritt. Gemäß der Kanadischen Herzgesellschaft wird eine stabile Angina pectoris in vier verschiedene Stadien eingeteilt:

  • Beim Stadium 1 handelt es sich um eine sehr leichte Form. Hier verursacht eine Angina pectoris keine Beschwerden im alltäglichen Leben, sondern macht sich nur bei schweren Anstrengungen bemerkbar.
  • Im Stadium 2 sind die Aktivitäten des täglichen Lebens krankheitsbedingt nur gering eingeschränkt. Die Symptome der Angina pectoris machen sich bei schnellem Gehen, beim Treppensteigen, beim Spazieren bei Kälte oder Gegenwind bemerkbar.
  • Im Stadium 3 fallen dem Betroffenen Aktivitäten des täglichen Lebens deutlich schwerer. Die krankheitsbedingten Beschwerden treten bereits beim Treppensteigen von einer Etage oder weniger in normaler Geschwindigkeit auf. 
  • Stadium 4 beschreibt eine sehr schwere Form der Erkrankung. In diesem Stadium sind selbst leichte Aktivitäten des täglichen Lebens für Betroffene nicht ohne Symptome möglich. Die Beschwerden können auch bereits in Ruhe auftreten.

Instabile Angina pectoris

Der Begriff „instabil“ zeigt an, dass sich das Ausmaß der Symptome der Angina pectoris in ihrem bisher gewohnten Charakter verändert. Sollten die krankheitsbedingten Beschwerden also zunächst nur bei schweren Belastungen auftreten und machen sie sich nun bereits bei leichten Belastungen bemerkbar, so wird dieser Wechsel als instabile Angina bezeichnet. 

Die Medizin spricht auch von einer instabilen Form, wenn die Symptome der Erkrankung früher nur unter körperlichen Belastungen zu beobachten waren, diese mittlerweile aber auch in Ruhe auftreten.

Wie erfolgt die Diagnose einer Angina pectoris?

Die Diagnose kann nur von einem Arzt, in der Regel einem Facharzt für Kardiologie, gestellt werden. Dieser wird sich zunächst nach den Beschwerden des Patienten erkundigen und wann diese typischerweise auftreten. Unter Umständen lässt sich hierdurch bereits ein Auslöser für das Auftreten der Beschwerden erkennen. Darüber hinaus ist es für den Arzt wichtig zu wissen, ob eine Besserung der Symptome eintritt, wenn der Patient ein Nitrospray einnimmt. Somit ist es dem Arzt möglich, zu erkennen, ob die vom Patienten geschilderten Beschwerden tatsächlich mit einer herzbedingten Erkrankung zusammenhängen.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird der Arzt das Herz des Patienten abhören. Auch eine Blutdruckmessung ist in diesem Fall angeraten, um einen eventuellen Bluthochdruck diagnostizieren zu können. Dieser erhöht das Risiko für eine Arterienverkalkung und schädigt die Gefäßwand von innen.

Durch ein Elektrokardiogramm (EKG) lassen sich die Aktivitäten der Herzmuskelfasern in Form einer Herzspannungskurve darstellen. Bei mehr als der Hälfte der Patienten, die unter einer Angina pectoris leiden, ist das EKG verändert. Sollte der Arzt Herzrhythmusstörungen vermuten, wird er dem Patienten zudem ein Langzeit-EKG anlegen, das vom Patienten 24 Stunden lang getragen werden muss.

Bei einer Echokardiographie kann der Arzt Veränderungen am Herzen mithilfe von Ultraschall feststellen. Zudem erlaubt diese Untersuchung dem Arzt, die Funktionsfähigkeit und den Zustand der Herzklappen und der Herzkammern zu beurteilen. Diese Untersuchungsmethode lässt sich schnell und schonend für den Patienten durchführen und zählt als eine der beliebtesten Untersuchungsmöglichkeiten bei einer Angina pectoris.

Was tun, wenn man an einem plötzlichen Engegefühl in der Brust leidet?

Bei einer instabilen Angina pectoris handelt es sich um einen akuten Notfall, da hier ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt besteht. Sollte der Patient also zum ersten Mal unter einem Engegefühl in der Brust leiden oder sich die Beschwerden durch Nitropräparate oder Ruhe nicht bessern lassen, ist sofort ein Notarzt zu rufen.

Bei einem akuten Anfall von Angina pectoris stehen Medikamente zur Behandlung zur Verfügung. Diese sogenannten Nitropräparate werden in Form von Sprays oder Kapseln eingenommen. Durch diese Nitrate erweitern sich die Gefäße, was zu einer Entlastung des Herzens führt.

Bei der Behandlung in einer Klinik erhält der Patient Sauerstoff, ASS und Heparin zur Blutgerinnungshemmung. Darüber hinaus werden ihm gefäßerweiternde Nitrate und Betablocker verabreicht.

Sollte ein Gefäßabschnitt derart verengt sein, dass nahezu kein Blut mehr durchfließen kann, lässt sich das Gefäß mithilfe einer Bypassoperation wieder erweitern.