Nesselsucht - Medizinische Experten

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Nesselsucht - Weitere Informationen

Die Medizin spricht von einer Nesselsucht oder Urtikaria, wenn Quaddeln eine Hautpartie überziehen. Die Quaddeln entstehen aus Wasseransammlungen in den oberen Hautschichten; die Haut selbst ist rot, geschwollen und juckt. Etwa jeder Vierte erkrankt im Laufe des Lebens an Nesselsucht. Meist heilt die Erkrankung innerhalb weniger Wochen ab.

Ursachen der Nesselsucht

Hautveränderungen können verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Auslösern zählen:
  • allergische Reaktionen
  • Unverträglichkeit von Medikamenten
  • Umweltreize, zum Beispiel Kälte

Die menschliche Haut besteht aus unterschiedlichen Zellarten, eine davon ist die Mastzelle. Mastzellen sind sogenannte Entzündungszellen und verfügen über den Botenstoff Histamin. Normalerweise unterstützen sie das Immunsystem, indem sie körperfremde Stoffe bekämpfen. Das Histamin sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße weiten und ihre Wände durchlässiger werden. So entstehen umschriebene Wasseransammlungen (Quaddeln) in den oberen Hautschichten.

Läuft dieser Prozess in tieferen Hautschichten ab, spricht der Arzt von einem Angioödem. Die Nervenzellen der Haut reagieren mit Juckreiz auf das Histamin. Ein Laie kann nicht beurteilen, ob die Beschwerden einer Behandlung bedürfen. Darum sollten Sie sich in jedem Fall von einem Arzt untersuchen lassen.

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Quaddeln bei der Nesselsucht

Die Symptome der Nesselsucht

Der medizinische Fachausdruck für die Erkrankung – Urtikaria – verweist auf seinen lateinischen Ursprung Urtica, was Brennnessel bedeutet; die Quaddeln ähneln tatsächlich dem Aussehen einer Hautpartie nach dem Kontakt mit den Brennhaaren dieser Pflanze.

Die Hautveränderungen bei einer Nesselsucht fallen sehr unterschiedlich aus. Manchmal entstehen einzelne, winzige Quaddeln, die Mückenstichen ähneln; in anderen Fällen verbinden sich größere Quaddeln und bedecken ganze Körperregionen. Meist bildet sich eine Quaddel nach etwa 24 Stunden von selbst zurück. Dies bedeutet nicht, dass die Krankheit damit verschwindet. Es besteht die Möglichkeit, dass sich neue Quaddeln an einer anderen Stelle bilden. Eine Nesselsucht kann über verschiedene Körperregionen wandern. Das Angioödem ist eine Variante der Nesselsucht. Diese Schwellung dringt in tiefere Hautschichten vor und bedeckt größere Flächen. Die Betroffenen berichten, dass die Hautpartien kaum jucken; stattdessen schmerzen und brennen sie. Angioödeme treten primär in folgenden Bereichen auf:

  • Handflächen
  • Fußsohlen
  • Augenlider
  • Lippen
  • Hals- und Rachenraum
Hautveränderungen im Gesicht belasten die Betroffenen oft zusätzlich. Breitet sich die Krankheit im Hals- und Rachenraum aus, erschwert sie möglicherweise das Atmen. Sehr selten begleiten Schocksymptome eine Nesselsucht, etwa nach einem Bienen- oder Wespenstich. In diesem Fall müssen Sie sofort den Notarzt verständigen.

Krankheitsformen: so vielfältig wie das Krankheitsbild

Die moderne Medizin hat mehrere Formen der Nesselsucht identifiziert. Sie unterscheidet:
  • akut-spontane Nesselsucht
  • chronisch-spontane Nesselsucht
  • induzierbare Urtikaria
  • chronische Intoleranzurtikaria
Bei der spontanen Urtikaria unterscheidet die Medizin zwei Formen, nämlich eine akute und eine chronische. Eine spontan-akute Nesselsucht dauert maximal sechs Wochen. Zu den Auslösern zählen Allergien und Infekte. Kann der Arzt keine Ursache identifizieren, diagnostiziert er eine idiopathische Urtikaria. Eine chronisch-spontane Urtikaria besteht seit mindestens sechs Wochen. Die Nesselsucht entsteht auch durch Umweltreize oder Reize im Körper selbst. Die Mediziner nennen sie induzierbare Urtikaria. Dabei unterscheiden sie folgende Unterformen:
  • physikalische Nesselsucht, zum Beispiel durch Stress, Druck, Kratzen, Kälte, Licht
  • cholinergische Urtikaria: Reaktion auf schnellen Anstieg der Körpertemperatur bei Anstrengung, heißen Bädern oder psychischem Stress
  • aquagene Nesselsucht durch Kontakt mit Wasser
  • Kontakturtikaria bei Berührung von bestimmten Materialien, zum Beispiel Kupfer

Eine chronisch verlaufende Intoleranzurtikaria entsteht, wenn der Körper auf Inhaltsstoffe bestimmter Medikamente oder Lebensmittel reagiert.

Therapie der Nesselsucht: Behandlung und Heilungsverlauf

Akut-spontane Formen der Nesselsucht heilen nach einigen Wochen von selbst ab. Der Arzt kann gegen die Quaddeln und den Juckreiz ein Antihistaminikum verordnen. Das Präparat gibt es als Gel oder Salbe und in Tablettenform. Hat ein akuter Infekt die Nesselsucht ausgelöst, klingt sie ebenfalls meist von selbst wieder ab – spätestens drei Wochen nach dem Infekt. Sie sollten dennoch mögliche Ursachen und Therapien mit Ihrem Arzt besprechen.

Bei einer chronisch-spontanen Nesselsucht behandelt der Arzt die Ursachen. Ein chronischer Infekt, wie etwa eine Nasennebenhöhlenentzündung, wird mit einem Antibiotikum behandelt. Manchmal ist eine Operation notwendig. Sobald der Infekt ausheilt, klingt auch die Nesselsucht wieder ab. Dies kann bis zu drei Wochen dauern.

Bei induzierbarer Nesselsucht forscht der Arzt mit dem Betroffenen nach den Auslösern. Reagiert ein Mensch zum Beispiel auf Kupfer, muss er den Kontakt möglichst meiden. Bei Ohrschmuck treten derartige Probleme häufig auf.

Im Fall einer Intoleranzurtikaria muss der Patient bestimmte Lebensmittel oder Medikamente vermeiden. Schmerzmittel und Entzündungshemmer (zum Beispiel ASS, Ibuprofen oder Diclofenac) können eine Nesselsucht auslösen oder verschlimmern. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, wenn Sie bereits an der Hauterkrankung leiden. Kennt der Mediziner Ihre Beschwerden, kann er auf ein unbedenkliches Präparat ausweichen. Wenn Sie den Eindruck haben, die Antihistamin-Therapie wirke bei Ihnen nicht, wenden Sie sich ebenfalls sofort an Ihren Arzt. Die Dosis reicht bei einigen Menschen nicht aus, um die Beschwerden merklich zu lindern. Nur ein Gespräch mit dem Mediziner kann dieses Problem lösen. Verändern Sie in keinem Fall eigenmächtig die Dosierung. Auch ein Antihistaminikum kann zu Nebenwirkungen führen. Hochdosierte Antihistamin-Behandlungen führt der Hausarzt nicht selbst durch. Er weist den Patienten in ein Krankenhaus ein.