Kinderwunschbehandlung - Mit gezielten Therapien zum Wunschkind

Auch wenn viele Paare sich sehnlichst ein Baby wünschen, bleiben sie oft ungewollt kinderlos. Gründe für ein Ausbleiben der Schwangerschaft gibt es viele. Eine Kinderwunschbehandlung ist dann häufig die einzige Möglichkeit, ein Baby zu bekommen.


Medizinische Fachlektorin: PD Dr. med. Melanie Henes

Dieser Artikel wurde nach den Vorgaben aktueller medizinischer Fachliteratur, Leitlinien und wissenschaftlichen Standards verfasst und sorgfältig von Medizinern geprüft.

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Kinderwunschbehandlung - Weitere Informationen

Dass Paare kinderlos bleiben, ist heutzutage keine Seltenheit. Allein in Deutschland ist jedes siebte Paar unfruchtbar. Hauptursachen sind:

  • Entzündungen, Fehlbildungen und Tumore der Eierstöcke
  • Fehlbildungen der Hoden & verklebte Samenleiter
  • hormonelle Störungen
  • Diäten und Fastenkuren
  • falsche Ernährung
  • Medikamente
  • Drogen
  • Nikotin
  • Alkohol

Die meisten Paare sind dann auf medizinische Hilfe angewiesen, um sich den Traum von einem Baby doch noch erfüllen zu können. Häufig reicht eine hormonelle Behandlung bereits aus, um schwanger zu werden. Der behandelnde Arzt muss jedoch in jedem Fall abklären, ob die Beeinträchtigung beim Mann oder bei der Frau liegt oder auch bei beiden.

Kinderwunschbehandlung erhöht Chancen auf Schwangerschaft

Was ist eigentlich eine Kinderwunschbehandlung?

Eine Kinderwunschbehandlung hilft Paaren dabei, endlich schwanger zu werden. Zu den häufigsten körperlichen Ursachen gehören hormonelle Störungen, die in erster Linie den Reifungsprozess weiblicher Eizellen betreffen. Der behandelnde Arzt wird in diesem Fall versuchen, den Zyklus mit einer Hormontherapie zu regulieren.

Neben dem Medikament Clomifen setzen viele Ärzte ein sogenanntes Follikelstimulierendes Hormon (FSH) oder das Humane Menopausengonadotropin (HMG) ein, um einen vorzeitigen Eisprung zu induzieren. Mit einer erfolgreichen Hormontherapie können Sie die Chance auf ein Baby um ein Vielfaches erhöhen, sodass eine künstliche Befruchtung unter Umständen gar nicht mehr notwendig ist.

Welche Kinderwunschbehandlungen gibt es noch?

Welche Kinderwunschbehandlung letztendlich am besten ist, wird Ihr behandelnder Arzt entscheiden. Neben einer Hormontherapie gibt es noch weitere Behandlungen, die Ihnen dabei helfen, schwanger zu werden.

Insemination

Eine Insemination führt der Arzt vor allem dann durch, wenn die Spermien eine normale oder eine nur leicht eingeschränkte Qualität und Quantität aufweisen. In diesem Fall wird das Ejakulat aufbereitet und die gut beweglichen Spermien zum Zeitpunkt des Eisprunges oder kurz davor in die Gebärmutter eingebracht.

In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Die In-Vitro-Fertilisation setzt sich aus zwei Behandlungen zusammen. Im ersten Behandlungsschritt führt der behandelnde Arzt im Regelfall eine Hormontherapie durch, um die Reifung der Eizellen zu stimulieren. Anschließend entnimmt er die Eizellen, die im Labor mit den aufbereiteten Spermien des Mannes zusammengeführt werden. Da die Befruchtung im Reagenzglas stattfindet, wird sie auch „in vitro“ genannt. Bei erfolgreicher Befruchtung, setzt der Arzt die winzigen Embryonen nach einigen Tagen zurück in die Gebärmutter.

Intrazytoplasmatische Insemination (ICSI)

Die Intrazytoplasmatische Insemination wird im medizinischen Bereich auch gerne als Mikroinjektion bezeichnet. Die Reproduktionsbiologen wenden diese Methode bei einer stark eingeschränkten Spermienqualität an, indem sie ein Spermium unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle einbringen. Nach erfolgreicher Befruchtung wird der durch Zellteilung entstandene Embryo nach einigen Tagen in die Gebärmutter eingesetzt, analog der IVF-Therapie.

 

Kryokonservierung

Eine Kryokonservierung ist die Lagerung von Eizellen in flüssigem Stickstoff. Fallen bei der IVF- oder ICSI-Therapie mehrere befruchtete Eizellen an als für die aktuelle Behandlung notwendig sind, besteht hier die Möglichkeit diese befruchteten Eizellen einzufrieren. Tritt nun keine Schwangerschaft ein oder besteht erneuter Kinderwunsch können diese befruchteten Eizellen aufgetaut und verwendet werden.

Voraussetzungen & Kostenübernahme einer Kinderwunschbehandlung

Falls Sie eine Kinderwunschbehandlung in Betracht ziehen, sollten Sie einige Voraussetzungen erfüllen. Hierzu gehören:
  • Nachweis zweier Impfungen gegen Röteln oder positiver Rötelntiter
  • ein negativer HIV- und Hepatitis B und C-Test

Die Übernahme der Behandlungskosten erfolgt grundsätzlich nur bei verheirateten Paaren, die das 25. Lebensjahr vollendet haben. Bei Frauen übernehmen die Krankenkassen normalerweise die Therapie bis zum 40. Lebensjahr. Bei Männern liegt das Höchstalter bei 50 Jahren.

Bevor die Behandlung beginnt, müssen Sie der Krankenkasse einen Behandlungsplan vorlegen, der die Notwendigkeit einer Kinderwunschbehandlung beschreibt. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen die Krankenkassen die Behandlung zu 100 Prozent.

Für die Therapie werden allerdings ausschließlich die Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet. Wenn Sie die befruchteten Eizellen einfrieren lassen (Kryokonservierung), übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. Die Höhe des Eigenanteils richtet sich nach dem Umfang der Behandlung. Mehr als drei Versuche werden allerdings in der Regel nicht bezahlt. Sobald die Schwangerschaft nach dem dritten Versuch ausbleibt, müssen Paare die nachfolgenden Behandlungen ggf.  aus eigener Tasche bezahlen.

Wer sich sehnlichst ein Kind wünscht, sollte eine Kinderwunschbehandlung in Betracht ziehen, die die Chance auf ein Baby erhöht. Neben einer Hormontherapie zählen die Insemination, die IVF und ICSI zu den häufigsten Behandlungen, die die Krankenkassen entweder zum Teil oder zu 100 Prozent übernehmen.

Zuletzt aktualisiert am 10.09.2019