Prostatakrebszentrum - Medizinische Experten

Ein zertifiziertes Prostatakrebszentrum bzw. Prostatakrebszentrum ist eine von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte medizinische Einrichtung, die auf die Diagnose, Therapie und Nachsorge von Prostatakrebs auf modernstem medizinischem Niveau spezialisiert ist. Die DKG-Zertifizierung als Prostatakrebszentrum erhalten ausschließlich Kliniken und Fachabteilungen, die große fachliche Erfahrungen und Qualitätsstandards in der Behandlung von Prostatakrebs nachweisen können und erfolgreich das von dem unabhängigen Zertifizierungsinstitut OnkoZert im Auftrag der DKG durchgeführte Zertifizierungsverfahren zum Prostatakrebszentrum durchlaufen haben.Ein zertifiziertes Prostatakrebszentrum bzw. Prostatakrebszentrum ist eine von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte medizinische Einrichtung, die auf die Diagnose, Therapie und Nachsorge von Prostatakrebs auf modernstem medizinischem Niveau spezialisiert ist. Die DKG-Zertifizierung als Prostatakrebszentrum erhalten ausschließlich Kliniken und Fachabteilungen, die große fachliche Erfahrungen und Qualitätsstandards in der Behandlung von Prostatakrebs nachweisen können und erfolgreich das von dem unabhängigen Zertifizierungsinstitut OnkoZert im Auftrag der DKG durchgeführte Zertifizierungsverfahren zum Prostatakrebszentrum durchlaufen haben.

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Prostatakrebszentrum - Weitere Informationen

Die Qualitätsstandards und Zertifizierungskriterien, die Prostatakrebszentren erfüllen müssen, wurden von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und den an der Behandlung von Prostatakrebs beteiligten Fachgesellschaften in den sogenannten „Fachlichen Anforderungen an Prostatakrebszentren“, kurz FAP, festgelegt. Diese Qualitätsstandards bilden die Grundlage für die Zertifizierung eines Prostatakrebszentrums. Im Vorfeld des Zertifizierungsverfahrens müssen medizinische Einrichtungen, die als Prostatakrebszentrum zertifiziert werden möchten, in den FAPs darlegen, wie und in welchem Umfang sie diese Anforderungen erfüllen.

Der in den FAPs festgelegte Anforderungskatalog für Prostatakrebszentren umfasst unter anderem Mindestmengen an behandelten Prostatakrebs-Fällen, eine hohe Behandlungsqualität nach einheitlichen Standards und eine interdisziplinäre Betreuung von Prostatakrebspatienten durch die verschiedenen medizinischen Fachrichtungen. Darüber hinaus fordern die FAPs von zu zertifizierenden Prostatakrebszentren unter anderem auch Patienten- und Arztbefragungen sowie regelmäßige Fortbildungsmaßnahmen.

Was ist ein zertifiziertes Prostatazentrum?

Im Gegensatz zu einem zertifizierten Prostatakrebszentrum ist ein zertifiziertes Prostatazentrum nicht nur auf die Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs, sondern auch auf die Diagnose und Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen (BPH: benigne Prostatahyperplasie) und entzündlicher Prostataerkrankungen (Prostatitis) spezialisiert. Die Zertifizierung als Prostatazentrum wird nicht von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), sondern von dem im Jahr 2004 auf (Mit-)Initiative des Bundesverbands der Prostata-Selbsthilfegruppen (BPS) entstandenen Dachverbandes der Prostatazentren Deutschlands e.V. (DVPZ) vergeben.

Der DVPZ hat es sich zum Ziel gesetzt, Behandlungszentren für Prostataerkrankungen zu etablieren, die eine interdisziplinäre Versorgung von Patienten mit den Krankheitsbildern Prostatakrebs, gutartige Prostatavergrößerung oder Prostataentzündung nach einheitlichen Qualitätsstandards gewährleisten. Nur jene Kliniken, die Mitglieder im DVPZ sind und die von relevanten Arbeitskreisen der einschlägigen Fachgesellschaften unter Einbeziehung des Bundesverbandes der Prostata-Selbsthilfegruppen vereinbarten Qualitätsstandards und Anforderungen erfüllen und im Rahmen eines Zertifizierungsverfahrens nachweisen, erhalten das Prädikat „Zertifiziertes Prostatazentrum im DVPZ e.V.“

Ein zertifiziertes Prostatazentrum gewährleistet Patienten durch ein umfassendes und integriertes Behandlungskonzept, die ausgewiesene Therapieerfahrung des ärztlichen und pflegerischen Personals, den Zugang zu Zweitmeinungen und den Kontakt zu Patientenvereinigungen und Selbsthilfegruppen hohe Qualitätsstandards bei der Diagnose und Behandlung von Prostataerkrankungen.

Welche Fachbereiche sind an einem Prostatakrebszentrum und einem Prostatazentrum beteiligt?

Eine nachgewiesene Interdisziplinarität stellt sowohl für DKG-zertifizierte Prostatakrebszentren als auch für DVPZ-zertifizierte Prostatazentren ein wichtiges Qualitäts- und Zertifizierungskriterium dar. Unter Interdisziplinarität wird zum einen die fachübergreifende Betreuung von Patienten mit Prostatakrebs bzw. Prostataerkrankungen durch die verschiedenen beteiligten medizinischen Fachbereiche verstanden. Zum anderen spielt dabei auch die soziale Betreuung der Patienten über die eigentliche Erkrankungssituation hinaus eine wesentliche Rolle.

Zu den Fachabteilungen, die in Prostatakrebszentren bzw. Prostatazentren interdisziplinär zusammenarbeiten, gehören neben der Urologie unter anderem die Onkologie, die Strahlentherapie, die Pathologie, die Radiologie und die Nuklearmedizin. Die soziale Betreuung der Patienten erfolgt in Prostatakrebszentren bzw. Prostatazentren insbesondere durch Selbsthilfegruppen, psychosoziale Dienste sowie weitere medizinische Kooperationspartner aus der Palliativmedizin und der Psychoonkologie.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit in einem Prostatakrebszentrum soll gewährleistet werden, dass Patienten die bestmögliche individuelle Therapie erhalten und in allen Phasen ihrer Erkrankung optimal betreut werden – von der Diagnose über die Behandlung, sei sie nun medikamentös, strahlentherapeutisch oder operativ, bis hin zur Nachsorge und Begleitung nach abgeschlossener Therapie.

Hintergrundinformationen zu Prostatakrebs

Bei Prostatakrebs, auch Prostatakrebs genannt, handelt es sich um eine bösartige Tumorerkrankung der Vorsteherdrüse beim Mann (Prostata). Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 63.400 Männer, meist im Alter von über 60 Jahren, an einem Prostatakrebs. Prostatakrebs stellt damit die häufigste Krebserkrankung unter Männern dar. Zudem ist das Prostatakrebs für rund 10 Prozent aller krebsbedingten Todesfälle unter Männern verantwortlich und steht damit nach Lungenkrebs und Darmkrebs an dritter Stelle der zum Tode führenden Krebserkrankungen bei Männern.

Je früher Prostatakrebs entdeckt und behandelt wird, umso besser sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Früherkennungsuntersuchungen, die Männer ab 45 Jahren einmal jährlich kostenlos in Anspruch nehmen können, kommen deshalb bei Prostatakrebs eine besondere Bedeutung zu. Für die Therapie des Prostatakrebss kommen mit der Operation, der Strahlentherapie, der Hormontherapie, der Chemotherapie und der aktiven Überwachung verschiedene Behandlungsmethoden in Frage. Es ist sinnvoll, die Behandlung in einem zertifizierten Prostatakrebszentrum von einem erfahrenen Team von Ärzten aus den verschiedenen medizinischen Bereichen durchführen zu lassen.

Ziele von zertifizierten Prostatakrebszentren und Prostatazentren

Die Begriffe „Prostatakrebszentrum“ und „Prostatazentrum“ sind nicht gesetzlich geschützt und können prinzipiell von jeder Klinik, Klinikabteilung oder Praxis verwendet werden, ohne Aufschluss über die tatsächliche Behandlungsqualität der Einrichtung zu geben. Patienten erkennen an diesen Begriffen also nicht, ob ein selbsternanntes Prostatakrebszentrum oder Prostatazentrum tatsächlich über die notwendig Erfahrung und Qualität in der Behandlung von Prostatakrebs und anderen Prostataerkrankungen verfügt.

Lediglich der Zusatz „zertifiziert“ garantiert Patienten, dass es sich um ein gemäß den Qualitätskriterien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) bzw. des Dachverbandes der Prostatazentren Deutschlands e.V. (DVPZ) geprüftes Prostatakrebszentrum bzw. Prostatazentrum handelt. Die von der DKG und dem DVPZ vergebenen Qualitätssiegel als „Zertifiziertes Prostatakrebszentrum“ und „Zertifiziertes Prostatazentrum“ verfolgen deshalb das Ziel, den betroffenen Patienten und deren Angehörigen die Sicherheit zu geben, dass sie in einem zertifizierten Prostatakrebszentrum bzw. einem zertifizierten Prostatazentrum gut aufgehoben sind und dort die bestmögliche Therapie nach den neuesten Erkenntnissen und Standards erhalten.

Darüber hinaus sollen zertifizierte Prostatakrebszentren und Prostatazentren der Verbesserung der medizinischen Versorgung von Patienten mit Prostatakrebs und anderen Prostataerkrankungen dienen. Denn durch die orts- und fächerübergreifende interdisziplinäre Versorgung der Patienten in Prostatakrebszentren und Prostatazentren kann eine hohe Qualität in der Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Prostatakrebs-Patienten am besten gewährleistet werden.

Kriterien für eine DKG-Zertifizierung als Prostatakrebszentrum

Die sogenannten „Fachlichen Anforderungen an Prostatakrebszentren“, kurz FAP, stellen die Zertifizierungskriterien für Prostatakrebszentren dar. Einrichtungen, die eine Zertifizierung als Prostatakrebszentrum anstreben, müssen im Vorfeld des Zertifizierungsprozesses zunächst, darlegen, inwieweit sie diese FAPs erfüllen. Im Rahmen eines Zertifizierungsaudits, das von unabhängigen Gutachtern des Zertifizierungsinstituts OnkoZert vor Ort in der zu zertifizierenden Einrichtung durchgeführt wird, wird anschließend überprüft, ob die Einrichtung die vorgeschriebenen und dargelegten Richtlinien auch erfüllt. Ist dies der Fall, so erhält die Einrichtung für die Dauer von drei Jahren das DKG-Zertifikat als zertifiziertes Prostatakrebszentrum. Während dieser drei Jahre erfolgen jährliche Überwachungsaudits und nach Ablauf der drei Jahre ist eine Rezertifizierung möglich.

Zu den Qualitätskriterien, die eine medizinische Einrichtung erfüllen muss, um von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) das Qualitätssiegel „Zertifiziertes Prostatakrebszentrum“ verliehen zu bekommen und dauerhaft behalten zu dürfen, gehören unter anderem die folgenden Anforderungen:
  • Behandlung von mindestens 100 Primärfällen pro Jahr, wobei alle Patienten mit der Erstdiagnose Prostatakrebs mit und ohne Metastasen, die in einem Prostatakrebszentrum vorgestellt werden und wesentliche Teile der Therapie erhalten, zu den Primärfällen zählen
  • Interdisziplinarität, d.h. Beteiligung der Fachrichtungen Urologie, Strahlentherapie, Hämatoonkologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Nuklearmedizin
  • Durchführung von wöchentlichen prätherapeutischen Konferenzen, um einzelne Patienten zum Zweck der Therapieplanung zu besprechen: Die prätherapeutischen Konferenzen können telefonisch oder als Videokonferenz stattfinden. In unklaren Fällen ist ein persönliches Zusammenkommen Pflicht. Im Anschluss an die Konferenz wird ein schriftlicher, interdisziplinärer Behandlungsplan erstellt.
  • Durchführung von posttherapeutischen Konferenzen mindestens alle vier Wochen zur Besprechung aller Primärfälle mit diskussionswürdiger Histologie, aller Patienten mit Rezidiven oder Metastasen und von zehn Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs im Jahr. Bei der Konferenz müssen alle beteiligten Fachbereiche vertreten sein und nach der Konferenz muss ein schriftliches Protokoll erstellt werden.
  • Durchführung von vierteljährlichen internen Qualitätskontrollen und Überprüfungen der Umsetzung der vorgegebenen Ziele
  • Patientenbeteiligung und Patienteninformation durch Patientenbefragungen, jährliche Patientenseminare und die Bereitstellung von Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten im Prostatakrebszentrum
  • Zugang zu Selbsthilfegruppen und Informationen zur Selbsthilfe für Patienten
  • Dokumentation der Ergebnisqualität der Behandlung

Kriterien für eine DVPZ-Zertifizierung als Prostatazentrum

Um von dem DVPZ als Prostatazentrum zertifiziert zu werden, muss eine medizinische Einrichtung nicht nur bei der Versorgung von Prostatakrebs, sondern auch bei der Versorgung von Prostatavergrößerungen und Prostataentzündungen gewisse Qualitätsstandards erfüllen. Diese Qualitätsstandards betreffen die Bereiche Diagnostik, Therapiespektren, Behandlungsabläufe, fachliche Voraussetzungen, technische, bauliche und apparative Voraussetzungen sowie Mindestfallzahlen und sind in einem Erhebungsbogen festgehalten. Ob ein zertifiziertes Prostatazentrum diese Standards erfüllt bzw. einhält wird alle drei Jahre durch externe Auditoren des DVPZ während einer Sichtung der Klinik überprüft.

Zu den Zertifizierungskriterien für Prostatazentren gehören unter anderem die folgenden Anforderungen:
  • Behandlung von mindestens 50 Prostatakrebs-Fällen
  • Behandlung von mindestens 50 Fällen von Prostatavergrößerung
  • Behandlung von mindestens 25 Fällen von Prostataentzündung (Prostatitis)
  • Zertifizierung der Klinik durch ein Qualitätsmanagementsystem (z.B. DIN EN ISO 9001)
  • Beteiligung an Indikationskonferenzen
  • regelmäßige Fortbildungen zum Thema Prostataerkrankungen 
  • Beteiligung an Prävention und Vorsorge
  • Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen 
  • Begleitung wissenschaftlicher Projekte 
  • Erfolgreiche externe Auditierung durch DVPZ-Auditoren
  • Mitgliedschaft im Dachverband der Prostatazentren Deutschlands e.V. 
  • Abschluss eines Zertifizierungsvertrages
  • Teilnahme am Zertifizierungs-Workshop
  • Erstellung eines Zentrums-Handbuches

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