Hiatushernie - Medizinische Experten

Von einer Hiatushernie, auch als Zwerchfellbruch bezeichnet, spricht man, wenn sich Teile des Magens durch eine natürlich vorkommende Lücke im Zwerchfell vom Bauchraum in den Brustraum verlagern. Ein Zwerchfellbruch ist somit genaugenommen kein Eingeweidebruch.

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Hiatushernie - Weitere Informationen

Ein Zwerchfellbruch ist kein Eingeweidebruch im eigentlichen Sinne, da es sich bei der Lücke um eine normale anatomische Struktur handelt, nämlich den sogenannten Hiatus oesophageus. Das ist die Öffnung im Zwerchfell, durch die die Speiseröhre (Ösophagus) zum Magen im Bauchraum gelangt. Da eine Hiatushernie, anders als etwa eine Leistenhernie oder eine Nabelhernie, nicht vom Körperinneren nach außen hervortritt, wird sie zu den inneren Hernien gezählt.

Formen des Zwerchfellbruchs

Prinzipiell lassen sich mit der kardiofundalen Fehlanlage, der axialen Hernie (Gleithernie) und der paraösophagealen Hiatushernie drei verschiedene Formen des Zwerchfellbruchs unterscheiden. Die kardiofundale Fehlanlage stellt die leichteste Form der Hiatushernie dar. Die Speiseröhre mündet dabei in einem stumpferen Winkel, als dem sogenannten ösophagogastralen Winkel bzw. His-Winkel in den Magen, da der Bandapparat, der den Magen am Zwerchfell befestigt gelockert ist. Beschwerden entstehen aufgrund der kardiofundalen Fehlanlage nur in den seltensten Fällen.

Bei der paraösophagealen Hiatushernie schieben sich Teile des Magens neben der Speiseröhre durch den Hiatus oesophageus von unten in den Brustraum, was zu einer Einengung des Magens und im Extremfall zum sogenannten Upside-down-Magen, bei dem der gesamte Magen oberhalb des Zwerchfells liegt, führen kann.

Bei der axialen Hernie, die auch als Gleitbruch bezeichnet wird, gleitet der obere Magenteil – wie bei der paraösophagealen Hernie auch – durch den Hiatus oesophageus nach oben in den Brustraum. Dadurch wird zusätzlich die Funktion des sogenannten Ösophagussphinkters, sprich des Schließmuskels der Speiseröhre, gestört, so dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen kann. Dies wird auch als Refluxkrankheit bezeichnet. Die axiale Hernie stellt mit einem Anteil von 90 Prozent die häufigste Form der Hiatushernie dar.

Häufigkeit des Zwerchfellbruchs

Die Hiatushernie stellt die häufigste Form einer inneren Hernie dar. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. So erleiden bei Menschen ab dem fünfzigsten Lebensjahr etwa doppelt so viele Männer wie Frauen einen Zwerchfellbruch. Insgesamt steigt die Wahrscheinlichkeit eine Hiatushernie zu erleiden mit zunehmendem Lebensalter.

Ursachen und Risikofaktoren des Zwerchfellbruchs

Ein Zwerchfellbruch kann entweder angeboren oder erworben sein. Ein erworbener Zwerchfellbruch entsteht durch eine Vergrößerung bzw. Erweiterung des sogenannten Hiatus oesophageus. Die Vergrößerung dieser natürlich vorkommenden Lücke im Zwerchfell wird meist durch eine allgemeine Bindegewebsschwäche des Zwerchfells in Verbindung mit einer länger andauernden Erhöhung des Drucks im Bauchraum verursacht. Aus diesem Grund haben vor allem Menschen mit starkem Übergewicht ein erhöhtes Risiko, eine Hiatushernie zu erleiden. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung eines Zwerchfellbruchs sind eine Schwangerschaft, ein erhöhtes Lebensalter und das männliche Geschlecht. Darüber hinaus können auch Bauchoperationen die Entstehung einer Hiatushernie begünstigen.

Symptome des Zwerchfellbruchs

Eine Hiatushernie kann, muss aber keine Symptome hervorrufen. Welcher Art die Beschwerden sind, hängt dabei davon ab, um welche Form des Zwerchfellbruchs es sich handelt. Mögliche Beschwerden, die bei einer Hiatushernie auftreten können, sind unter anderem Sodbrennen, Blutarmut (Anämie), Völlegefühl, Aufstoßen, Schluckbeschwerden und Apnoe. Darüber hinaus kann eine Hiatushernie auch Magenschmerzen oder Schmerzen im Oberbauch oder der Brust verursachen, etwa wenn es zu einer Einklemmung von Magenanteilen in der Lücke des Zwerchfells kommt.

Diagnose des Zwerchfellbruchs

Um einen Zwerchfellbruch zu diagnostizieren, wird der Arzt den Patienten zunächst im Rahmen eines Anamnese-Gesprächs zu seinen Beschwerden befragen. Berichtet der Patient dabei von Symptomen wie Sodbrennen, so kann dies auf das Vorliegen einer Refluxkrankheit und einer Hiatushernie hinweisen. Die eindeutige Diagnose eines Zwerchfellbruchs ist aber erst durch bildgebende Untersuchungen, wie beispielsweise eine Magen-Darm-Passage, eine Endoskopie der Speiseröhre, eine Magnetresonanztomographie oder eine Computertomographie möglich.

Behandlung des Zwerchfellbruchs

Leichtere Beschwerden wie zum Beispiel Sodbrennen können in der Regel zunächst medikamentös behandelt werden. Beeinträchtigt die Hiatushernie aber lebenswichtige Funktionen wie etwa die Atmung oder treten größere Beschwerden mit der Gefahr von Organverletzungen auf, muss im Rahmen der Hernienchirurgie eine Zwerchfellbruch-Operation erfolgen. Dabei stehen mit der sogenannten Fundoplikatio (entweder nach Nissen und Rosetti oder nach Toupet), der sogenannten Gastropexie bzw. Fundopexie sowie der sogenannten Hiatoplastik verschiedene Operationsverfahren zur chirurgischen Behandlung einer Hiatushernie zur Verfügung. Bei der Fundoplikatio wird eine Manschette aus Magenanteilen gebildet und um den unteren Teil der Speiseröhre gelegt. Bei der Gastropexie (Fundopexie) wird der Magen in seine normale Position gerückt und an der vorderen Bauchwand festgenäht. Und bei einer Hiatoplastik wird die Lücke im Zwerchfell (Hiatus oesophageus) enger genäht.

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