Spezialisten in zertifizierten Brustkrebszentren finden

Suchen Sie nach einem erfahrenen medizinischen Experten in der Diagnose und Behandlung von Brustkrebs? In dieser Liste finden Sie Spezialisten in zertifizierten Brustkrebszentren in Deutschland. Alle gelisteten Ärzte wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt. Bitte wählen Sie einen Standort oder Behandlungsschwerpunkt aus. Die Experten sehen Ihrer Kontaktaufnahme gerne entgegen.

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Brustkrebszentrum - Weitere Informationen

Was ist ein Brustzentrum?

Ein Brustzentrum ist eine Klinikabteilung oder ein Netzwerk aus kooperierenden Abteilungen unterschiedlicher Kliniken sowie niedergelassenen Ärzten, das auf die Diagnostik, Behandlung, Prävention und Erforschung aller Erkrankungen der weiblichen – und in seltenen Fällen auch männlichen – Brust spezialisiert ist. Die Hauptaufgabe eines Brustzentrums besteht dabei in der Diagnose, Vorbeugung und Behandlung von Brustkrebs – der häufigsten Krebsart bei Frauen. In einem Brustzentrum arbeiten die unterschiedlichsten medizinischen Fachgebiete interdisziplinär zusammen – darunter die Gynäkologie, die Onkologie, die Hämatoonkologie, die Radiologie, die Pathologie und die Psychoonkologie – um Brustkrebs zu erkennen und zu behandeln.

Der Begriff „Brustzentrum“ ist nicht geschützt und kann prinzipiell von jeder Klinik verwendet werden, ohne dass er Aufschluss über die Qualität der an einer Klinik angebotenen Brustkrebs-Diagnostik und –Behandlung gibt. Aus diesem Grund hat die Deutsche Krebsgesellschaft (DGS) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) einen Kriterienkatalog für Brustkrebszentren festgelegt, der sich an den europäischen Richtlinien der EUSOMA (European Society of Breast Cancer Specialists) für Brustkrebszentren orientiert, und ein entsprechendes Zertifizierungsverfahren entwickelt.

Was ist ein zertifiziertes Brustkrebszentrum?

Bei einem zertifizierten Brustkrebszentrum handelt es sich um eine medizinische Einrichtung, der – im Gegensatz zu einem Brustzentrum – von der Deutschen Krebsgesellschaft (DGK) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) das Qualitätssiegel „Zertifiziertes Brustkrebszentrum“ verliehen wurde. Dieses Siegel erhalten ausschließlich Klinikabteilungen bzw. Netzwerke aus Abteilungen unterschiedlicher Kliniken, die erfolgreich das seit Sommer 2003 gemeinsam von der DKG und der DGS angebotene Zertifizierungsverfahren für Brustkrebszentren durchlaufen haben und die vorgegebenen Zertifizierungskriterien des Anforderungskatalogs für zertifizierte Brustkrebszentren erfüllen.

Der Anforderungskatalog umfasst nicht nur fachliche Anforderungen wie beispielsweise Mindestmengen an diagnostizierten und behandelten Brustkrebs-Fällen pro Facharzt, sondern fordert auch eine Dokumentation der Behandlungsergebnisse sowie die Einführung eines extern anerkannten Qualitätsmanagementsystems an der Klinik, die eine Zertifizierung als Brustkrebszentrum erlangen möchte. Festgelegt wurden die sogenannten „Fachlichen Anforderungen an Brustkrebszentren“, kurz FAB, die die Basis für die Zertifizierung von Brustkrebszentren darstellen, in einem Erhebungsbogen, der von einem zu zertifizierenden Brustkrebszentrum im Vorfeld des Zertifizierungsverfahrens ausgefüllt werden muss. Hier müssen die Kliniken bzw. Klinikabteilungen darlegen, wie und in welchem Umfang sie die gestellten Anforderungen an ein zertifiziertes Brustkrebszentrum erfüllen.

Wie viele zertifizierte Brustkrebszentren gibt es in Deutschland?

Derzeit verfügen in Deutschland etwa 255 Kliniken bzw. Klinikabteilungen über das von der DKG und der DKS vergebene Qualitätssiegel „Zertifiziertes Brustkrebszentrum“ (Stand 2011). Weiteren 24 Brustzentren wurde die Zertifizierung nach den europäischen EUSOMA-Kriterien verliehen. Damit ist in Deutschland eine fast flächendeckende Versorgung von an Brustkrebs-Erkrankten gewährleistet. Allerdings sind die zertifizierten Brustkrebszentren in den deutschen Bundesländern sehr unterschiedlich verteilt. Während etwa Baden-Württemberg über 54 zertifizierte Brustkrebszentren verfügt, sind in Mecklenburg-Vorpommern nur 4 Kliniken als Brustkrebszentrum zertifiziert. Die Anzahl der Frauen mit Brustkrebs, die pro Brustkrebszentrum versorgt werden müssen, variiert daher in den deutschen Bundesländern stark.

Hintergrundinformationen zu Brustkrebs

Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, ist ein bösartiger Tumor der Brustdrüse und stellt die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. So erkrankt in Deutschland etwa jede neunte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Insgesamt werden in Deutschland jedes Jahr über 47.000 Neuerkrankungen von Brustkrebs gezählt. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören ein höheres Lebensalter sowie Brustkrebs-Fälle in der nahen Verwandtschaft, etwa bei der Mutter der der Schwester.

Die meisten Frauen, die an Brustkrebs erkranken, können heutzutage dank der Entwicklungen in der Medizin geheilt werden. Für die Brustkrebsbehandlung stehen dabei verschiedene Therapiemethoden zur Verfügung, darunter die Operation, die Chemotherapie und die Strahlentherapie. Da sich Brustkrebs in vielfältigen Erscheinungsformen äußert, kann die optimale Behandlung bei jeder Patientin unterschiedlich aussehen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Behandlung in einem zertifizierten Brustkrebszentrum von einem erfahrenen Team von Ärzten aus den verschiedenen beteiligten medizinischen Disziplinen durchzuführen.

Ziel von zertifizierten Brustkrebszentren

Da der Begriff „Brustzentrum“ nicht rechtlich geschützt ist, kann ihn prinzipiell jede Klinik verwenden. Eine Bewertung der Qualität des diagnostischen und therapeutischen Angebots eines selbsternannten Brustzentrums ist mit dem Begriff jedoch nicht verbunden. Für die betroffenen Brustkrebs-Patienten ist es dabei schwierig zu beurteilen, ob eine Klinik, die sich als Brustzentrum bezeichnet, auch tatsächlich über die notwendige Erfahrung und Qualität in der Diagnose und Behandlung von bösartigen Erkrankungen der Brust verfügt.

Das von der DKG und DGS vergebene Zertifikat als Brustkrebszentrum verfolgt daher das Ziel, den betroffenen Patienten die Sicherheit zu geben, dass sie sich in gute Hände begeben. An dem Siegel und der Zertifizierung als Brustkrebszentrum können Patienten nämlich erkennen, dass eine Klinik die von einer neutralen und angesehenen Fachgesellschaft definierten Qualitätsanforderungen erfüllt und dass deren medizinisches Team somit nachweislich zu den Spezialisten auf dem Gebiet der Diagnose und Therapie von Brustkrebs gehört.

Ein weiteres Ziel der Zertifizierung von Brustkrebszentren besteht darin, die Betreuung von Brustkrebs-Patientinnen zu verbessern und ihnen in jeder Behandlungsphase eine Behandlung zu ermöglichen, die sich an hohen Qualitätsmaßstäben orientiert und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft erfolgt.

Kriterien für eine Zertifizierung als Brustkrebszentrum nach der DKG und DGS

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) haben in einem mehr als dreijährigen Entwicklungs- und Evaluierungsprozess einen umfassenden Kriterienkatalog für Zertifizierte Brustkrebszentren – die sogenannten „Fachlichen Anforderungen an Brustkrebszentren“ (FAB) – aufgestellt und mit allen Fachgesellschaften, die an der Behandlung von Brustkrebs beteiligt sind, abgestimmt. Nur jene Kliniken, die diese FABs erfüllen, können seit Sommer 2003 nach einem objektiven Zertifizierungsverfahren, das durch das unabhängige Zertifizierungsinstitut OnkoZert durchgeführt wird, das Qualitätssiegel „Zertifiziertes Brustkrebszentrum“ erhalten.

Um das Qualitätssiegel „Zertifiziertes Brustkrebszentrum“ der DGK und DGS verliehen zu bekommen und dauerhaft besitzen zu dürfen, müssen Kliniken und Fachabteilungen, die auf die Behandlung von Brustkrebs spezialisiert sind, unter anderem die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Behandlung von ca. 100 Primärfällen von Brustkrebs pro Jahr bei der Erstzertifizierung als Brustkrebszentrum (nach 3 Jahren Behandlung von ca. 150 Brustkrebsfällen am Hauptstandort)
  • Pro Standort muss mindestens 1 Brust-Operateur mit Facharztstatus vorhanden sein, der mindestens 50 Brust-Operationen pro Jahr durchführt
  • enge, vertraglich fixierte Zusammenarbeit mit Fachleuten aus den Bereichen Radiodiagnostik (mindestens 2), Pathologie, Strahlentherapie etc.
  • Anwendung und ständige Weiterentwicklung der S3-Leitlinien der Fachgesellschaften DKG und DGS
  • Nachweis, dass das Brustkrebszentrum ein allgemein anerkanntes Qualitätsmanagementsystem (DIN ISO 9001 oder KTQ) eingeführt hat

Im Vorfeld des Zertifizierungsaudits muss ein zu zertifizierendes Brustkrebszentrum in einem Erhebungsbogen darlegen, wie und in welchem Umfang es die Zertifizierungskriterien erfüllt. Nach der Zertifizierung sind die von der DKG und DGS ausgestellten Qualitätssiegel „Zertifiziertes Brustkrebszentrum“ grundsätzlich drei Jahre gültig. Die Überprüfung, ob die FABs weiterhin erfüllt werden, erfolgt jährlich in sogenannten Überwachungsaudits. Nach Ablauf der drei Jahre erfolgt eine Rezertifizierung und bei Erfolg eine Verlängerung des Zertifikats um weitere drei Jahre.

Kriterien für eine Zertifizierung als Brustkrebszentrum nach der EUSOMA

Die Zertifizierung als Brustkrebszentrum durch die EUSOMA (European Society of Breast Cancer Specialists, früher: European Society of Mastology) erfolgt europaweit nach eigenen EUSOMA-Kriterien. Brustkrebszentren, die diese Kriterien erfüllen, erhalten nach der Überprüfung zunächst eine „Initial Certification“. Eine volle Zertifizierung als Brustkrebszentrum kann von den Kliniken nach fünf Jahren beantragt werden.

Um durch die EUSOMA als Brustkrebszentrum zertifiziert zu werden, muss eine Klinik oder Fachabteilung im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens unter anderem die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Behandlung von über 150 neuen Brustkrebsfällen pro Jahr
  • Vorhandensein eines Kernteams, das aus 2 spezialisierten Brust-Operateuren, Radiologen etc. besteht
  • Die 2 spezialisierten Brust-Operateure müssen pro Jahr jeweils über 50 Brustkrebs-Patientinnen operieren und über 50 Prozent ihrer Zeit Brusterkrankungen widmen
  • Jeder Radiologe muss pro Jahr mindestens 1000 Mammographiefälle lesen (5000 Fälle proJahr bei der Teilnahme an Screeningprogramm, Doppellesen bei weniger als 3000 Mammographien pro Jahr)
  • Durchführung von Konferenzen vor und nach jeder Brustkrebs-Operation für jede Patientin
  • Vorhandensein separater Räume und speziellen Personals (z.B. Brustkrebsschwestern = Breast Care Nurse)
  • Ausführliche Dokumentation jedes Brustkrebsfalles in dazu geeigneten Computer-Datenbanken, um Vergleiche zu ermöglichen

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