Medizinische Experten in zertifizierten Zentren finden

Arzt-Klinikqualität

Zertifizierte Zentren sind medizinische Einrichtungen, die im Rahmen eines Zertifizierungsverfahrens nachgewiesen haben, dass sie über eine hohe Behandlungsqualität und fachliche Erfahrung auf einem bestimmten Schwerpunktgebiet der Medizin verfügen. In zertifizierten Zentren arbeiten medizinische Spezialisten der unterschiedlichsten medizinischen Fachgebiete interdisziplinär und gegebenenfalls auch standortübergreifend zusammen, um den Patienten eine ganzheitliche Versorgung in allen Phasen ihrer Erkrankung und Behandlung und eine noch schnellere kompetente, moderne und reibungslose Medizin gewährleisten zu können.

Die Zertifizierung medizinischer Kompetenzzentren wird durch die Zertifizierungsinstitute der jeweiligen Fachgesellschaften verliehen. Im Falle von Krebserkrankungen ist dies etwa das unabhängige Zertifizierungsinstitut OnkoZert, das im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) Zertifizierungen vornimmt. Zertifikate für medizinische Kompetenzzentren, die auf chirurgische Eingriffe an bestimmten Körperorganen spezialisiert sind, werden dagegen von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) vergeben.

Medizinische Experten für folgende Fachkategorien im Bereich Zertifizierte medizinische Zentren finden

BrustkrebszentrumDarmkrebszentrumEndometriosezentrumGynäkologisches KrebszentrumHautkrebszentrumKopf-Hals-TumorzentrumLungenkrebszentrumProstatakrebszentrumStroke UnitZentrum für Adipositas und metabolische ChirurgieZentrum für Chirurgie des Magens und der SpeiseröhreZentrum für Chirurgische EndoskopieZentrum für HernienchirurgieZentrum für Knochenmark- und BlutstammzelltransplantationZentrum für chirurgische Koloproktologie

Spezialisten für folgende Behandlungsschwerpunkte finden

AÄBCDEFGHIJKLMNOÖPQRSTUÜVWXYZ9
A
B
D
E
F
G
H
K
L
M
N
P
S

Was ist das Ziel von zertifizierten Zentren?

Die Zertifizierung von medizinischen Kompetenzzentren zielt insbesondere darauf ab, für Patienten die Versorgungsqualität in den verschiedenen medizinischen Schwerpunktgebieten, etwa bei der Diagnostik und Behandlung bestimmter Krebserkrankungen oder chirurgischer Erkrankungen, zu erhalten und zu verbessern. Zum einen soll dies dadurch geschehen, dass sich zertifizierte Zentren dazu verpflichten, bestimmte Qualitätskriterien einzuhalten und Behandlungen nach den geltenden Leitlinien der verschiedenen Fachgesellschaften durchzuführen. So soll eine hohe Qualität der Behandlungsabläufe gewährleistet werden.

Zum anderen soll die Versorgungsqualität durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Fachbereiche in zertifizierten Zentren verbessert werden. Durch die Bündelung von Kompetenzen und die bessere Koordination zwischen den einzelnen, zusammengeschlossenen Kliniken und Fachabteilungen sollen nämlich die strukturellen Abläufe verbessert, die Entscheidungswege verkürzt, die vorhandenen Ressourcen und Infrastrukturen optimal genutzt und das fachübergreifende Know-how der medizinischen Spezialisten optimiert werden. Den behandelnden Ärzten steht in zertifizierten Zentren das fachübergreifende Know-how des gesamten Zentrums zur Verfügung. Sie können also medizinische Spezialisten anderer Fachbereiche direkt zu Rate ziehen und die diagnostischen und therapeutischen Ressourcen des gesamten Zentrums standortübergreifend nutzen.

Ein weiteres Ziel zertifizierter Zentren besteht darin, Patienten bei der Suche nach einer geeigneten medizinischen Einrichtung für ihre Krankheit zu unterstützen. An dem Zertifikat können Patienten nämlich erkennen, dass es sich bei dem medizinischen Kompetenzzentrum nachweislich um eine Einrichtung handelt, die die Qualitätsanforderungen und Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften erfüllt. Sie können sich also sicher sein, dass die Behandlung in zertifizierten Zentren durch qualifizierte und erfahrene medizinische Spezialisten und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft erfolgt und sich an hohen Qualitätsmaßstäben orientiert.

Was für zertifizierte Zentren gibt es?

In den letzten Jahren haben sich in den verschiedenen medizinischen Schwerpunktgebieten mehrere Arten von zertifizierten Zentren herausgebildet. Die Abläufe des Zertifizierungsverfahrens sowie die Anforderungskriterien an zertifizierte Zentren wurden dabei von den jeweiligen beteiligten Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Arbeitsgemeinschaften festgelegt. Kliniken, Fachabteilungen und medizinische Spezialisten, die auf die ganzheitliche Versorgung von Krebs-Patienten spezialisiert sind, können sich von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) je nach Schwerpunkt als Organkrebszentrum, onkologisches Zentrum oder Onkologisches Spitzenzentrum zertifizieren lassen.

Medizinische Einrichtungen und medizinische Spezialisten, die sich schwerpunktmäßig mit bestimmten chirurgischen Erkrankungen und Prozeduren beschäftigen, können von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) eine Zertifizierung als medizinisches Kompetenzzentrum in einem bestimmten chirurgischen Fachgebiet (z.B. Magenchirurgie, Leberchirurgie, Schilddrüsenchirurgie) erhalten. In Anlehnung an die Zertifizierungsverfahren der DKG und der DGAV sind zudem auch in anderen medizinischen Fachbereichen Initiativen für die Zertifizierung medizinischer Kompetenzzentren entstanden, darunter beispielsweise die EndoCert-Initative zur Zertifizierung von Endoprothetikzentren.

Zertifizierte Zentren der Deutschen Krebsgesellschaft

Die Zertifizierung von Kliniken und Fachabteilungen, die die hohen Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft an die Versorgung von Krebs-Patienten erfüllen, gliedert sich in drei Stufen der onkologischen Versorgung. Die Basis bilden die sogenannten Organkrebszentren, die auf die Behandlung einer bestimmten Tumorart (z.B. Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs etc.) spezialisiert sind. Zu diesen Organkrebszentren gehören die zertifizierten Brustkrebszentren, die zertifizierten Darmkrebszentren, die zertifizierten Lungenkrebszentren, die zertifizierten Prostatakrebszentren, die zertifizierten gynäkologischen Krebszentren, die zertifizierten Hautkrebszentren, die zertifizierten neuroonkologischen Tumorzentren, die zertifizierten Kopf-Hals-Tumor-Zentren sowie die zertifizierten Pankreaskarzinomzentren.

Die zweite Stufe der DKG-Zertifizierung bilden medizinische Einrichtungen, in denen medizinische Spezialisten mehrere Tumorerkrankungen unter einem Dach diagnostizieren und behandeln. Diese Kliniken können sich als onkologisches Zentrum zertifizieren lassen. Onkologische Zentren, deren Schwerpunkt nicht nur auf der Versorgung von Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen, sondern auch auf der Forschung und Lehre liegt, können in der dritten Stufe eine Zertifizierung als onkologisches Spitzenzentrum erlangen.

Zertifizierte Zentren der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) zertifiziert Kliniken und Fachabteilungen, die auf bestimmte chirurgische Erkrankungen und Prozeduren spezialisiert sind und ihre große Erfahrung, Kompetenz und Qualität auf diesem Gebiet nachweisen können. Hierzu gehören:

  • Zentren für Chirurgische Proktologie, auch Koloproktologische Zentren genannt, die schwerpunktmäßig Enddarmoperationen, beispielsweise bei Hämorrhoiden oder Analfisteln, durchführen,
  • Zentren für Chirurgische Erkrankungen des Pankreas, die auf Operationen an der Bauchspeicheldrüse, beispielsweise bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, spezialisiert sind,
  • Zentren für Chirurgische Erkrankungen der Leber, die unter anderem Lebertransplantationen, Leberresektionen und Leberkrebs-Operationen durchführen,
  • Zentren für Schilddrüsen und Nebenschilddrüsenchirurgie / Endokrine Chirurgie, die sich vor allem mit der operativen Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen wie Schilddrüsenkrebs befassen,
  • Zentren für Chirurgie des Magens und der Speiseröhre, die unter anderem Operationen bei Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs, einem Magengeschwür oder der Refluxkrankheit durchführen,
  • Zentren für Chirurgische Erkrankungen des Peritoneums, die auf Operationen am Bauchfell spezialisiert sind,
  • Zentren für Adipositas- und metabolische Chirurgie, die schwerpunktmäßig Patienten mit starkem Übergewicht operieren, unter anderem mittels Magenbypass-OP, Magenband-OP oder Schlauchmagen-OP,
  • Zentren für Minimal-Invasive Chirurgie, die viszeralchirurgische Eingriffe per Schlüssellochchirurgie durchführen,
  • Zentren für Chirurgische Endoskopie, die beispielsweise Darmspiegelungen durchführen,
  • und zertifizierte Hernienzentren, die auf die operative Behandlung von Patienten mit Eingeweidebrüchen wie dem Leistenbruch oder dem Zwerchfellbruch spezialisiert sind.

Weitere zertifizierte Zentren

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA) zertifiziert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) und der Deutschen Radiologischen Gesellschaft (DRG) seit 2007 Gefäßzentren. Diese befassen sich schwerpunktmäßig mit der ganzheitlichen Versorgung von Patienten mit Gefäßerkrankungen wie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, der Thrombose oder dem Lymphödem.

Medizinische Einrichtungen und medizinische Spezialisten, die große Erfahrungen auf dem Gebiet der Diagnose und Behandlung der Endometriose haben, können sich seit 2005 von der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. (EVD), der Stiftung Endometriose-Forschung (SEF) und der Europäischen Endometriose-Liga (EEL) als Endometriosezentrum zertifizieren lassen.

Eine hohe Qualität bei endoprothetischen Eingriffen, also Operationen zur Implantation künstlicher Gelenke, wird seit Oktober 2012 durch das Zertifizierungsinstitut EndoCert ausgezeichnet. Orthopädische und unfallchirurgische Kliniken, die die Anforderungen von EndoCert erfüllen, können sich als Endoprothetikzentrum (EPZ) oder Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifizieren lassen.

ClarCert, ein Tochterunternehmen von OnkoCert, das das Zertifizierungssystem der Onkologie auch auf andere Bereiche übertragen soll, zertifiziert nephrologische Schwerpunktkliniken, die auf die Behandlung von Nierenerkrankungen spezialisiert sind, und interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentren, die sich schwerpunktmäßig der Behandlung von Patienten mit Kontinenzleiden wie der Harninkontinenz und der Stuhlkontinenz annehmen.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer zertifizierter Zentren, darunter etwa die zertifizierten Perinatalzentren, die Mammographie-Screening-Zentren, die Radiologenzentren, die LASIK-Zentren und die zertifizierten Hypertoniezentren.