10. Januar 2017

Mobilität älterer Patienten in Lindau



von Regina Tödter

img_3653-jpgDer Chefarzt und Leading Medicine Guide Experte Dr. Wißmeyer ist Spezialist für den Fachbereich Orthopädie und Unfallchirurgie. Was seine Arbeit hier an der Asklepios Klinik Lindau so besonders macht, erfahren wir im Gespräch.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Wißmeyer, wenn man zu Ihnen an die Asklepios Klinik ins wunderschöne Lindau am Bodensee kommt, dann hat man ernsthafte Probleme mit seinen Gelenken, nicht wahr?

Wer über Gelenkschmerzen klagt oder an Gelenkproblemen leidet, sollte nicht zu lange warten und dieses Leiden medizinisch untersuchen lassen. Ohne vorausgegangenen Unfall handelt es sich oft um Arthrose. Und Arthrose, das heißt Gelenkverschleiß, wie wir wissen, lässt sich nach heutigem medizinischen Stand nicht rückgängig machen. Arthrose muss behandelt werden, denn sie hinterlässt auch im benachbarten Gewebe ihre Spuren: Muskeln, Knochen und Gelenkkapseln können sich ebenfalls entzünden und die Folge ist: Immobilität.

 

Solange es möglich ist, wollen wir die Mobilität der älteren Menschen durch medizinische Maßnahmen aufrechterhalten und zurückgewinnen

 

So erklärt sich auch der Schwerpunkt der Behandlung im ersten Endoprothetik-Zentrum am Bodensee & im Allgäu, „Traumatologie für ältere Menschen“?

Ja, darauf haben wir uns spezialisiert! Denn wenn wir uns vor Augen führen: Die ältere Bevölkerung ist geprägt von drei wesentlichen Miseren: 1. Einsamkeit, 2. in vielen Fällen Armut und schließlich 3. Immobilität. Wenn der Mensch nicht mehr fähig ist, sich eigenständig fortzubewegen, wenn er plötzlich abhängig wird von seinem Umfeld, wenn er rund um die Uhr Pflege bedürftig oder ans Bett gebunden ist, das nimmt einem die Lebensqualität! Solange es möglich ist, wollen wir hier entgegenwirken, in dem wir die Mobilität der älteren Menschen durch die uns zur Verfügung stehenden besten medizinischen Maßnahmen aufrechterhalten und zurückgewinnen.

 

Chronische Knochenermüdung, bzw. Knochenschwund (Osteoporose) vollzieht sich schleichend und macht die Sache  so schwierig

Wie kann man sich das vorstellen?

Asklepios Klinik LindauAbgenutzte Gelenke können heute ersetzt werden! Man ist seinem Schicksal nicht länger ergeben. Wir müssen medizinisch zunächst prüfen, um welche Form von Immobilität es sich handelt. Um die Akute oder Chronische. Akut heißt, der Patient kommt z.B. mit einem Knochenbruch zu uns in die Klinik. Das muss sofort behandelt werden. Chronische Erkrankungen sind jedoch auf dem Vormarsch. Der Verlauf dieser Erkrankung, wie chronische Knochenermüdung, bzw. Knochenschwund (Osteoporose), vollzieht sich schleichend und macht die Sache deshalb so schwierig. An Osteoporose erkrankte Menschen sind wiederum anfällig für Knochenbrüche, da die Knochendichte immer weiter abnimmt. Viele ältere Menschen sind davon betroffen. Damit zusammenhängend sind sie auch noch von der Sarkopenie, das heißt vom Abbau der Muskelmasse, betroffen. Alles in einem führt zur Immobilität.

 

Sie sind ja nun spezialisiert auf Hüft-, Knie,- Schulterendoprothetik, Knorpelschäden-Behandlung. Ab wann setzen Sie eine solche Endoprothese ein?

Es ist natürlich von Patient zu Patient unterschiedlich. Jüngere Patienten, die vielleicht nur mit einer Fehlstellung der Beinachse zu uns kommen, benötigen keine Endoprothese. Wir bieten hierfür verschiedene Therapien an. Aber die meisten Patienten, die uns aufsuchen, sind viel älter. Sie wollen auch im hohen Alter unabhängig und mobil bleiben und sich ihre Beweglichkeit durch die Arthrose nicht nehmen lassen.

Erfahren Sie mehr im Videoclip.

 

Wir sind auch ein Ausbildungszentrum. Bei uns lernt jeder Mitarbeiter von der Pike auf!

Trotz der älteren Klientel arbeiten Sie mit neuster Technologie. Welche technologischen Entwicklungen setzen Sie ein?

Seit über 16 Jahren beschäftige ich mich mit Computernavigation. Diese Kenntnisse habe ich damals, als ich vor gut 5 Jahren nach Lindau gekommen bin, mitgebracht. Mit dem Einsatz der Navigation lassen sich insbesondere Knie-Operationen besonders genau durchführen. Mit einer Infrarotkamera und entsprechenden Sendern kann der Computer auf einen Millimeter genau die Richtungen vermessen. Bei der Hüft-Operation bevorzugen wir die AMIS-Technik.

 

Viele Operationsabläufe lassen sich dadurch standardisieren. Jede Handhabung sitzt. Allerdings pflege ich noch die „klassische“ Operationsform. Meine Mitarbeiter sind sehr gut ausgebildet, wir sind ein gut eingespieltes Team. In gut 40 Minuten können wir eine komplexe Hüft-OP bewältigen, dazu braucht es keine Maschine. Sie kann uns höchstens unterstützen, aber nicht ersetzen. Denn wir sind schließlich auch ein Ausbildungszentrum. Bei uns lernt jeder Mitarbeiter von der Pike auf.

 

Sie haben die AMIS-Technik erwähnt. Was versteht man darunter?

AMIS steht für Anterior Minimally Invasive Surgery und meint einen speziellen Zugang zum Hüftgelenk. Hier in Lindau operieren wir mittlerweile jeden Patienten mit der AMIS-Technik. Durch die schonend minimal-invasive Technik sucht man sich einen Zugangsweg zwischen den Muskeln hindurch, um weder Nerven noch Muskelgewebe zu schädigen. Dadurch können wir auch den Einschnitt minimal halten. Der Patient steht oft am Operationstag noch auf und geht an Nordic-Walking-Stöcken auf den Flur und kann die Klinik in der Regel schon wieder nach wenigen Tagen verlassen.

 

Ich bedanke mich für das interessante Gespräch!

 


 

chefarztvisite-wissmeyer_72-jpgMonsieur le Dr Wißmeyer, si l’on vient chez vous, à la clinique Asklepios dans la belle ville de Lindau au bord du lac de Constance, l’on souffre gravement de troubles d’articulation, n’est-ce pas ?

Ceux qui souffrent de troubles d’articulation ou de douleurs articulaires ne devraient pas attendre, mais faire examiner ces souffrances par un médecin. Sans accident préalable, il s’agit le plus souvent d’une arthrose. Et d’après l’état actuel des connaissances médicales, l’arthrose, soit l’usure du cartilage articulaire, est irréversible. Il faut traiter l’arthrose puisqu’elle peut avoir des répercussions sur les tissus avoisinants : les muscles, les os et les capsules articulaires peuvent également s’enflammer et entraîner l’immobilité.

 

Tant qu’il est possible, nous visons à maintenir et à retrouver la mobilité des personnes âgées par des mesures médicales.

 

Et cela explique l’axe thérapeutique du premier centre endoprothétique au bord du lac de Constance et de l’Allgäu : « traumatologie pour les personnes âgées »?

Oui, c’est notre spécialité ! Car il faut prendre conscience de ces trois misères qui marquent les personnes âgées de notre société : 1. la solitude, 2. souvent la pauvreté et 3. l’immobilité. Si l’on n’est plus capable de se déplacer tout seul, si tout d’un coup l’on devient dépendant de son environnement, si l’on exige des soins 24 heures sur 24 ou si l’on ne peut plus quitter le lit, cela nuit à la qualité de vie !
Tant qu’il est possible, nous voulons agir contre cela en maintenant et en retrouvant la mobilité des personnes âgées à l’aide des meilleures mesures médicales dont nous disposons. La fatigue chronique des os ou l’ostéoporose sont des maladies insidieuses ce qui rend la tâche plus difficile.

 

 

Vous êtes expert en endoprothèses de la hanche, du genou et de l’épaule et spécialisé dans le traitement des lésions du cartilage. Quand est-ce que vous posez une telle endoprothèse ?  

Bien sûr que cela dépend du patient. Les patients jeunes qui n’ont qu’une déviation de l’axe des jambes n’ont pas besoin d’une endoprothèse. Dans ce cas, nous proposons de différentes thérapies. Mais la plupart des patients qui viennent sont beaucoup plus âgés. Malgré leur grand âge, ils veulent rester indépendants et mobiles et ils ne veulent pas que l’arthrose les prive de leur mobilité.

 

En outre, nous sommes un centre de formation. Chez nous, chacun apprend en commençant en bas de l’échelle !

 

Asklepios Klinik LindauMalgré la clientèle âgée, vous travaillez avec des technologies très modernes. Quels développements technologiques est-ce que vous utilisez ? 

Depuis plus de 16 ans, je m’intéresse à la chirurgie assistée par ordinateur. J’ai apporté ces connaissances quand je suis venu à Lindau il y a 5 ans. Les systèmes de navigation permettent de réaliser des opérations précises, principalement du genou. Grâce à une caméra thermique et à certains émetteurs, l’ordinateur peut mesurer la direction au millimètre près. Pour les opérations de la hanche, nous préférons la technique AMIS. Ainsi, il est possible de standardiser de nombreuses étapes d’une opération chirurgicale. L’utilisation parfaite est garantie. Pourtant, je pratique encore des opérations « classiques ». Mes collègues sont très qualifiés et nous formons une bonne équipe. Nous sommes capables de réaliser une opération complexe de la hanche dans environ 40 minutes, sans ordinateur. Celui-ci peut nous assister, mais non pas nous remplacer. Car nous sommes aussi un centre de formation. Chacun d’entre nous apprend en commençant en bas de l’échelle.

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