Kieferknochenentzündung - Medizinische Experten

Wenn es im Mund- und Zahnbereich schmerzt oder zu Schwellungen kommt, denken sich viele Menschen zunächst nichts dabei. Oftmals handelt es sich tatsächlich um Schmerzen oder Reizungen, die bereits nach kurzer Zeit wieder verschwinden. In einigen Fällen jedoch liegt eine Kieferknochenentzündung vor. Diese ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann gefährlich werden – vor allem dann, wenn sie längere Zeit unentdeckt bleibt. Der Zeitpunkt der Diagnose bestimmt auch die Art der Therapie, die hier sowohl mit Antibiotika als auch mit anderen Mitteln vorgenommen werden kann, damit der Patient möglichst schnell beschwerdefrei wird.

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Kieferknochenentzündung - Weitere Informationen

Formen der Kieferknochenentzündung

Der Kiefer ist ein essenzieller Teil des gesamten Zahnhalteapparats. Die Zähne befinden sich im Ober- und Unterkiefer, wo sie innerhalb der Alveolen (Zahnfächer) fixiert sind. Kommt es aufgrund verschiedener Umstände zu einer entzündlichen Reaktion, können sowohl Zähne als auch Nerven und Knochensubstanz in Mitleidenschaft gezogen werden. Es entstehen Schmerzen und Schwellungen, die mitunter auch die umliegenden Teile des Gesichts betreffen können.

Dabei gibt es verschiedene Arten der Kieferknochenentzündung. Bei der Ostitis handelt es sich um eine Entzündung der Gefäßkanäle, die sich im Bereich des Kiefers befinden. Von einer Periostitis spricht man, wenn die Knochenhaut des Kiefers durch einen entzündlichen Prozess in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei der Osteomyelitis liegt die Ursache der Beschwerden in einer Entzündung des Knochenmarks.

Entstehung der Kieferknochenentzündung

Eine Kieferknochenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. So begünstigt häufig eine Knochenverletzung die Entstehung einer solchen Entzündung. Kommt es etwa infolge eines Unfalltraumas zu einer Fraktur (Bruch) im Bereich der Kieferknochen, können dadurch Bakterien und Keime leichter in die Knochenregion vordringen. Zu den mechanischen Belastungen, die eine Kieferknochenentzündung hervorrufen können, zählt auch die Extraktion (das Ziehen) einzelner Zähne – vor allem der Weisheitszähne. Werden Zähne in stark entzündetem Zustand entfernt, erhöht dies die Gefahr, dass Bakterien oder Keime in den Knochen eindringen können.

Darüber hinaus gibt es weitere Ursachen für eine Kieferknochenentzündung. Karies ist ein möglicher Gefahrenherd. Hat der Betroffene einen oder mehrere kariöse Zähne, kann infolge des Krankheitsverlaufs eine Kieferknochenentzündung entstehen. Es kommt zur Eiterbildung an der Zahnwurzel und/oder dem Zahnfleisch, die sich dann bis zum Knochen ausbreiten kann. Parodontitis (bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats), umgangssprachlich auch Parodontose genannt, gilt ebenfalls als Risikofaktor für die Entstehung einer Kieferknochenentzündung. Aber auch eine allgemein schlechte Mundhygiene, bei der Keime und Bakterien einen sehr guten Nährboden vorfinden, begünstigt die Entstehung entzündlicher Prozesse.

Daneben gibt es auch Auslöser, die zunächst einmal nichts mit dem Kiefer oder dem Zahnhalteapparat zu tun haben. Leidet der Betroffene etwa an einer Streptokokkeninfektion, kann sich die Entzündung ebenfalls bis in den Kieferknochen ausweiten. Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Faktoren wie das Rauchen oder Drogenkonsum stehen ebenso im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Kieferknochenentzündung.

Zusammenfassung möglicher Risikofaktoren:

  • Frakturen durch Unfälle
  • Zahnextraktionen
  • Karies
  • Parodontose, Parodontitis
  • Infektionen im Körper
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Drogenkonsum

Symptome der Kieferknochenentzündung

Die Symptome einer Kieferknochenentzündung müssen sich nicht zwingend sofort bemerkbar machen. In einigen Fällen treten sie erst nach längerer Zeit auf. Kommt es zu einer akuten Entzündung, leiden Betroffene häufig an den gleichen Symptomen wie man sie von Grippe- oder Erkältungskrankheiten kennt. Hierzu zählen unter anderem Fieber oder Abgeschlagenheit.

Kommt es zusätzlich zu Zahnlockerungen, Rötungen im Gesicht, schlechter Wundheilung oder zu Herz-Kreislauf-Beschwerden, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. In diesem Fall spricht vieles dafür, dass die Entzündung bereits fortgeschritten ist. Die Erkrankung muss dringend behandelt werden, da sie zu einer schweren Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens bis hin zur Blutvergiftung (Sepsis) führen kann. Wichtig: Bei einer Kieferknochenentzündung müssen nicht zwingend alle Krankheitszeichen auf einmal auftreten.

Mögliche Symptome einer Kieferknochenentzündung im Überblick:

  • Schmerzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Zahnlockerung
  • Schwellungen im Gesicht
  • schlechte Wundheilung

Diagnose der Kieferknochenentzündung

Zunächst einmal wird der erfahrene Zahnarzt oder Kieferorthopäde eine Blickdiagnose stellen. Einige entzündliche Prozesse lassen sich so bereits ausmachen. Anschließend werden bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie) herangezogen. Hiermit können Gewebsveränderungen und Veränderungen am Knochen erkannt werden – selbst wenn diese erst wenige Wochen alt sind.

Behandlung der Kieferknochenentzündung

Die Behandlung einer Kieferknochenentzündung hängt vom Status der Erkrankung ab. Liegt eine akute Entzündung vor, hat sich die Gabe von Antibiotika bewährt. Nicht selten kommen dabei mehrere Antibiotika zum Einsatz, um festzustellen, welches Antibiotikum die Entzündung am effektivsten bekämpft. Mit der Gabe von Antibiotika allein ist es jedoch nicht getan, denn die Ursache der Entzündung muss ebenfalls gefunden und beseitigt werden. Geht die Entzündung zum Beispiel von stark angegriffenen Zähnen aus, sollten diese nach dem Abklingen der Symptome entfernt oder behandelt werden. Das Gleiche gilt für kariöse Zähne.

Ist die Kieferknochenentzündung bereits in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium, sodass es möglicherweise schon zu Knochennekrosen (Absterben von Knochenbereichen) gekommen ist, muss die Knochensubstanz neu aufgebaut werden. Abszesse, Zysten oder andere Entzündungsherde werden entfernt. Oft werden die entzündeten Bereiche ausgekratzt. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung beseitigt ebenfalls Entzündungen und entzieht Bakterien den Nährboden.

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