Bauchspeicheldrüsenkrebs - Medizinische Experten

An Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken in Deutschland jährlich etwa 15.000 Menschen, hauptsächlich ältere Menschen über 60 Jahren. Da die Heilungschancen nach wie vor nicht sehr gut sind, ist es wichtig, dass die Patienten von Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs in spezialisierten Zentren behandelt werden.

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Bauchspeicheldrüsenkrebs - Weitere Informationen

Bauchspeicheldrüsenkrebs (auch Pankreaskarzinom genannt) ist eine bösartige Tumorerkrankung der Bauchspeichdrüse (Pankreas), einem länglichen Organ im Oberbauch, das zum einen Verdauungsenzyme in den Zwölffingerdarm abgibt, zum anderen über die Bildung von Insulin und Glucagon an der Blutzuckerregulation beteiligt ist. Die meisten Pankreaskarzinome entstehen im exokrinen Bereich, also dem Teil der Bauchspeicheldrüse, der die Verdauungsenzyme abgibt. Daher wird dieses Karzinom auch als exokriner Bauchspeicheldrüsenkrebs (meist duktale Adenokarzinome) bezeichnet. Kommt es zu einem bösartigen Tumor im endokrinen, für die Blutzuckerregulation verantwortlichen Teil, liegt ein endokriner Bauchspeicheldrüsenkrebs vor. Pankreaskarzinome bilden häufig und relativ schnell Metastasen.

Ursachen und Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Als Ursachen bzw. als Risikofaktoren für die Entstehung eines Pankreaskarzinoms gelten neben einem höheren Lebensalter insbesondere eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und eine genetische Veranlagung. Aber auch ein Diabetes und einige andere Erkrankungen erhöhen das Pankreaskrebsrisiko. Weitere Risikofaktoren sind im persönlichen Lebensstil zu finden: starkes Übergewicht, Rauchen, fettreiche Ernährung und Vitamin-D-Mangel.

Symptome von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Beim Pankreaskarzinom fehlen weitestgehend frühe Symptome, sodass der Tumor oft erst sehr spät entdeckt wird. Erst wenn die Tumorerkrankung bereits fortgeschritten ist, machen sich Symptome bemerkbar. So kann es je nach Lage des Tumors u.a. zu Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen können, Durchfall, Fettstuhl (Steatorrhö), Gelbfärbung der Haut, Gewichtsverlust, Völlegefühl und einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes kommen. Haben sich Metastasen gebildet, kommen weitere organspezifische Beschwerden, wie z.B. Druckschmerzen im Bereich der Leber, hinzu. Häufig wird ein bis zwei Jahre vor der Diagnose ein Diabetes festgestellt.

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Von training.seer.cancer.gov; original SVG: Cradel - translation of File:Illu pancrease.svg; http://training.seer.cancer.gov/module_anatomy/images/illu_pancrease.jpg, Gemeinfrei, Link

Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Manche Laborwerte (z.B. Gamma-Glutamyltransferase, alkalische Phosphatase und direktes Bilirubin) sind bei einer tumorbedingten Gelbsucht erhöht, einen spezifischen Labortest zur Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es aber nicht. Besteht der Verdacht auf ein Pankreaskarzinom wird in der Regel zunächst eine transkutane Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes vorgenommen. Da die Aussagekraft dieser Sonographie stark vom Untersucher abhängt, sollte sie von einem erfahren Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs durchgeführt werden. Die endoskopische Ultraschalluntersuchung ist hochauflösender, mit ihr kann vor allem auch ein kleinerer Tumor entdeckt werden. Als Standardverfahren zur präoperativen Diagnostik gilt die kontrastmittelverstärkte Dünnschichtcomputertomographie, aber auch die Magnetresonanztomographie kann zur besseren Darstellung der Weichteile eingesetzt werden.

Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Eine Heilung der Tumor-Erkrankung kann nur durch eine frühzeitige chirurgische Entfernung des Karzinoms erreicht werden. Um sicher zu gehen, dass alle Krebszellen abgetötet werden, schließt sich häufig eine nachfolgende (adjuvante) Chemotherapie an. Allerdings wird der überwiegende Teil der Tumoren erst in einem späten Stadium entdeckt, in dem keine Heilung durch Operation mehr möglich ist. Es gibt allerdings erste Studien, in denen durch eine Behandlung mit neoadjuvanter (der Operation vorgeschalteter) Chemotherapie und/oder Strahlentherapie ein nicht operabler Tumor soweit verkleinert wurde, dass eine Operation durchgeführt werden konnte. Ansonsten spielt die Strahlentherapie in der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Therapie keine große Bedeutung.

Die Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wird nicht nur in der adjuvanten Therapie (d.h. nach der Bauchspeicheldrüsenkrebs-OP), sondern auch in der palliativen Situation eingesetzt. Die palliative Therapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs hat zum Ziel, das Tumorwachstum und die mit dem Tumor assoziierten Symptome zu kontrollieren und damit die Lebensqualität zu verbessern und das Überleben zu verlängern. Aber auch die Schmerztherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bedeutsam. Durch eine angemessene, hochdosierte Gabe von Schmerzmitteln kann der Patient am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben.

Welche Fachärzte und Spezialkliniken behandeln Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs sind Fachärzte der Onkologie, die im interdisziplinären Team mit Fachärzten anderer Gebiete (z.B. Gastroenterologen, Chirurgen) die Behandlung planen und durchführen. Patienten mit Pankreaskarzinom sollten sich in spezialisierten Kliniken für Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln lassen, da dort eine hohe Qualität der Behandlung gewährleistet werden kann und sie ggf. durch die Teilnahme an klinischen Studien von den neuesten Therapien profitieren können.

Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Prognose hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium das Pankreaskarzinom entdeckt wurde. In frühen Stadien besteht Chance auf Heilung, in späteren Stadien ist die Behandlung primär palliativ, denn dann ist die Prognose sehr ungünstig. So liegt die 5-Jahres-Überlebensrate nur bei 6 bis 7 %. Durch neue Therapiekonzepte besteht aber die Hoffnung, dass die Behandlungsergebnisse in Zukunft besser werden.

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