Hodenhochstand - Medizinische Experten

Bei einem Hodenhochstand befinden sich entweder einer oder sogar beide Hoden außerhalb des Hodensacks, z.B. in der Leiste oder dem Bauchraum. Dies kann zu Problemen führen. Die Ursache für Hodenhochstand ist bisher nicht eindeutig geklärt.

Weitere Informationen zu dieser Erkrankung und die passenden Ärzte für die Behandlug finden Sie unten.

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Hodenhochstand - Weitere Informationen

Die Hoden zählen zu den männlichen Geschlechtsorganen. Sie sind an der Produktion der Spermien entscheidend beteiligt und spielen daher natürlich auch eine Rolle in Sachen Zeugungsfähigkeit. Kommt es nun zu einer embryonalen Fehlentwicklung, kann es passieren, dass sich die Hoden nicht dort befinden, wohin sie eigentlich gehören. Statt im Hodensack können sie in der Leiste oder dem Bauchraum feststecken und so zu Problemen führen, die bis hin zur Zeugungsunfähigkeit reichen können. Bei Kindern, die an einem Hodenhochstand leiden, ist eine baldige Therapie notwendig. Wie diese aussehen kann und welche Formen des Hodenhochstands es gibt, lesen Sie im Folgenden.

Gray hoden

Was ist Hodenhochstand?

Wenn man von einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) spricht, dann bedeutet dies, dass sich entweder einer oder sogar beide Hoden nicht im Hodensack befinden. Die Ursache für Hodenhochstand ist noch nicht eindeutig geklärt. Vermutet werden entweder hormonelle Störungen oder aber auch anatomische Hürden, die verhindern, dass der oder die Hoden bis in den Hodensack rutschen.

Bei einem Hodenhochstand wird zwischen verschiedenen Arten unterschieden.

Leistenhoden

Bei einem Leistenhoden steckt der Hoden gewissermaßen im oberen Leistenbereich fest und kann nicht den Weg in den Hodensack antreten. Beim Leistenhoden handelt es sich um die häufigste Form des Hodenhochstands, die einer Therapie bedarf.

Bauchhoden

Bei einem Bauchhoden hat die Senkung des Hodens in den Hodensack bereits in der Bauchhöhle gestoppt. Auch diese Form des Hodenhochstands ist therapiebedürftig, da es später ansonsten zu gesundheitlichen Problemen wie etwa Zeugungsunfähigkeit oder sogar zu Tumoren kommen kann.

Gleithoden

Ein Gleithoden befindet sich knapp über dem Hodensack im Leistenbereich. Es gelingt hierbei sogar, den Hoden in den Hodensack zu verschieben – allerdings gleitet er dann wieder zurück in den Bereich oberhalb des Hodensacks. Daher kommt auch der Name Gleithoden. Grund für das Zurückgleiten ist ein zu kurzer Samenstrang.

Pendelhoden

Der Pendelhoden liegt zwar grundsätzlich im Hodensack, kann aber durch bestimmte Reaktionen oder Reflexe nach oben gezogen werden. Hierbei wird ein bestimmter Muskel, der musculus cremaster, angespannt. Kälte oder sexuelle Erregung können hier Faktoren sein, die die Anspannung dieses Muskels begünstigen.

Wodurch wird ein Hodenhochstand ausgelöst?

Ein Hodenhochstand kann sowohl genetische Ursachen haben als auch durch äußere Einflüsse begünstigt werden. Zu den genetischen Ursachen zählt etwa ein Fehler in der Erbsubstanz, der nicht nur den Hodenhochstand, sondern auch andere Fehlbildungen mit sich bringen kann. Diese können dann den korrekten Abstieg des Hodens in den Hodensack erschweren oder sogar ganz behindern. Zu den äußeren Einflüssen können zum Beispiel das Rauchen oder der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft gehören. Aber auch andere Einflüsse wie Umweltgifte oder eine Diabeteserkrankung der Mutter können zu einem Hodenhochstand beitragen.

Folgende Faktoren können einen Hodenhochstand begünstigen:

  • genetische Ursachen
  • Rauchen in der Schwangerschaft
  • Alkoholkonsum in der Schwangerschaft
  • Umweltgifte
  • Diabetes mellitus der Mutter

Wie wird ein Hodenhochstand festgestellt?

Der Hodenhochstand ist eine relativ häufige Erkrankung, weshalb aus diesem Grund bereits bei Neugeborenen darauf geachtet wird. Um die Art und Weise des Hodenhochstands festzustellen, wird der Arzt einige Untersuchungen vornehmen. Wenn der behandelnde Arzt den Hoden beispielsweise in den Hodensack streichen kann, dieser sich dann aber sofort wieder zurückzieht, dann liegt ein Gleithoden vor. Steckt der Hoden im Leistenkanal fest und kann nicht aus diesem hinausbewegt werden, dann spricht man von einem Leistenhoden. Auch ein Abtasten der Hoden ist ein probates Mittel, um zu kontrollieren, ob diese an Ort und Stelle sitzen.

Welche Gefahren gehen von einem Hodenhochstand aus?

Ein Hodenhochstand kann im schlimmsten Fall zur Zeugungsunfähigkeit führen. Der Grund: In der Bauchhöhle oder im Bereich der Leiste ist die Temperatur ein wenig höher als im Hodensack. Zu den weiteren Gefahren können auch Hodentumore zählen. Die Wahrscheinlichkeit eines Tumors steigt bei einem unbehandelten Hodenhochstand an. Die Schäden können übrigens nicht nur an dem betroffenen Hoden auftreten, sondern an beiden. Gleichwohl ist die Zeugungsunfähigkeit bei einem einseitigen Hodenhochstand nicht zwingend ein Thema, da der andere Hoden im Zweifel die Aufgabe übernehmen kann.

Wie wird ein Hodenhochstand therapiert?

Ein Hodenhochstand sollte möglichst zeitnah behandelt werden. Hierfür gibt es mehrere Methoden. In vielen Fällen leider nicht sehr erfolgsversprechend ist die Hormontherapie. Hierbei werden Hormone verabreicht, die auch während der Schwangerschaft für den normalen Abstieg des Hodens verantwortlich sind. Wie bereits erwähnt, ist diese Therapieform nicht sehr oft von Erfolg gekrönt, denn statistisch gesehen schlägt die Hormontherapie nur bei jedem fünften Patienten an. Darüber hinaus kann es hier zu diversen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schamhaarwuchs oder Vergrößerung des Geschlechtsteils kommen. In den meisten Fällen wird daher eine operative Therapie bevorzugt. Hierfür kommen diverse Verfahren zum Einsatz. Zu diesen Verfahren zählen zum Beispiel die Laparoskopische Hodenhochstand-OP oder die offene Hodenhochstand-OP.

Prognose bei einem Hodenhochstand

Je eher die Operation durchgeführt wird, desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen. Bei einigen Patienten wurde eine Atrophie des Hodens als Komplikation nach der OP festgestellt. Hierbei verkümmert der Hoden aufgrund eines Gewebschwundes. Weitaus seltener kommt es zu einem Rezidiv, bei dem sich der Hoden wieder in die Leiste zurückzieht. Auch bei Patienten, bei denen der Hodenhochstand operiert wurde, ist es wichtig, auf bestimmte Veränderungen – zum Beispiel das Anwachsen der Hoden – zu reagieren und einen Arzt aufzusuchen. Von daher ist es ratsam, dass Patienten schon früh lernen, auf solche Anzeichen zu achten. Der Arzt der Wahl ist bei einem Hodenhochstand und dessen Begleiterscheinungen der Urologe.

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