Harnsteine - Medizinische Experten

Als Harnsteine bezeichnet man mehr oder weniger große steinartige Gebilde (Konkremente), die sich in den Organen der ableitenden Harnwege (Nieren, Harnblase, Harnleiter, Harnröhre) befinden. Stören sie den Abtransport des Urins, hat der Patient extreme kolikartige Schmerzen.

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Harnsteine - Weitere Informationen

Befinden sich die steinartigen Ablagerungen in der Harnblase, spricht man von Blasensteinen. Die Harnblase bildet sie selbsttätig (primäre Blasensteine) oder sie stammen aus der Niere (sekundäre Blasensteine).

Die meisten Harnsteine scheidet der Körper über den Urin aus, sodass der Patient nichts von ihrer Existenz ahnt. Ist das jedoch nicht der Fall und bereitet das Konkrement Probleme, muss man es entfernen. Im Extremfall kann der Urinstein so groß sein, dass er das ganze Organ ausfüllt (Nieren-Ausgussstein).

Harnsteine entstehen unabhängig vom Alter des Betroffenen. Übergewichtige und ältere Menschen haben jedoch ein höheres Risiko, einen Harnstein zu bekommen. Bei älteren Männern kommen bestimmte Urinsteine (Blasensteine) meist zusammen mit der gutartigen Prostatavergrößerung vor.

Wie entstehen Harnsteine?

Der Harnstein entsteht aus winzigen Teilchen steinbildender Mineralsalze, die sich im Urin befinden. Sind sie dort in zu großer Menge vorhanden, bilden sie Salzkristalle, an die sich in der Folgezeit immer mehr Kristalle desselben Salztyps anlagern.

Harnsteine unterscheiden sich in Bezug auf ihren Hauptinhaltsstoff. Drei Viertel aller Harnsteine sind Kalziumoxalat-Steine. Etwa jeder zehnte Urinstein besteht aus Magnesium-Ammonium-Phosphat. Steine dieses Typs nennt man Struvit. 5% aller Harnsteine enthalten Harnsäure (Uratsteine). Ebenfalls jeder zwanzigste Stein ist ein Kalziumphosphat-Stein. Xanthin und Zystin-Steine kommen noch seltener vor.

Eine Entzündung der ableitenden Harnwege begünstigt die Entstehung der Steine. Bestimmte neurologische Erkrankungen (Querschnittslähmung, multiple Sklerose) sorgen für einen eingeschränkten Urinfluss und haben daher ebenfalls oft die Bildung von Harnsteinen zur Folge.

Dasselbe gilt für die insbesondere bei alten Männern häufige benigne Prostatahyperplasie (gutartige Prostata-Vergrößerung). Diese Erkrankung ist mit einer gestörten Blasenkontraktion verbunden. Sie wiederum erschwert den Urinabgang.

Struvit-Steine entstehen oft als Folge von Harnwegsinfektionen. Auch eine ungesunde Ernährungsweise mit einem Übermaß an steinbildenden Salzen (Kalzium, Ammoniumverbindungen, Phosphaten, Oxalaten, Harnsäure) begünstigt das Auftreten der Steine, da der Körper die chemischen Verbindungen nicht in ausreichendem Umfang über den Urin ausscheiden kann.

Was sind die Symptome von Harnsteinen?

Ob es zu Symptomen kommt, richtet sich danach, welche Größe der Urinstein hat und wo genau er sich im Harntrakt befindet. Frei gelagerte Exemplare bereiten in der Regel keine Probleme.

Schränken sie jedoch den Urinabgang ein, kommt es zu Beschwerden. Scharfkantige Harnsteine reiben an der Wand des Organs und bewirken Schleimhautreizungen, geringfügige Blutungen und - reißen sie sie auf - sogar die Schädigung des betroffenen Organs. Die Narbenbildung verursacht dann weitere Beschwerden.

Kann der Urin nicht mehr abfließen, staut er sich bis zur Niere zurück. Der so entstehende Harnverhalt (Ischurie) bedarf dringender notfallmedizinischer Versorgung, da es sonst zur Blutvergiftung kommen kann. Ungenügend abgeleiteter Harn kann zu dauerhaften Nierenschäden führen.

Versucht der Betroffene, Wasser zu lassen, kommt es zu plötzlich auftretenden extremen Schmerzen im Unterbauch (Kolik). Mitunter bricht der Harnstrahl einfach ab. Die Schleimhautreizung führt zu Blut im Urin. Andere Patienten klagen über ständigen Harndrang, können jedoch nur wenige Tropfen Urin lassen (Pollakisurie).

Verursachen die Harnsteine Schmerzen, versucht der Patient, sich durch eine Änderung seiner Körperposition Erleichterung zu verschaffen. Er legt sich hin, stellt sich aufrecht hin und läuft herum. Mitunter sind die Beschwerden so stark, dass ihm übel wird und er sich erbricht.

Sollten Sie bei sich derartige Symptome feststellen, suchen Sie bitte schnellstmöglich einen Facharzt für Urologie auf.

Wie werden Harnsteine diagnostiziert?

Bei der ärztlichen Untersuchung hört der Urologe zuerst den Unterbauch des Patienten ab und betastet ihn dann vorsichtig. Hat er den Verdacht, dass ein Harnstein vorhanden ist, nimmt er eine Urin- und eine Blutprobe. Die Urinprobe zeigt, ob der Patient Bakterien, Blut und Kristalle hat. Die Blutprobe gibt Auskunft über den Harnsäuregehalt, die Nierenfunktion und eine mögliche Harnwegsinfektion.

Dann macht der Urologe ein Ultraschallbild oder ein Computertomogramm (CT). Die Computertomografie zeigt sogar im Ultraschall nicht sichtbare Harnsteine und Harnstaus an.

Wie werden Harnsteine behandelt?

Harnsteine, die keine Beschwerden verursachen, muss der Urologe nicht behandeln. Er beobachtet sie lediglich in regelmäßigen Abständen. Sitzt der Urinstein jedoch an ungünstiger Stelle, muss er ihn chirurgisch beseitigen. Eine umfangreiche Operation ist jedoch nur bei besonders großen Harnsteinen erforderlich.

Kleinere Konkremente, die nicht von allein abgehen, entfernt man im Rahmen einer Blasenspiegelung unter örtlicher Betäubung mit einer Mini-Zange. Alternativ kann man auch ausschwemmende Medikamente wie Tamsulosin einsetzen.

Mithilfe der Stoßwellen-Therapie (ESWL) kann der Facharzt sogar größere Exemplare effizient zertrümmern, sodass der Patient sie über den Urin ausscheidet. Urat- und Zystin-Steine lassen sich chemisch auflösen. Wichtig ist dabei immer, dass der Patient viel Flüssigkeit zu sich nimmt.

Entstand der Harnstein im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung, so muss der Facharzt auch diese behandeln. Schmerzlindernd wirken bestimmte Medikamente oder Wärmeanwendungen wie heiße Bäder. Auch viel Bewegung kann helfen, den Urinstein zu lösen.

Nach erfolgreichem Abgang des Harnsteins muss der Facharzt seine Entstehungsursache finden. Denn nur so kann er verhindern, dass es in der Folgezeit zur Bildung weiterer Harnsteine kommt.

Kann man Harnsteinen vorbeugen?

Ein bewährtes Mittel, Harnsteine schon im Vorfeld zu verhindern, ist es, viel zu trinken (mindestens 2,5 Liter täglich). Außerdem sind die vorbeugenden Maßnahmen davon abhängig, welchen Typ Harnstein der Patient hatte.

Menschen mit Harnsäure-Steinen sollten nur wenig purinhaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen, da der Körper Purin zu Harnsäure abbaut. Einen hohen Gehalt an Purinen haben

  • Fleisch
  • Innereien
  • Wurst

Oxalsäurehaltigen-Steinen kann man vorbeugen, indem man auf

  • Rhabarber
  • Spinat
  • Nüsse
  • Kaffee verzichtet.

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