Blasenkrebs - Symptome, Behandlung und Spezialisten

Der Blasenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Harnblase. Er macht in Deutschland etwa 2 % der Krebserkrankungen bei Frauen und bis zu 5 % bei den Männern aus. Die frühe Diagnose ist schwierig, denn der Blasenkrebs verursacht erst spät Symptome und einen verlässlichen Früherkennungstest gibt es noch nicht.

Weitere Informationen zu Symptomen, Behandlung und Risikogruppen finden Sie weiter unten.

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Blasenkrebs - Weitere Informationen

Blasenkrebs zeigt erst spät Symptome

Die Harnblase ist ein muskuläres Organ, welches innen mit reichlich Schleimhaut ausgekleidet ist. Ein Blasentumor geht in der Mehrzahl der Fälle von dieser Schleimhaut aus und wächst sehr lange unbemerkt. Mit zunehmendem Lebensalter leiden viele Frauen und Männer unter Problemen beim Wasserlassen und häufig sind es dann reine Zufallsbefunde, die zur Diagnose Blasenkrebs führen. Dennoch sind circa 75 % der Tumoren bei Erstdiagnose noch lokal auf die Schleimhaut begrenzt und damit gut behandelbar. In 25 % der Fälle aber hat der Blasenkrebs bereits die Muskelschicht der Harnblase erreicht und streut zum Teil bereits in die Prostata (bei Männern) oder den Uterus (bei Frauen), beides benachbarte Bauchorgane.

Blasenkrebs

Ursachen und Risikofaktoren für Blasenkrebs

Die genauen Ursachen für Blasenkrebs kennt man derzeit noch nicht. Darüber hinaus ist diese Tumorerkrankung ein individuelles Ereignis und jeder Patient hat wahrscheinlich seinen/ihren eigenen Tumor mit sehr unterschiedlicher Ursache. Dennoch gibt es ein paar bekannte Risikofaktoren, welche das Blasenkarzinom auslösen können. Dazu gehört in erster Linie das Rauchen bzw. Passivrauchen. Mediziner vermuten, dass etwa 30 bis 70 % aller Blasentumoren auf das Rauchen zurückgehen. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen dann:

  • Berufsrisiken, vor allem beim Umgang mit organischen Lösungsmitteln,
  • Entzündungen, wie z. B. chronische Harnblasenentzündungen, Bilharziose (der sogenannte Pärchenegel aus den Tropen sowie seit neuestem auch Erreger von Geschlechtskrankheiten, wie beispielsweise die Gonokokken (Erreger der Gonorrhoe = Tripper) sowie
  • Medikamente, z. B. Cyclophosphamid (Inhaltsstoff vieler Krebsmedikamente).

Symptome des Harnblasenkarzinoms

Der Blasenkrebs macht sich anfangs nicht oder nur sehr unspezifisch bemerkbar. Unter Umständen kommt es zur sogenannten Hämaturie (Blutbeimengungen im Urin), was ein erstes Signal für Blasenkrebs sein kann und immer einer ärztlichen Abklärung bedarf. Blut im Urin tritt aber auch bei anderen Erkrankungen auf, wie beispielsweise Nierensteinen, Blasenentzündungen oder auch schweren Harnwegsinfektionen. Um was es sich aber tatsächlich handelt, kann nur der Urologe aufklären.
Diese Symptome können einen Blasenkrebs ankündigen:

  • Schmerzlose Hämaturie (Blutbeimengungen im Urin)
  • Verstärkter Harndrang
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Druck auf der Blase

Schmerzen treten beim Harnblasenkarzinom erst spät auf und sind dann meist ein Zeichen dafür, dass der Tumor bereits tief in die Muskelschicht eingedrungen ist.

Diagnose von Blasenkrebs

Der Verdacht auf einen Blasentumor ist für die meisten Menschen selbstverständlich ein Schock, dennoch ist es nötig diesen Verdacht auch diagnostisch abzuklären. Einen zuverlässigen Urin-oder Bluttest gibt es nicht, weshalb die Blasenspiegelung hier oberste Priorität erhält.

Der Arzt wird zuerst eine Anamnese durchführen, um eventuelle Risiken, wie Rauchen oder berufliche Gefahrenquellen für das Blasenkarzinom aufzuklären. In der Regel erfolgt routinemäßig eine Abtastung der Nieren- und Blasenregion beim Urologen. Urinteststreifen helfen, verstecktes Blut im Urin nachzuweisen, was als ein wichtiges Indiz für das Harnblasenkarzinom gilt. Die bedeutendste Untersuchung bei Tumorverdacht ist jedoch die Blasenspiegelung (Zystoskopie). Unter örtlicher Betäubung und unter Verwendung eines Gleitmittels wird dafür ein dünner, weicher Schlauch (Zystoskop) über die Harnröhre bis in die Harnblase eingeführt. Am Übergang des Harnblasen-Schließmuskels ist dies mit einem kurzen Druckgefühl verbunden, da der Arzt natürlich die Kraft des Blasen-Schließmuskels nach innen überwinden muss.

Die Blasenspiegelung selbst ist schmerzlos. Der Urologe wird sich mithilfe einer im Schlauch sitzenden Kamera ein Bild vom Blaseninneren machen und den möglichen Tumorherd aufspüren. Ganz elegant ist es darüber hinaus möglich, mittels einer kleinen Gewebezange ein Stück Tumorgewebe abzuknipsen. Diese sogenannte Biopsie wird dann später pathologisch untersucht und so der Typ des Blasenkrebses sowie sein Stadium bestimmt. Dies ist zwingend notwendig, um die bestmögliche Behandlung planen zu können.

Ist der Blasenkrebs bereits weit fortgeschritten und in die Muskelschicht eingewachsen, wird in der Regel schnellstmöglich operiert und die Harnblase komplett entfernt. In der Nachsorge ist es dann notwendig, mittels Röntgenaufnahmen oder Computertomographie auf eventuelle Metastasen hin zu untersuchen. Diese siedeln sich beim Blasenkrebs bevorzugt in Leber, Lunge und Knochen an und haben in aller Regel eine schlechte Prognose.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Blasenkrebs?

Wie bereits zuvor angedeutet, richtet sich die Behandlung sehr stark nach der Art des Tumors und seinem Stadium, aber auch danach, wo genau der Tumor sitzt. Aus Sicht des Arztes unterscheidet man oberflächlich wachsende von infiltrierend wachsenden Blasentumoren.

Ist der Krebs örtlich begrenzt, klein und noch nicht weit in die Blasenwand eingedrungen, wird der Tumor in der Regel über eine Blasenspiegelung entfernt. Der Eingriff ist schmerzlos und findet unter örtlicher Betäubung statt. Je nachdem, ob die Schnittränder pathologisch sauber sind, oder ebenfalls hauptsächlich Tumorzellen enthalten, ist gegebenenfalls ein zweiter operativer Eingriff nötig. Danach geht es fast unvermittelt über in eine lokale Chemotherapie, um eventuell noch erbliebende kleinere Tumorherde abzutöten. Das Medikament wird direkt in die Blase eingebracht, wodurch die Nebenwirkungen weniger stark sind. Auch die Immuntherapie mittels BCG-Gabe (Tuberkulin) ist hilfreich, um ein Wiederkehren des Blasenkarzinoms zu verhindern.

Prinzipiell sind aber aufgrund der hohen Rezidivraten (= Wiederauftreten des Tumors) bei Blasenkrebs regelmäßige Nachuntersuchungen sinnvoll. Kurz nach dem Behandlungsstart wird etwa alle 3 Monate eine Kontrolluntersuchung durchgeführt.

Anders sieht das Behandlungsregime bei fortgeschrittenen, bereits in die Muskelschicht einwachsenden Blasentumoren aus. In diesen Fällen wird die Harnblase komplett entfernt (= Zystektomie) und zusätzlich auch die angrenzenden Lymphknoten, welche als bevorzugte, frühe Metastasierungorte gelten. Die häufigen Folgen sind bei Mann und Frau Libidostörungen und Harninkontinenz. Eine systemische Chemotherapie ist im Anschluss zwingend erforderlich und sehr nebenwirkungsreich. In einigen Fällen wird versucht, die Kontinenz wiederherzustellen, indem eine neue Blase (Neoblase) aus einem körpereigenen Dünndarm-Abschnitt hergestellt wird oder ein künstlicher Harnaustritt (Ileum-Condiut) mit Sammelbeutel angelegt wird.

Prognose beim Blasenkrebs

Je früher der Blasenkrebs entdeckt wird und je weniger fortgeschritten die Erkrankung ist, desto besser sind die Heilungschancen. Dennoch muss immer beachtet werden, dass das Harnblasenkarzinom häufig bereits nach wenigen Jahren erneut auftritt. Solche Rezidive, aber auch die Absiedelung von Metastasen in andere Organe oder das Skelett, senken die Heilungschancen und gehen ganz allgemein mit einer schlechteren Prognose einher.

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