Thermoläsion / Radiofrequenzläsion - Medizinische Experten

Unter einer Thermoläsion wird eine minimal-invasive Schmerztherapie zur Behandlung von chronischen Schmerzen verstanden. Bei diesem Verfahren, das auch als Radiofrequenzläsion bekannt ist, erfolgt durch eine Hitzebehandlung eine Verödung von sensorischen Nervenfasern, um das Weiterleiten der Schmerzinformationen zu unterbrechen.

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Thermoläsion / Radiofrequenzläsion - Weitere Informationen

Was wird unter Thermoläsion bzw. Radiofrequenzläsion verstanden?

Die Thermoläsion stellt ein minimal-invasives Therapieverfahren zur Behandlung von Schmerzen dar, das auch als Radiofrequenzläsion bezeichnet wird. Dabei erfolgt durch eine Hitzebehandlung eine Verödung von sensorischen Nervenfasern. Auf diese Weise lässt sich das Weiterleiten der Schmerzinformationen unterbrechen. Der Patient profitiert davon durch eine rasch einsetzende Linderung seiner Schmerzen.

Eine Thermo- oder Radiofrequenzläsion eignet sich auch zur Therapie von spondylogenen Schmerzen. Damit sind Beschwerden gemeint, die nicht von den Nervenwurzeln, sondern von den kleinen Gelenken der Wirbelsäule hervorgerufen werden. Urheber der Schmerzen sind meist Fehlfunktionen oder Verschleiß. Die Durchführung einer Thermoläsion findet statt, wenn andere Behandlungsverfahren wie die Gabe von Medikamenten oder Massagen keine Wirkung zeigen.

Die Radiofrequenzläsion zählt zur interventionellen Schmerztherapie, deren Ziel es ist, die Schmerzweiterleitung innerhalb der Schmerzbahnen zu unterbrechen oder zu verändern. Das Reduzieren der weitergeleiteten Schmerzimpulse gibt dem Körper die Möglichkeit zur Selbstheilung. Eine Rolle dabei spielen gezielte Behandlungen der Nerven, eine Elektrostimulation sowie die Gabe von Lokalanästhetika ins Rückenmark. Bei zwischen 60 und 80 Prozent aller Patienten trat nach der Behandlung eine Besserung ihrer Beschwerden ein.

Wie funktioniert die Thermoläsion bzw. Radiofrequenzläsion?

Für die Thermoläsion nutzen die Ärzte hochfrequenten Strom, der bereits seit längerem in der Hochfrequenzchirurgie zum Einsatz gelangt. Der hochfrequente Strom hat die Eigenschaft, Elektrolytverschiebungen zu bewirken. Die Bewegung der Ionen sorgt für das Erhitzen des Gewebes in der Nähe von zuvor auf der Haut angebrachten Elektroden bzw. Klebeelektroden, was das Gerinnen von Zelleiweiß zur Folge hat. Durch den Anstieg der Stromzufuhr und den damit verbundenen Dampfdruck erfolgt das Sprengen der Zellwände.

Im Rahmen der Radiofrequenzläsion führt der Arzt unter Röntgenkontrolle eine spezielle Kanüle in Richtung des zu behandelnden Nervs ein. Nach der Eingabe einer Thermosonde in die Kanüle lässt sich die richtige Position ihrer Spitze mithilfe von Elektrostimulation ermitteln. Danach findet das Applizieren von hochfrequentem Wechselstrom (485 kHz) statt.

In der Nähe der Sondenspitze befindet sich ein intensives elektromagnetisches Feld, in dem es zur Anregung von Molekülen kommt. Auf diese Weise erhitzt sich das Gewebe im Umfeld von mehreren Millimetern. Da die sensiblen Nervenfasern im Gewebe koagulieren, hat dies ihre selektive Zerstörung zur Folge, was wiederum das Weiterleiten der Schmerzen verhindert.

Die Läsionstemperaturen betragen zwischen 60 und 80 Grad Celsius. Der ambulante Eingriff nimmt ungefähr 15 bis 30 Minuten in Anspruch.

Wann kommt die Thermoläsion bzw. Radiofrequenzläsion zum Einsatz?

Die Thermoläsion lässt sich für folgende Anwendungsgebiete nutzen:

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