Spannungskopfschmerz - Medizinische Experten

Bei Spannungskopfschmerz handelt es sich um die wohl am häufigsten verbreitete Art von Kopfschmerzen. Nicht selten wird der Spannungskopfschmerz auch von muskulären Verspannungen, zum Beispiel im Hals- oder Nackenbereich begleitet. In der Regel treten die Schmerzen im Erwachsenenalter zum ersten Mal ab dem 20. Lebensjahr auf.

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Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerdebildern der heutigen Zeit. Doch Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz. Es gibt die sekundären Kopfschmerzen, denen bestimmte Ursachen, wie etwa Verletzungen, zugrunde liegen. Daneben gibt es aber auch die primäre Variante, die keine spezifische Ursache hat. Zu dieser Familie gehört der Spannungskopfschmerz, von dem, statistisch gesehen, jeder zweite Erwachsene mindestens einmal pro Jahr betroffen ist. Ebenfalls wird episodischer und chronischer Spannungskopfschmerz voneinander unterschieden. Bei episodischen Spannungskopfschmerzen treten die Symptome wenigstens einmal pro Monat, jedoch nicht häufiger als innerhalb von 14 Tagen auf. Wird diese Angabe überschritten, spricht man von einem chronischen Spannungskopfschmerz.

Welche Symptome können bei Spannungskopfschmerz auftreten?

Der Betroffene empfindet in der Regel einen dumpfen, beidseitigen Schmerz. Häufig wird von einem Gefühl „wie in einem Schraubstock“ oder von einem „Ring um den Kopf“ berichtet. Das Schmerzempfinden unterscheidet sich dabei allerdings von Person zu Person. Das betrifft sowohl die Intensität als auch die Dauer der Schmerzen.

Der Spannungskopfschmerz kann anhand einiger Faktoren von einer Migräne abgegrenzt werden. Bei einer Migräne treten die Schmerzen vermehrt einseitig sowie hinter den Augen und an den Schläfen auf. Bei Spannungskopfschmerz gibt es dagegen das bereits beschriebene „Engegefühl“. Ferner treten die für eine Migräne typischen Begleiterscheinungen, wie eine Aura, eher nicht auf. Zwar kann es auch hier zu einer geringfügigen Licht- oder Geräuschempfindlichkeit kommen, jedoch sind Sehstörungen, Übelkeit oder Erbrechen in der Regel keine Begleiterscheinung von Spannungskopfschmerz.

Welche Ursachen liegen dem Spannungskopfschmerz zugrunde?

Zwar können die genauen Ursachen von Spannungskopfschmerz nicht genau eingegrenzt werden, jedoch stehen Verspannungen in der Schulter- und Nackenmuskulatur im Verdacht, diese zu begünstigen. Vor allem Triggerpunkte werden von Fachleuten häufig als ursächlich betrachtet. Triggerpunkte sind Verhärtungen der Skelettmuskulatur, die nicht nur druckempfindlich sind, sondern auch an anderen Orten des Körpers für Schmerzen sorgen können. In Bezug auf den Spannungskopfschmerz können hier vor allem mögliche Triggerpunkte in der Schulter- und Nackenmuskulatur – etwa im Trapezmuskel – zu Kopfschmerzen führen. Werden diese Triggerpunkte aufgelöst, verschwinden häufig auch die Kopfschmerzen.

Darüber hinaus gibt es auch andere Gefahrenquellen, die Spannungskopfschmerz zumindest begünstigen können. Eine davon ist eine dauerhafte Fehlbelastung der Muskulatur. Diese wiederum kann zu jenen Triggerpunkten und weiteren Verspannungen führen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Faktor Stress. Psychische Erkrankungen spielen häufig ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Spannungskopfschmerz. Oft diskutiert wird auch die genetische Veranlagung.

Zusammengefasst können also folgende Ursachen zu Spannungskopfschmerz führen:

  • Muskelverspannungen
  • Triggerpunkte
  • Stress
  • Fehlbelastungen
  • psychische Erkrankungen

Wie wird Spannungskopfschmerz diagnostiziert?

Bevor die Diagnose Spannungskopfschmerz steht, werden zunächst andere Erkrankungen ausgeschlossen. Der behandelnde Arzt wird den Patienten hier nicht nur einigen Untersuchungen unterziehen, sondern auch gezielte Fragen stellen. Diese Fragen können sich etwa auf die allgemeine Lebenssituation beziehen oder aber auch dem Zwecke dienen, mögliche Verletzungen aufzudecken. Darüber hinaus wird abgefragt, wie sich der Schmerz anfühlt und wann er auftritt. Letztere Frage ist bei der Diagnose nicht unwichtig, denn der Spannungskopfschmerz verschlimmert sich normalerweise durch körperliche Aktivitäten nicht.

Ergänzend können auch Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren oder aber auch ein EEG vom behandelnden Arzt in Auftrag gegeben werden, um andersartige Erkrankungen auszuschließen.

Welche Möglichkeiten der Behandlung von Spannungskopfschmerz gibt es?

Es gibt keine allgemein anwendbare Therapieform. Die Behandlung von Spannungskopfschmerz wird vom behandelnden Arzt immer individuell im Dialog mit dem Patienten erörtert. Maßgeblich für die anzuwendende Therapie sind Symptome des Betroffenen sowie die Auslöser, sofern diese lokalisiert werden können.

Werden zum Beispiel Muskelverspannungen oder Triggerpunkte in der Muskulatur als Auslöser vermutet, kann hier eine gezielte Physiotherapie helfen. Die Beseitigung von Triggerpunkten kann dabei für den Patienten schmerzhaft sein. Diese Schmerzen sind allerdings meist nicht von langer Dauer, so dass sich schon bald Linderung einstellt.

Im Falle von muskulären Problemen, kann der Patient auch prophylaktische Maßnahmen ergreifen. Eine korrekte Sitzhaltung – etwa bei der Arbeit im Büro – kann dazu beitragen, dass die Muskulatur weniger verkrampft. Gezielte Übungen dagegen stärken die Nacken- und Schultermuskulatur und machen sie so widerstandsfähiger. Zudem sind Fehlbelastungen zu vermeiden.

Falls Stress oder psychische Krankheiten als Trigger für Spannungskopfschmerz diagnostiziert werden, so können spezielle Atemtechniken oder Entspannungsübungen die Stresssymptome lindern.

Sollten dem Spannungskopfschmerz psychische Probleme zugrunde liegen, ist die Überweisung an einen Spezialisten eine weitere Option.

Eine weitere Therapieform besteht in der Verabreichung von Medikamenten. Hierbei ist zu beachten, dass die Symptome zwar gelindert, aber die Ursachen nicht beseitigt werden. Sollte der Spannungskopfschmerz ein nicht tolerierbares Maß erreichen, kann man mit Medikamenten aber immerhin eine kurzfristige Linderung erreichen. Eine dauerhafte Option sind sie dennoch nicht. Wenn muskuläre Verspannungen die Ursache sind, kann der Arzt – sofern keine Kontraindikationen (Faktoren, die eine Gabe von Medikamenten ausschließen) vorliegen – auch zusätzlich muskelentspannende Medikamente verordnen.

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