Tremor - Medizinische Experten

Als Tremor bezeichnet man fachsprachlich ein unwillkürliches Zittern, das in einer funktionellen Region des Körpers entsteht. Zu diesen funktionellen Regionen gehören unter anderem die Arme, die Beine und der Kopf. Die charakteristische oszillierende Zitterbewegung entspringt einer unbeabsichtigten Muskelregung, die vom Betroffenen als Bewegungsstörung wahrgenommen wird.

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Tremor - Weitere Informationen

Ein Tremor kann in vielen verschiedenen Varianten auftreten. Die Tremor-Arten werden nach unterschiedlichen Aspekten wie Intensität, Frequenz oder Ort eingeteilt.

Zumeist wird das Zittern durch äußere Einflüsse (z.B. bei Kälte oder Anstrengung) oder innere Spannungssituationen (Emotionen wie Angst oder Anspannung) hervorgerufen. Manchmal liegt dem Tremor jedoch auch ein Krankheitsbild zugrunde.

Im Normalfall lässt sich das Zittern auf eine akute Ursache zurückführen und ist nicht weiter bedenklich. Sollte es jedoch über einen längeren Zeitraum anhalten oder in unüblichen Situationen immer wieder auftreten, ist ein Arztbesuch dringend zu empfehlen.

Ursachen für einen Tremor

Wenn der Tremor durch äußere Einflüsse herbeigeführt wird, ist er eine Reaktion des Körpers auf eine sich wandelnde Umwelt. Der Kältetremor hilft dabei, durch Bewegung zusätzliche Wärme für den Körper zu erzeugen. Bei Erschöpfung entsteht ein Tremor, weil die Muskulatur überanstrengt ist und die Spannung nicht durchgängig halten kann.

Das Zittern ist jedoch häufig auch eine Begleiterscheinung psychischer Ausnahmezustände. Stress, Anspannung und Furcht sorgen dafür, dass sich die psychische Belastung in einem körperlichen Symptom niederschlägt. Wenn es eine psychische Ursache für das Zittern gibt, kann Ablenkung zu kurzzeitigen Besserungen führen. Langfristig ist es notwendig, dass der Betroffene seine seelischen Probleme aufarbeitet, um die Anspannung im Körper zu lösen.

Einen Sonderfall bildet der sogenannte essenzielle Tremor. Die Ursache dieses medizinischen Phänomens ist nicht abschließend geklärt, ein genetischer Ursprung scheint jedoch naheliegend, da das Krankheitsbild in Familien gehäuft auftritt. Der essenzielle Tremor bricht in den meisten Fällen plötzlich aus, ohne dass ein Anlass für die Ausprägung des Zitterns ausfindig gemacht werden kann.

Oftmals hilft bei Tremor-Beschwerden nur noch ein Arztbesuch. Der Tremor taucht in der Symptomatik vieler verschiedener Krankheiten auf. Nachfolgend können Sie sich einen Überblick über mögliche Krankheitsursachen verschaffen:

Symptome: Wie äußert sich ein Tremor?

Beim Symptomkomplex Zittern wird zunächst einmal zwischen einem Ruhetremor und einem Aktionstremor unterschieden. Der Ruhetremor tritt in einem Körperteil auf, das während des Zitterns nicht angespannt wird. Der Aktionstremor wird weiter in den Haltetremor (normales Zittern bei Widerstand), den Intentionstremor (Zittern bei der zielgerichteten Berührung eines Gegenstandes) und den Bewegungstremor (nicht zielgerichtete Bewegungen) unterteilt.

Tremores, die durch bestimmte äußere Einflüsse oder Emotionen hervorgerufen werden, heißen physiologische Tremores. Sie lassen sich auf einen klar umrissenen Grund zurückführen.

Wenn das Zittern von einer latenten oder manifesten Erkrankung stammt, liegt ein pathologischer Tremor vor.

Tremorbehandlung

Wann sollte man bei einem Tremor zum Arzt gehen? Das ist die wichtigste Frage bei einem so diffusen Symptom. Zumeist hat das Zittern keine pathologische Ursache, die ärztlich behandelt werden muss. Das heißt aber nicht, dass man bei starken Beschwerden abwarten sollte, ob der Tremor von selbst weggeht.

Ein Arztbesuch ist unumgänglich, wenn:

  • das Zittern lange andauert und nicht mehr weggeht
  • das Zittern sich nicht auf eine eindeutige Ursache zurückführen lässt
  • das Zittern bei bestimmten Bewegungen immer wiederkehrt

Das Zittern rührt meistens vom Gehirn her und zeigt eine Störung im neuromuskulären System an. Der Arzt, der sich auf neuromuskuläre und zerebrale Beschwerden spezialisiert hat, heißt Neurologe. Ein Besuch beim Hausarzt kann helfen. Zittern entsteht manchmal aus sehr trivialen Gründen wie Blutarmut oder Magnesiummangel. Wenn der Hausarzt nicht fündig wird, muss dieser den Patienten an den Neurologen weiterreichen, der über ein wesentlich größeres Arsenal an Testmöglichkeiten verfügt.

Der Arzt behandelt den Tremor je nach Diagnose verschieden. Bei essenziellen Tremores kommen Betablocker und Antikonvulsiva zum Einsatz, die die Stärke des Zitterns verringern. Bei psychogenen Tremores können für den akuten Fall Antidepressiva, Anxiolytika oder Benzodiazepine verschrieben werden. Für eine dauerhafte Lösung wird der Arzt jedoch eine psychologische Betreuung durch einen Therapeuten vorsehen. Ist der Tremor eine Begleiterscheinung einer Primärerkrankung, muss diese behandelt werden. Wenn die Ursache behoben ist, verschwindet auch der pathologische Tremor wieder.

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