Schlaganfall - Medizinische Experten

Als Schlaganfall (Apoplex) bezeichnet man eine länger als 24 Stunden andauernde Beeinträchtigung der Gehirn-Tätigkeit. Sie kommt durch eine abrupt auftretende Unterversorgung einer Gehirnregion mit Blut zustande. Die rechtzeitige Behandlung eines Schlaganfalls kann bleibende Gesundheitsschäden verringern.

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Schlaganfall - Weitere Informationen

Was ist ein Schlaganfall und wie kommt er zustande?

Die Zellen des betroffenen Areals sterben langsam ab, da sie nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe erhalten. Je nachdem, wie lange der Ausfall anhält, ist diese Gehirnregion später mehr oder weniger funktionsfähig.

Vorbote des Hirninfarkts ist oft eine transitorische ischämische Attacke (TIA, vorübergehender Blutmangel). Der Patient zeigt mehrere Stunden lang schlaganfalltypische Symptome und benötigt sofortige notfallmedizinische Hilfe.

Die meisten Personen, die einen Hirnschlag erleiden, sind älter als 60 Jahre. Schlaganfall-Patienten sind immer Notfallpatienten: Je schneller sie medizinische Hilfe erhalten, desto günstiger ist die Prognose. Wer selbst einen Hirninfarkt erleidet, sollte - falls noch möglich - sofort die Feuerwehr benachrichtigen.

Ursachen und Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Hauptursachen für einen Schlaganfall sind:

  • die Verstopfung eines Blutgefäßes (ischämischer oder weißer Apoplex) oder
  • eine Blutung im Gehirn (hämorrhagischer oder roter Schlaganfall).

Der ischämische Hirninfarkt kommt dadurch zustande, dass ein Blutgerinnsel ein wichtiges Blutgefäß im Gehirn blockiert und so die Versorgung der nachfolgenden Gehirnregionen unterbindet. Außerdem kann das Blutgefäß im Gehirn auch durch eine fortgeschrittene Arteriosklerose (Arterienverkalkung) so verengt sein, dass das Blut nicht mehr passieren kann: Die Gefäß-Innenwände sind so dick von Cholesterin-Belägen bedeckt, dass der Blutfluss schließlich versiegt.

Beim seltener vorkommenden hämorrhagischen Schlaganfall platzt ein Blutgefäß im Gehirn. Das ausströmende Blut sickert in die benachbarten Hirngewebe ein. Die nachfolgenden Hirnareale erhalten nicht mehr genügend Sauerstoff. Das ausfließende Blut sorgt für einen erhöhten Gehirndruck. Es beeinträchtigt im Extremfall sogar Atmung und Herzschlag.

Eine spezielle Form des roten Schlaganfalls ist die Subarachnoidalblutung (SAB). Zwischen der dünnen Haut, die die Hirnoberfläche bedeckt und dem Schädel befindet sich der Subarachnoidalraum. Er beinhaltet Gehirnflüssigkeit (Liquor) und Blutgefäße. Hat der Patient an einem dieser Blutgefäße ein Aneurysma (eine kleine beutelartige Ausbuchtung) und platzt dieses auf, drückt das ausströmende Blut auf die umliegenden Gehirngewebe. Der Kranke verspürt plötzlich extreme Kopfschmerzen und benötigt dringend notfallmedizinische Versorgung.

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Folgende Risikofaktoren begünstigen das Auftreten eines Schlaganfalls:

Liegen beim Patienten mehrere dieser Risikofaktoren vor, ist er besonders gefährdet, an einem Schlaganfall zu erkranken.

Welche Symptome treten bei einem Schlaganfall auf?

Mit welchen Symptomen sich der Hirnschlag zeigt, hängt davon ab, welches Gebiet im Gehirn und in welchem Umfang es betroffen ist. Zu den am häufigsten vorkommenden Anzeichen gehören:

  • Probleme beim Sprechen (verwaschene Sprache, künstliche Pausen, Wortwiederholungen) bis hin zum vollständigen Sprachverlust
  • eingeschränktes Sprachverständnis
  • einseitige Gesichtslähmung mit hängendem Mundwinkel
  • einseitige Lähmung des Körpers
  • Taubheitsgefühle auf einer Körperhälfte
  • Sehstörungen bis hin zur (vorübergehenden) Erblindung (Doppelbilder, unscharfes Sehen)
  • starker Schwindel
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • starke Kopfschmerzen
  • Schluckstörungen
  • Orientierungsstörungen bis hin zur Verwirrtheit
  • Gangstörungen
  • Atemnot
  • Gelenkschmerzen
  • Bewusstlosigkeit

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Schlaganfall

Je schneller man den Hirninfarkt erkennt und entsprechend behandelt, desto größer sind die Chancen des Patienten, keine oder nur geringe gesundheitliche Schäden davonzutragen. Allerdings ist die Therapie der Apoplex-Kranken langwierig.

Da Schlaganfälle lebensgefährlich sind, sollte man sofort Hilfe (Feuerwehr, Notarzt, Rettungsdienst) holen. Ansonsten verstirbt der Patient. Die Erste-Hilfe-Maßnahmen bestehen darin, den Patienten zu beruhigen und in die Rückenlage zu bringen. Dabei sollte man seinen Oberkörper mit einem Kissen höher lagern. Bewusstlose Patienten und Schlaganfall-Kranke, die erbrechen, bringt man in die stabile Seitenlage.

Man überprüft in regelmäßigen Abständen Puls und Atmung. Sind sie nicht mehr spürbar, legt man den Patienten vorsichtig mit dem Rücken auf den Boden und führt eine Wiederbelebung durch. Der Rettungsdienst bringt ihn dann in die nahe gelegene Klinik oder die Stroke Unit eines Krankenhauses, wo man ihn dann sofort weiter behandelt. Als Stroke Unit bezeichnet man die Schlaganfall-Spezialabteilung bestimmter Kliniken.

Wie wird ein Schlaganfall diagnostiziert?

Dem in die Klinik eingelieferten Patienten wird zuerst Blut entnommen. Man überprüft Blutfett, Blutzucker und Blutgerinnungsfaktoren. Bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT) geben Auskunft darüber, wo sich der Hirninfarkt ereignet hat und ob es sich um einen ischämischen oder einen hämorrhagischen Schlaganfall handelt.

Auch mithilfe einer CT-Angiografie kann sich der Facharzt für Neurologie die eventuell vorhandene Blutgefäß-Verstopfung anzeigen lassen. Dazu injiziert er dem Patienten zuvor ein Kontrastmittel. Anhand der Doppler-Sonografie (spezieller Ultraschall) erkennt der Arzt, wie stark fortgeschritten die Arteriosklerose des Gehirns bereits ist.

Das Elektrokardiogramm (EKG) dient dazu herauszufinden, ob der Patient an einer Herzrhythmusstörung leidet. Ein Ultraschallbild der Brustregion zeigt eine vorhandene Herzerkrankung.

Behandlung eines Schlaganfalls

Den ischämischen Schlaganfall behandelt man mit Injektionen eines blutgerinnselauflösenden Medikaments (systemische Thrombolyse). Sie ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Injektion bis spätestens 4 1/2 Stunden nach dem Hirninfarkt erfolgt. Sie hilft, den Tod des Patienten zu verhindern und das Risiko von bleibenden Spätfolgen zu minimieren. Allerdings ist die systemische Thrombolyse für Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen nicht geeignet.

Während der mechanischen Thrombektomie führt der Mediziner einen dünnen Katheter dorthin, wo sich das verschlossene Blutgefäß befindet. Er beseitigt das feststeckende Gerinnsel und saugt es weg. Dieses Verfahren eignet sich nur bei Embolien in den großen Hirn-Gefäßen und ist nur innerhalb von spätestens 8 Stunden nach Auftreten der ersten Schlaganfall-Symptome erfolgversprechend. Außerdem kommt es nur in speziellen Schlaganfall-Zentren zum Einsatz.

Erleidet eine Person einen hämorrhagischen Schlaganfall, ist es notwendig, die Gehirnblutung zu stoppen und den zu hohen Gehirndruck zu verringern. Dazu muss man mitunter sogar den Schädelknochen öffnen. Undicht gewordene Hirngefäße mit Aneurysma lassen sich manchmal sogar mithilfe spezieller operativer Techniken verschließen.

Bei hämorrhagischen Schlaganfällen, die durch zu hohen Blutdruck ausgelöst werden, verabreicht man blutdrucksenkende Medikamente.

Wie sieht die Rehabilitation nach einem Schlaganfall aus?

Die Früh-Rehabilitation erfolgt in manchen Fällen noch in der Stroke Unit der Klinik. Je nachdem, welche Schäden der Hirnschlag verursacht, erhält der Patient eine physio- oder/und ergotherapeutische Rehabilitation.

Die Physiotherapie dient dazu, die gestörten Bewegungsabläufe, den Gleichgewichtssinn und andere beeinträchtigte Funktionen des Kranken langsam wiederherzustellen. Außerdem bessert sie Fehlhaltungen und Lähmungen, sodass der Kranke wieder mobiler wird. Gelingt das nicht vollständig, soll die Rehabilitation wenigstens die noch vorhandenen Körper-Funktionen und Fähigkeiten erhalten helfen.

Mithilfe der Ergotherapie lernt der Schlaganfall-Patient, mit bestimmten Gegenständen umzugehen und notwendige Verrichtungen des täglichen Lebens durchzuführen. Die Ergotherapie soll ihn darauf vorbereiten, wieder ein möglichst eigenständiges Leben zu führen.

Hat der Hirninfarkt bei ihm eine Sprachstörung oder/und Schluckbeschwerden verursacht, ist eine logopädische Rehabilitation erforderlich.

Außer den Standard-Reha-Maßnahmen gibt es noch besondere Methoden wie das neuro-psychologische Training, das bei halbseitiger Lähmung indiziert sein kann, und die begleitende Psychotherapie. Mit ihr arbeitet der wegen des Schlaganfalls an Depressionen leidende Patient seine seelischen Probleme auf.

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