Multiple Sklerose-Therapie - Medizinische Experten

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Multiple Sklerose-Therapie - Weitere Informationen

Die Diagnose der Nervenerkrankung Multiple Sklerose – kurz MS genannt – bedeutet für die Betroffenen eine belastende und unsichere Zukunft. Die medizinische Forschung hat in den letzten Jahrzehnten erfolgreiche Therapien hervorgebracht. Diese ermöglichen es, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Patienten signifikant zu erhöhen.

Die folgenden Informationen klären über Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten auf. Die Vielschichtigkeit ihrer Erscheinungsformen hat der Multiplen Sklerose die Bezeichnung "Krankheit mit den tausend Gesichtern" eingebracht.

Multiple Sklerose: Hintergrund

Bei der MS handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Ein Großteil der Nervenfasern ist von der sogenannten Myelinschicht umgeben. Diese Schicht isoliert die Nervenfaser gegen das umliegende Gewebe. Sie sorgt dafür, dass die Informationen im Nervensystem störungsfrei und mit hoher Geschwindigkeit fließen, ganz ähnlich wie bei Stromkabeln.

Entzündliche Prozesse schädigen und zerstören die Myelinschicht. Nervenimpulse werden dadurch nicht mehr optimal weitergeleitet. Je nachdem, welcher Bereich von der Krankheit betroffen ist, zeigen sich unterschiedliche Symptome – von Sehstörungen bis Muskelschwäche.

Multiple Sklerose
Geschädigte Myelinschicht bei Multupler Sklerose © blueringmedia / Fotolia

Multiple Sklerose tritt gehäuft bei jungen Erwachsenen in westlichen Industrienationen auf. Eine Untersuchung der Charité aus dem Jahr 2009 ermittelte die höchsten Erkrankungsraten für Europa, Nordamerika und Australien. Hier leiden mindestens 30 von 100.000 Einwohnern an Multipler Sklerose. In Deutschland leben etwa 120.000 MS-Patienten. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.

Die ersten Aufzeichnungen über den Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose stammen aus dem 19. Jahrhundert. Ein Enkel von Georg III. beschrieb das Krankheitsbild der MS in seinem Tagebuch.

Ursachen: Unklarheiten trotz intensiver Forschung

Trotz intensiver Forschungsbemühungen ist es bis heute nicht gelungen, eindeutige Auslöser für die Krankheit zu identifizieren.

Aktuell geht die Medizin davon aus, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren die Multiple Sklerose auslöst:

  • genetische Veranlagung
  • Übergewicht in der Kindheit
  • Umweltgifte, zum Beispiel Zigarettenrauch
  • Infektionskrankheiten durch Herpes- oder Masernviren

Darüber hinaus diskutieren die Forscher folgende Hypothesen:

  • Hormonhypothese: Frauen erkranken häufiger als Männer
  • Hygienehypothese: Kinder mit mehreren Geschwistern erkranken seltener als Einzelkinder; ihr Immunsystem lernt von Beginn an, sich mit verschiedensten Erregern auseinanderzusetzen.
  • Vitamin-D-Stoffwechselhypothese: Mit der Nähe zum Äquator sinkt das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken.


Dieses Video erklärt die Entstehung von Multipler Sklerose

Die ersten Anzeichen für eine Multiple Sklerose

Der Ausbruch erfolgt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Die ersten Symptome führen den Patienten zum Allgemeinarzt, der sie an einen Neurologen überweist.

Mit folgenden Beschwerden kommen die Betroffenen in der Regel zum Hausarzt:

  • Sehstörungen
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Paresen, also Lähmungserscheinungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Fatigue: Müdigkeit oder Erschöpfungssyndrom

Ein zuckendes Augenlid tritt sehr selten im Zusammenhang mit MS auf.

Diagnose

Die Schulmedizin bezeichnet die Multiple Sklerose auch als Encephalomyelitis disseminata (ED). Das aktuelle Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation, das ICD-10-2016, kodiert die MS mit der Ziffer G35.

In einem ausführlichen Gespräch, der Anamnese, erhebt der Mediziner die Beschwerden des Patienten. Er macht sich ein Bild von dessen Lebenssituation sowie der Krankheitsgeschichte und befragt ihn nach Fällen von Multipler Sklerose in seiner Familie. Außerdem überprüft er grundlegende Nervenfunktionen wie Gleichgewicht, Koordination, Beweglichkeit und die Sinnesorgane.

Es gibt keinen Bluttest, der eine Multiple Sklerose eindeutig nachweist. Trotzdem ist eine umfassende Blutuntersuchung wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen. So rufen zum Beispiel HIV, Borreliose und einige Stoffwechselerkrankungen ähnliche Symptome hervor.

Sehr wichtige Hinweise im Hinblick auf die Diagnose liefern MRT-Untersuchung und Lumbalpunktion. Mit der Magnetresonanztomografie (MRT) erstellt der Neurologe eine Abbildung des Gehirns. Das Bild weist Ähnlichkeiten mit einer Röntgenaufnahme auf. Der Patient muss sich jedoch keiner gefährlichen Strahlung aussetzen. Das MRT arbeitet mit starken Magneten.

Im Rahmen der Lumbalpunktion führt ein Facharzt eine Hohlnadel in die Lendenwirbelsäule ein. Über die Nadel gewinnt er Nervenwasser, das auf bestimmte Eiweiße hin im Labor untersucht wird. Eine MS geht mit erhöhten Werten dieser Proteine einher.

Verlauf: drei Varianten sind möglich

Wenn die Untersuchungsbefunde die Diagnose MS bestätigen, muss sich der Betroffene mit einer unheilbaren Erkrankung auseinandersetzen. Sie tritt hauptsächlich in drei Verlaufsvarianten auf.

Schubförmiger Verlauf mit Remission

Hier zeigt sich die Multiple Sklerose in klar abgrenzbaren Schüben. Die Symptome bilden sich anschließend teilweise oder sogar vollständig zurück. Vierzig Prozent der Erkrankten durchleben die MS auf diese Weise.

Chronisch-progredienter Verlauf

Weitere vierzig Prozent der MS-Patienten leiden an einzelnen Krankheitsschüben, ohne dass sich die Symptome zwischen den Schüben zurückbilden.

Primär progredienter Verlauf

Nur etwa zehn Prozent der Betroffenen müssen mit dieser Form der Multiplen Sklerose leben. Die Symptome bilden sich nicht mehr zurück und verschlimmern sich kontinuierlich.

Laut Charité sterben Betroffene etwa dreißig Jahre nach dem ersten Ausbruch der Erkrankung. In Ländern mit guter medizinischer Versorgung steigt die Lebenserwartung seit Jahren kontinuierlich.

Nervenimpulse
© Sagittaria / Fotolia

Therapie der MS

Multiple Sklerose ist eine bedrohliche Erkrankung; sie stellt das Leben des Patienten und seiner Angehörigen auf den Kopf. Nicht selten entwickelt ein Betroffener eine behandlungsbedürftige Depression.

Aus diesem Grund begleitet idealerweise ein Team aus Fachärzten der Neurologie sowie Psychologen, Pflegepersonal und Sozialarbeiter die Therapie. Der Schwerpunkt liegt auf der Gabe von unterschiedlichen Medikamenten:

  • akute Schübe: vor allem Kortikosteroide
  • Langzeitbehandlung: zum Beispiel Interferone oder Dimethylfumarat
  • hochaktive Verläufe: beispielsweise Natalizumab oder Mitoxantron

Darüber hinaus unterstützen Ergo- und Physiotherapie die Rückbildung motorischer Symptome. Treten Probleme beim Sprechen auf, bieten Logopäden ihre Hilfe an.

Fazit

Multiple Sklerose bedeutet einen schweren Schicksalsschlag für den Betroffenen. Die hochwertige medizinische Versorgung in Mitteleuropa gibt Patienten und ihren Familien jedoch allen Grund, auf eine lebenswerte Zukunft hinzuarbeiten.

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