Magersucht - Medizinische Experten

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Magersucht - Weitere Informationen

Das Schönheitsideal der Moderne, wie es seit Jahrzehnten von den Zeitungen und Modemagazinen vorgeschrieben wird, hat mit einem regelrechten Schlankheitswahn zur Ausbreitung von Essstörungen beigetragen. Heutzutage leiden viele Menschen in den Industrieländern dieser Welt an einer manischen Fehlkonzeption der eigenen Schönheit, die sich unter anderem in dem psychischen Phänomen der Magersucht äußert.

Magersucht
© Maksymiv Iurii / Fotolia

Magersucht: Definition

Die Magersucht oder Anorexia nervosa ist eine psychische Erkrankung, die man zum Bereich der Essstörungen zählt. Es wird davon ausgegangen, dass 150.000 bis 200.000 Menschen in Deutschland an Magersucht leiden, 90 Prozent davon sind junge Frauen. Aber auch immer mehr Männer und Jungen leiden unter der psychischen Erkrankung. Die Magersucht bildet sich dabei zumeist in den Teenagerjahren heraus, wenn die Psyche ohnehin durch die hormonellen und geschlechtlichen Wandlungsprozesse labiler ist.

Symptome der Magersucht

Das erste und wichtigste Symptom von Magersucht ist eine vehemente Abwehr gegen den natürlichen Prozess der Nahrungsaufnahme. Diese Abwehr zeigt sich zunehmend in Appetitlosigkeit, die in den meisten Fällen aus einer strikten Selbstdisziplinierung resultiert. Dabei wird das Hungergefühl nicht nur konstant unterdrückt, sondern in einem fortgeschrittenen Stadium regelrecht vergessen. Magersüchtige unterziehen sich radikalen Diäten und kombinieren dies oftmals mit einer exzessiven körperlichen Anstrengung, um noch mehr Kohlenhydrate zu verbrennen. Oftmals neigen sie dazu, Buch über die aufgenommenen Kalorien zu führen und nach und nach immer mehr Lebensmittel von ihrem Ernährungsplan zu streichen, bis zuletzt kaum ein Nahrungsmittel übrigbleibt.

Mit der Zeit sinkt das Gewicht auf ein besorgniserregendes Maß. Dies wird jedoch von Betroffenen als positiv angesehen und sie glauben, auf dem richtigen Weg zu sein. Allerdings reichen die verzeichneten Erfolge nie aus, um den Abnehmdrang zufriedenzustellen. Betroffene empfinden sich weiterhin als zu dick, obgleich ihr Körpergewicht sich allmählich lebensgefährlich niedrig ist. Auf hormoneller Ebene bewirkt die fortgeschrittene Magersucht zudem einen irregulären Hormonhaushalt, der die Menstruation beeinträchtigt und unterdrücken kann. Sowohl männliche als auch weibliche Betroffene produzieren deutlich weniger Sexualhormone als normal. Dadurch sinkt die Libido. Zusätzlich zu den Hauptsymptomen rufen Mangelernährung, psychische Belastung und Überbeanspruchung weitere körperliche und psychische Unregelmäßigkeiten und Symptome hervor. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Verstopfung
  • trockene Haut
  • verringerter Herzschlag und niedriger Blutdruck
  • Unterkühlung
  • Konzentrationsprobleme

Mögliche Risiken und Folgen von Magersucht

Magersucht ist nicht nur eine schwere akute Belastung für die Betroffenen. Langfristig kann es im Rahmen der chronischen Unterversorgung zu schwerwiegenden Folgen kommen. Ein Langzeitleiden an Magersucht ruft beispielsweise Funktionsstörungen von Organen wie Nieren oder Leber hervor. Darüber hinaus ist die regelmäßige Zufuhr von Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien dafür verantwortlich, den menschlichen Kreislauf aufrechtzuerhalten und den Stoffwechsel im Körper zu gewährleisten. Bei einer Mangelernährung treten dementsprechend langfristig Herz-Kreislauf-Störungen, Ohnmachtsanfälle und Probleme im Magen-Darm-Bereich auf. Außerdem ist gesundes Haarwachstum nicht mehr möglich, sodass es zu Haarausfall und dünnen Haaren kommt. Aufgrund der psychischen Belastung bilden Magersüchtige häufig depressive Stimmungen und autoaggressives Verhalten aus. Weitere mögliche Folgen sind:
  • Schäden an der Zahnbeschaffenheit
  • Frieren
  • Fruchtbarkeitsstörungen

Diagnose der Magersucht

Als Indikatoren für das Vorliegen einer Magersucht gelten ein BMI von unter 17,5, ein verzerrtes Selbstbild, eine Abneigung gegen Nahrung und eine Verweigerung der Nahrungsaufnahme. Der Verdacht auf Magersucht kann sich auch durch eine Untersuchung der endokrinen Parameter (Werte des Hormonhaushaltes) bestätigen. Magersüchtige leiden zudem oftmals unter einem ausgeprägten Schamgefühl. Dieses hemmt sie dabei, selbst schwerwiegende körperliche Probleme, die aus der Magersucht resultieren, bei Familienmitgliedern oder Freunden anzusprechen.

Sollten Angehörige einen extremen Gewichtsverlust, Störungen im Umgang mit der eigenen Person oder radikale Diäten feststellen, ist es wichtig, ins Gespräch zu kommen und einen Arztbesuch in die Wege zu leiten. Der Verdacht auf Magersucht ist für Mediziner aufgrund der extremen Gewichtsverluste zumeist leicht zu erkennen. Sollte die Vermutung aufkommen, muss sie in Gesprächen mit dem Patienten sowie durch eine Untersuchung des körperlichen Zustandes verifiziert werden. Für die Diagnose gibt es grundsätzlich vier Kriterien:

  • BMI von 17,5 oder darunter
  • selbst herbeigeführter Gewichtsverlust
  • gestörtes Selbstkonzept (Gedanken werden vom Thema Gewicht bestimmt)
  • Verzögerung von Wachstumsprozessen und pubertären Entwicklungsschritten

Behandlung und Prognose bei Magersucht

Magersucht lässt sich mit Hilfe einer Psychotherapie behandeln. Betroffene lernen im Rahmen von Einzelstunden oder Gruppensitzungen Strategien zur Bewältigung von Zwangsgefühlen kennen. Die Therapie sollte bestenfalls mit einer Ernährungsberatung kombiniert werden, um die Betroffenen wieder an einen normalen Umgang mit Lebensmitteln heranzuführen. Wichtig ist zudem ein verständiges Umfeld, das mit den Besonderheiten der Erkrankung vertraut ist und Betroffenen nicht durch Kommentare wie „Warum isst du nicht einfach mehr?“ das Gefühl gibt, komisch, verrückt oder nicht zu retten zu sein.

Da die Krankheit meistens in den frühen Teenagerjahren ausbricht, liegt das Augenmerk außerdem auf einer Einbeziehung der Familie. Diese sollte über das Krankheitsbild aufgeklärt werden. Gerade Familiendynamiken sind oftmals mitverantwortlich für den Ausbruch oder das Fortbestehen der Erkrankung und sollten im Rahmen von familientherapeutischen Sitzungen so verändert werden, dass die oder der Betroffene sich gut aufgehoben, respektiert und geschützt fühlt. Anorexia nervosa ist langfristig lebensgefährlich und sollte deshalb niemals unterschätzt werden.

Nichtsdestotrotz gelingt es in etwa 70 Prozent der Fälle, die Betroffenen wieder an eine gesunde Lebensweise heranzuführen.

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