Demenz - Medizinische Experten

Es gibt Erkrankungen, die nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für deren Angehörige ein Schock sind. Eine dieser Erkrankungen lautet Demenz. Die Demenz hat viele Gesichter. Die Folgen einer Demenz können ebenfalls nicht nur die Erkrankten selbst, sondern das komplette Umfeld beeinflussen.

Doch was genau ist Demenz? Welche Formen gibt es? Welche Symptome deuten auf die Erkrankung hin? Und welche Therapiemethoden gibt es? Diese und andere Fragen nimmt der Text weiter unten unter die Lupe.

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Demenz - Weitere Informationen

Viele Menschen sehen Demenz als eigenständige Krankheit an. Dabei handelt es sich bei der Definition von Demenz um einen Oberbegriff für diverse Erkrankungen, bei denen die geistigen Funktionen in Mitleidenschaft gezogen werden. Hierzu zählen Dinge wie das Orientierungsvermögen, das Gedächtnis oder das allgemeine Denken. Die Folgen sind häufig fatal, da der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, seinen normalen Alltag zu bewältigen. Zum Oberbegriff Demenz zählen etwa die Vaskuläre Demenz, Morbus Pick oder die am häufigsten auftretende Form - die Alters-Demenz - auch Alzheimer oder Morbus Alzheimer genannt.

Welche Ursachen hat Demenz?

Grundsätzlich muss man bei der Frage nach den Ursachen von Demenz zwischen zwei Arten unterscheiden. So gibt es die primäre Demenzform. Hierunter fallen die neurogenerative oder vaskuläre Veränderung des Gehirns. Bei der Alzheimer-Krankheit etwa degenerieren die Gehirnzellen und führen zu diesem Leiden. Allerdings können die Zellen auch aufgrund von Durchblutungsstörungen Schaden nehmen (vaskuläre Demenz). Im hohen Alter ist es nicht selten, dass sich beide Formen der Demenz finden lassen.

Darüber hinaus gibt es auch noch die Gruppe der sekundären Demenzformen. Diese können durch äußere Einflüsse wie zum Beispiel durch einen Unfall mit Gehirnblutungen verursacht werden. Auch Tumore, koronare Erkrankungen, Alkohol, Drogen oder Medikamente können zur sekundären Demenzform führen. Bei älteren Menschen kommt allerdings überwiegend die primäre Demenzform vor.

Welche Symptome treten bei Demenz auf?

Die Symptome, die bei einer Demenz auftreten können, müssen ebenfalls in mehrere Kategorien eingeteilt werden, da sie verschiedene Bereiche betreffen. Im Anfangsstadium vieler Demenz-Erkrankungen gleichen die Symptome oft einer normalen Depression, so dass weder Betroffene noch Angehörige in erster Instanz an eine Demenz denken. Folgende Einteilung kann vorgenommen werden:

Kognitive Ausfälle

Ein großes Charakteristikum ist der Gedächtnisverlust, der sich im Krankheitsverlauf mehr und mehr verschlimmert. Das Fatale hieran ist, dass die Erkrankten diese Gedächtnisstörungen selbst entweder noch gar nicht richtig wahrnehmen oder sie ihrem Umfeld gegenüber verschweigen oder gar überspielen. Daher passiert es oft, dass der Verdacht auf eine Demenz-Erkrankung erst recht spät aufkommt, da die ersten Anzeichen entweder nicht richtig gedeutet oder vom Betroffenen geschickt verborgen wurden. Zum kognitiven Bereich gehören aber auch noch andere Symptome wie beispielsweise Wortfindungsstörungen oder Orientierungsprobleme (auch in gewohnter Umgebung), welche in späteren Stadien noch zunehmen.

Motorische Ausfälle

Im fortschreitenden Verlauf einer Demenz-Erkrankung kann es auch zum Verlust der motorischen Fähigkeiten kommen. Abzugrenzen sind diese von einer anderen Erkrankung - der Parkinson-Krankheit - welche mit eben jenen motorischen Störungen (Zittern) beginnt. Durch die motorischen Störungen ergeben sich auch andere Gefahren. Der Patient unterliegt einer höheren Gefahr von Stürzen, die wiederum zu schweren Verletzungen am Kopf oder am Knochengerüst führen können. Erkennbar sind die motorischen Störungen beispielsweise durch einen unsicheren Gang mit kleinen Schritten.

Verhaltensauffälligkeiten

Verhaltensstörungen sind ein Aspekt, der vor allem für die Angehörigen sehr anstrengend und kräftezehrend sein kann. Die Patienten legen in dieser Phase die unterschiedlichsten Symptome an den Tag. Hierunter fallen unter anderem Enthemmung, Apathie, Halluzinationen, Schlafstörungen, Angst oder depressive Phasen. Vor allem die Halluzinationen können sehr belastend sein, da die Patienten hierbei mitunter auch aggressiv werden können. Ebenfalls zu den Verhaltensauffälligkeiten zählen die schwindende Fähigkeit, den eigenen Haushalt zu führen oder eine ordentliche Körperpflege durchzuführen.

Wie wird Demenz behandelt?

Nach aktuellem Stand der Medizin ist vor allem die Altersdemenz nicht heilbar. Es gibt zwar Medikamente, die bei einigen Patienten zu einer Verbesserung geführt haben, jedoch ist eine Heilung von Demenz nicht möglich. Im günstigsten Fall kann man die Krankheit ein wenig aufhalten und so die Lebensqualität für eine Weile erhöhen. Die Medikamente können entweder in Tablettenform oder als Lösung gegeben werden. Seit einiger Zeit hat sich aber auch ein entsprechendes Pflaster bewährt, welches die Wirkstoffe kontinuierlich abgibt. Für Angehörige und auch für das Pflegepersonal ist dies eine große Erleichterung.

Neben der medikamentösen Variante gibt es auch noch andere Therapiemethoden. Im Anfangsstadium wird beispielweise oft unter Anleitung ein Gedächtnistraining durchgeführt. Dieses Training kann dabei helfen, um Personen zu erkennen oder aber um sich besser orientieren zu können. Im fortgeschrittenen Stadium ist diese Therapie eher nicht angezeigt. Der Grund: Da es zu immer stärkeren Ausfallerscheinungen kommt, bleiben auch die "Erfolge" aus. Dies könnte sich sehr negativ auf die Psyche und das Allgemeinbefinden der Patienten auswirken.

Keine Therapiemethode im klassischen Sinne, jedoch durchaus produktiv für Patient und Pflegepersonal, ist die Biografie. Zum Einsatz kommt hier häufig der so genannte "Ich-Pass", in dessen Rahmen einfache Fragen beantwortet und diese Antworten festgehalten werden. Der positive Nutzen besteht darin, dass das Pflegepersonal so schnell weiß, was der Patient mit bestimmten Verhaltensmustern zeigen will. Denn gerade im fortgeschrittenen Stadium können sich die Betroffenen oft nicht mehr vernünftig mitteilen.

Eckpunkte zur Therapie von Demenz:

  • Demenz ist nicht heilbar
  • medikamentöse Therapie kann den Verlauf verzögern
  • Weitere Therapiemethoden: Gedächtnistraining, Biografie

Eine zentrale Frage, die viele Menschen beschäftigt, ist die, ob man Demenz vorbeugen kann. Diese Frage kann allerdings nicht pauschal beantwortet werden. Eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und "geistiges Fithalten" sind sicher Dinge, die sich positiv sowohl auf die Gehirnzellen als auch auf das Allgemeinbefinden auswirken. Auch die konsequente und frühzeitige Behandlung von Hochdruckerkrankungen, die das Gehirn schädigen können, sind eine Maßnahme.

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