Bulimie - Medizinische Experten

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Bulimie - Weitere Informationen

Nicht erst seit diesem Jahrtausend ist die Bulimie eine anerkannte Erkrankung, aber heutzutage zählt sie zu den medial am häufigsten beleuchteten Krankheitsbildern. Im modernen Streben nach Schönheit, Akzeptanz und Aufmerksamkeit steigt die Zahl der Bulimieerkrankungen an. Durch Bulimie kann es sowohl zu plötzlichen, akuten Kreislaufstürzen als auch zu gefährlichen Langzeitschäden kommen. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung zusammen mit einer umfänglichen Aufklärung der Patienten besonders wichtig.

Bulimie: Definition

Die Bulimie ist eine Essstörung, die in den letzten Jahrzehnten immer mehr Aufmerksamkeit erhalten hat. Umgangssprachlich auch als Ess-Brech-Störung bezeichnet, ist die Bulimie seit den 80er-Jahren offiziell als Krankheitsbild anerkannt. An Bulimie leiden vornehmlich Frauen (Schätzungen gehen von 90–95 Prozent aus), doch auch Männer entwickeln nicht selten bulimische Züge. Vor allem Mädchen in den späten Teenagerjahren und junge Frauen (Risikogruppe: 18 bis 35 Jahre tendieren vermehrt zu einer Ausbildung des Krankheitsbildes. Bulimie geht beinahe immer mit einer gesteigerten Erwartungshaltung, einem beeinträchtigten Selbstbild und stark empfundenen Druck- und Stresssituationen einher. In einigen Fällen trägt darüber hinaus eine vormalige Magersucht zur Entstehung der Bulimie bei.

Bulimie
© Maksymiv Iurii / Fotolia

Symptome einer Bulimie

Während sich die Anorexie oder Magersucht durch einen freiwilligen Verzicht auf Nahrung äußert, haben Patienten mit Bulimie oftmals regelrechte Heißhungerattacken, die gestillt werden müssen. Anschließend entledigen sich Bulimieleidende der ungewollten Nahrung durch selbst herbeigeführtes Erbrechen. Bulimiker ziehen zur Beibehaltung oder Senkung ihres Körpergewichts via Erbrechen häufig Medikamente wie Laxantien (Abführmittel) oder Brechmittel heran. Patienten erfahren sich selbst als Suchende auf dem Weg zur Perfektion. Diese Idee von der Perfektion, vorrangig verkörpert durch eine ideale Figur und ein möglichst geringes Körpergewicht, wird oftmals stetig nach unten korrigiert, sodass das eigene Körperbild nie mit dem Ideal übereinstimmt und konstante Unzufriedenheit und steigende Verzweiflung bewirkt.

Zu den psychischen Symptomen einer Bulimie zählen zudem Gefühlsausbrüche aggressiver oder verzweifelter Art, Abschottung, Depressionen, Langeweile sowie ein inneres Spannungsgefühl. Darüber hinaus wird das Krankheitsbild von einem fortwährenden Gefühl der Scham oder von Schuldbewusstsein begleitet, wodurch ein gestörtes, negatives Verhältnis zur eigenen Person entsteht.

Symptome im Überblick:

  • Essanfälle
  • Medikamentenmissbrauch
  • Erbrechen
  • psychische Symptome wie Depressionen, starke Launenhaftigkeit und Isolation
  • Probleme mit dem Selbstwertgefühl, Scham und Schuldbewusstsein

Folgen der Bulimie

Besteht die Erkrankung über längere Zeiträume, kommt es zu Folgeerkrankungen und strukturellen Schäden. Beispielsweise verursacht das habitualisierte (zur Gewohnheit gewordene) Brechen die Ausbildung der Refluxkrankheit. Aufgrund des Missbrauchs von Abführmitteln und der Reizung des Rachens durch die ständig aufsteigende Magensäure bleiben oft dauerhafte Schäden an den Schleimhäuten im Rachen- und Darmbereich zurück.

Des Weiteren führt die Magensäure im Mundraum eine Abnutzung der Zähne herbei. Ein durch den Missbrauch von Abführmitteln eingeleiteter, oftmals eklatanter Kaliummangel ist überdies für Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden verantwortlich. Außerdem kann es zu gefährlichen Komplikationen im Magen-Darm-Bereich sowie zu Entzündungen der Pankreas (Bauchspeicheldrüse) kommen. Zusätzlich zum medizinischen Aspekt rufen die Langzeitfolgen (zum Beispiel gelbe oder tote Zähne) psychische und finanzielle Zusatzbelastungen hervor.

Diagnose der Bulimie

Oftmals liegt einer Bulimieerkrankung eine Magersucht zugrunde. Wenn der Verzicht auf Nahrung zu schwer zu ertragen ist, reagieren viele Patienten mit Heißhungerattacken, die durch das anschließende Erbrechen oder Zuführen von Abführmitteln kompensiert werden sollen. Deswegen ist es für den Arzt wichtig, Patienten im Rahmen der Anamnese zu einer möglicherweise schon bestehenden Essstörung zu befragen.

Ein gravierendes Problem bei der Früherkennung und Diagnose der Erkrankung ist das Fehlen von untrüglichen Anzeichen in den Anfangsstadien. Viele Patienten geben sich nach außen lebensfroh, extrovertiert und selbstsicher, sodass die psychischen Begleiterscheinungen zumeist lange unbemerkt bleiben. Auch die körperlichen Anzeichen und Langzeitfolgen wie Kreislauf- und Stoffwechselstörungen, Verdauungsprobleme, Mineralmangel und Krämpfe lassen sich ohne Kooperation des Patienten nur schwerlich zweifelsfrei der Bulimie zuordnen.

Behandlung und Prognose bei Bulimie

Eine Behandlung der Bulimie erfolgt multimodal (mittels mehrerer Methoden), da es sich nicht um einen spezifischen körperlichen, durch medizinische Verschreibungen lösbaren Problemkomplex handelt. Es gibt eine Vielzahl von Kliniken und medizinischen Einrichtungen, in denen Bulimiker sich zunächst stationär behandeln lassen können. Hierbei liegt der Fokus darauf, dass die Nahrungsaufnahme extern, zum Beispiel im Rahmen von gemeinsamen Mahlzeiten der Betroffenen, kontrolliert wird. Direkt im Anschluss an die gemeinsamen Mahlzeiten kann eine Sicherungsphase vorgenommen werden. Während dieser wird der Betroffene durch die Zeit nach der Nahrungsaufnahme begleitet und gestützt.

Vielen Patienten hilft der Besuch einer Selbsthilfegruppe, in dessen Rahmen sie sich mit anderen Betroffenen austauschen und sich, gegebenenfalls unter professioneller Anleitung, über Strategien zur Bekämpfung der Krankheit austauschen können. Des Weiteren ist es vonnöten, dass Betroffene wieder an einen normalen Umgang mit Nahrungsmitteln herangeführt werden. Oftmals gelten auch Nahrungsmittel als Dickmacher, die keineswegs zu einer Gewichtszunahme beitragen. Diese Wahrnehmung zu durchbrechen heißt, gesunde und wichtige Nahrungsmittel aus der Sicht des Leidenden für sich selbst wieder zu legalisieren und anzunehmen.

Der Erfolg der Behandlung hängt einerseits vom Schweregrad der Bulimie, andererseits aber auch vom Umfang etwaiger Komorbiditäten (Nebenerkrankungen meist psychischer Art; wie Angststörungen, Probleme mit zwischenmenschlichen Kontakten oder Depressionen, aber auch Alkoholismus und Drogenmissbrauch) ab. Außerdem muss der oder die Betroffene das Problem erkennen und willens sein, den Teufelskreis zu durchbrechen. Je nach individuellem Fall kann über den Einsatz von Antidepressiva nachgedacht werden. Diese haben nicht nur einen positiven Einfluss auf die allgemeine Stimmung, sondern wirken zusätzlich als Regulator der Ess-Brech-Attacken. Langfristig sind in der Regel therapeutische Erfolge zu verzeichnen, sodass die Betroffenen wirkungsvoll an eine normale Lebensweise herangeführt werden können und die Lebensqualität erheblich steigt.

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