Knochendichtemessung - Medizinische Experten

Die Knochendichtemessung wird auch als Osteodensitometrie bezeichnet und ermöglicht die schmerzfreie Messung der Knochenbeschaffenheit anhand des Mineralgehalts. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, die mithilfe von Strahlung, meist Röntgenstrahlen, arbeiten. Bei welchen Anwendungsfällen solch eine Messung vorgenommen wird und welche Ärzte Spezialisten auf diesem Gebiet sind, zeigt der folgende Text.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Knochendichtemessung - Weitere Informationen

Die Messung verrät, wie stark die Strahlung durch die Knochen abgeschwächt wird und ermöglicht so Rückschlüsse darauf, wie hoch der Gehalt an Mineralsalzen im Knochen ist. Meist werden die Messungen an der Lendenwirbelsäule oder am Oberschenkelhals durchgeführt, da hier klinisch bedeutsame Knochenbrüche auftreten können. Zu den verschiedenen Verfahren, die bei einer Knochendichtemessung angewendet werden können, zählen:
  • Zweispektren-Röntgen-Absorptiometrie
  • Quantitative Computertomografie
  • Quantitativer Ultraschall
  • Periphere Densitometrie

Einsatz der Knochendichtemessung

Die Knochendichtemessung kommt in mehreren Gebieten zum Einsatz. Mit ihr kann das allgemeine Risiko für Knochenbrüche bestimmt werden. Außerdem spielt sie eine wichtige Rolle bei der Diagnose und Kontrolle von Osteoporose. Osteoporose (Knochenschwund) ist eine altersbedingte Erkrankung des Knochens, die das Risiko für Brüche erhöht. Die Kontrolle erfolgt idealerweise durch regelmäßige Knochendichtemessungen, die beim selben Arzt und mit demselben Gerät durchgeführt werden sollten. Dadurch kann festgestellt werden, wie schnell die Knochensubstanz verschwindet. Eine Knochendichtemessung zur Diagnose wird dann empfohlen, wenn der Verdacht auf Osteoporose besteht oder wenn bestimmte Risikofaktoren für Osteoporose vorhanden sind:
  • Alter über 65 Jahre
  • Knochenbruch nach dem 40. Lebensjahr
  • Oberschenkelhalsbruch der Mutter
  • Osteoporose in der Familie
  • weibliches Geschlecht
  • frühe Menopause
  • niedriges Gewicht
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • geringe Kalziumaufnahme durch die Nahrung
  • Mangel an Vitamin D
  • geringe körperliche Betätigung
Außerdem gibt es einige Hochrisikofaktoren, bei denen eine regelmäßige Knochendichtemessung empfehlenswert ist:
  • Dauertherapie mit Kortison
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Cushing-Syndrom (Überangebot des Hormons Kortisol im Körper)
  • Empfang einer Organtransplantation

Zweispektren-Röntgen-Absorptiometrie

Diese Untersuchung wird meist DXA oder DEXA genannt, was die Abkürzung für die englische Bezeichnung Dual Energy X-Ray Absorptiometry ist. Die DXA ist die am häufigsten angewandte Methode für eine Knochendichtemessung. Für die Untersuchung werden zwei verschieden starke Röntgenstrahlen durch den Körper geschickt. Die Röntgenstrahlen durchdringen den Knochen, werden aber von ihm abgeschwächt. Die Knochendichte wird danach berechnet, wie sehr der Knochen den Röntgenstrahl beeinflusst hat. Als Weiterentwicklung der Einzel-Energie-Röntgen-Absorptiometrie, welche in Deutschland nur noch selten angewendet wird, ist die DXA ein sehr zuverlässiges und genaues Messverfahren. Außerdem wird dabei nur geringe ionisierende (radioaktive) Strahlung eingesetzt. Die Untersuchung kann prinzipiell am ganzen Körper erfolgen, sofern sich an den betreffenden Stellen keine Metallimplantate befinden.

Quantitative Computertomografie

Diese Untersuchung, auch mit QCT abgekürzt, wird im Bereich der Lendenwirbelsäule durchgeführt. Dafür wird mithilfe von Röntgenstrahlen eine Schichtaufnahme der Knochen erzeugt, anhand derer die Knochendichte der äußeren Knochenschicht und der inneren sogenannten Knochenbälkchen getrennt bestimmt werden kann. Die Aktivität des Stoffwechsels ist in den Knochenbälkchen höher als in der Außenschicht, sodass durch die QCT auch Veränderungen des Knochenstoffwechsels festgestellt werden können. Darin liegt ihr Vorteil gegenüber der DXA. Allerdings ist bei der QCT die Strahlenbelastung höher und sie ist weniger genau als die DXA. Deshalb wird die QCT nur bei Patienten mit sehr speziellen Fragestellungen genutzt. Daneben kann auch noch eine periphere QCT (pQCT) durchgeführt werden. Bei dieser erfolgt die Messung nicht an der Lendenwirbelsäule, sondern am Unterarm. Die Strahlenbelastung ist bei dieser Methode geringer als bei der normalen QCT, allerdings ist sie im Gegensatz zur DXA örtlich begrenzt.

Quantitativer Ultraschall

Diese Methode, kurz QUS, nutzt im Gegensatz zu den anderen Untersuchungen keine Röntgenstrahlen, sondern Ultraschall zur Knochendichtemessung. Dafür gibt es zwei verschiedene Verfahren. Im ersten Verfahren wird getestet, wie stark die Schallenergie durch den Knochen abgeschwächt wird. Im zweiten Verfahren wird analysiert, wie schnell sich der Ultraschall im Knochen bewegt. Der große Vorteil der QUS ist, dass hierbei keinerlei Strahlenbelastung auftritt. Jedoch ist die Methode noch sehr neu, weshalb sie als noch nicht ausgereift gilt und bislang nicht standardmäßig zum Einsatz kommt.

Periphere Densitometrie

Die periphere Densitometrie kann mittels DXA oder pQCT erfolgen. Hierbei erfolgt die Messung nicht am Oberschenkelhals oder an der Lendenwirbelsäule, sondern wird an anderen Körperstellen durchgeführt, meist am Unterarm. Damit erfolgt die Messung nicht dort, wo klinisch wichtige Knochenbrüche auftreten, etwa Wirbelkörperbrüche bei Frauen mit Osteoporose infolge der Wechseljahre oder Schenkelhalsbrüche bei Altersosteoporose, und hat daher nur eine geringe Aussagekraft in Bezug auf das Risiko von Knochenbrüchen.

Ergebnisse der Knochendichtemessung

Nach einer Knochendichtemessung wird der ermittelte Wert der Knochendichte als sogenannter T-Wert angegeben. Dieser Wert ist für alle Untersuchungen standardisiert, um eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Verfahren zu gewährleisten. Der T-Wert gibt an, wie weit die Werte des Patienten von den mittleren Werten eines 30-Jährigen abweichen. Die Höhe des T-Werts kann dann folgendermaßen interpretiert werden:
  • 0 bis -1: kein Befund, normale Knochendichte
  • -1 bis -2.5: Knochenarmut (Osteopenie)
  • kleiner als -2.5: Knochenschwund (Osteoporose)
  • kleiner als -2.5 und typische Knochenbrüche: schwerer Knochenschwund
Darüber hinaus kann aus den Daten auch ein sogenannter Z-Wert errechnet werden. Dieser gibt an, wie weit die Befunde des Patienten von gesunden Testpersonen des gleichen Alters abweichen, und ermöglicht so dem Arzt zu beurteilen, ob der vorhandene Knochenschwund sich im Rahmen des für dieses Alter normalen Befundbilds bewegt oder ob er möglicherweise schwerwiegender ist. Daraus kann der Arzt sein weiteres Vorgehen ableiten, beispielsweise ob eine medikamentöse Behandlung angezeigt ist.

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