Ohrenkorrektur - Medizinische Experten

Eine Ohrenkorrektur dient der Korrektur von abstehenden Ohren, der am häufigsten vorkommenden Fehlbildung der Ohren. So werden bei einer Ohrenkorrektur die Ohren angelegt, indem der Ohrknorpel neu geformt und fixiert wird. Der Eingriff kann entweder ambulant unter örtlicher Betäubung oder stationär unter Vollnarkose erfolgen und dauert etwa 1 bis 2 Stunden.

Weitere Informationen zur Ohrenkorrektur finden Sie im Text weiter unten.

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Ohrenkorrektur - Weitere Informationen

Was geschieht bei einer Ohrenkorrektur?

Bei abstehenden Ohren liegt in der Regel eine angeborene Verformung der Ohrknorpel, eine asymmetrische Entwicklung einzelner Knorpelteile oder eine zu schwache Ausbildung bzw. ein Fehlen der inneren Ohrfalte (Anthelix) vor. Bei einer Ohrenkorrektur wird daher der Ohrknorpel neu geformt und anschließend fixiert. Dies geschieht, indem der plastische Chirurg mit einem weitgehend verdeckten Schnitt innerhalb des Ohrmuschelrandes den Ohrmuschelknorpel freilegt und anschließend mit einem feinen Diamantschleifkopf ausdünnt und in die gewünschte Form bringt.

Gründe für eine Ohrenkorrektur: Abstehende Ohren

Während abstehende Ohren im fernen Osten oft als Zeichen von Klugheit und Wohlstand gelten, werden sie in der westlichen Welt meist eher als eine Fehlbildung betrachtet, über die man sich lustig machen kann. So führen abstehende Ohren beispielsweise vor allem im Kindesalter zu Hänseleien. Die Folge sind psychische Störungen verursacht durch Scham und Minderwertigkeitsgefühle.

Eine Ohrenkorrektur wird also meist vorgenommen, um derartige psychische Störungen und Hänseleien zu verhindern. Der Eingriff zum Ohren anlegen kann dabei in jedem Alter vorgenommen werden. Da der Eintritt in die Schule jedoch ein wesentliches Ereignis für Kinder darstellt, sollte eine Ohrenkorrektur aus psychischen Gründen vor dem Eintritt in die Schule, spätestens aber zum 10. Lebensjahr erfolgen.

Ergebnis einer Ohrenkorrektur

Eine Ohrenkorrektur führt meist zu einem guten kosmetischen Ergebnis. Allerdings gleicht ein Ohr sowohl vor, als auch nach dem operativen Ohren anlegen selten dem anderen. So ist es beispielsweise möglich, dass ein Ohr größer ist als das andere und weiter absteht oder dass das Knorpelgerüst unterschiedlich aufgebaut ist. Zudem können nach der Operation durch die Bildung von Narben oder die Rückstellung des Knorpels erneute Fehlbildungen der Ohrmuschel auftreten. Diese können dann durch einen zweiten Eingriff nochmals korrigiert werden.

Vorbereitungen vor einer Ohrenkorrektur

Spezielle Vorbereitungen sind nicht notwendig. Allerdings sollte sich der Patient ein breites, weiches Stirnband besorgen, das er nach der Operation über den Ohren tragen kann. Da Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure und andere Medikamente eine Verzögerung der Blutgerinnung verursachen und so zu Nachblutungen mit Schädigungen des Ohrknorpels und der Haut führen können, sollten diese zudem in den 10 Tagen vor der Operation nicht eingenommen werden.

Vorgehen bei einer Ohrenkorrektur

Eine Ohrenkorrektur kann sowohl bei Erwachsenen, als auch bei Kindern im Rahmen eines ambulanten Eingriffs unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Der Patient kann die Klinik dann direkt am Tag des Eingriffs wieder verlassen. Auf Wunsch kann die Ohrenkorrektur aber auch unter Vollnarkose erfolgen. Dies erfordert in der Regel einige Voruntersuchungen und einen stationären Krankenhausaufenthalt von 2 bis 7 Tagen.

Während der Dauer der Operation wird der Patient mit leicht erhöhtem Kopf in Rückenlage gelagert. Vor Beginn der eigentlichen Operation wird zunächst das Gesicht und der Haaransatz gewaschen und desinfiziert und der Körper bis zum Hals mit sterilen Tüchern abgedeckt, so dass das Gesicht des Patienten frei bleibt. Anschließend erfolgt die örtliche Betäubung mit einem kleinen Einstich hinter dem Ohrläppchen, der kaum schmerzt.

Während der eigentlichen operativen Ohrenkorrektur legt der plastische Chirurg zunächst mit einem weitgehend verdeckten Schnitt innerhalb des Ohrmuschelrandes den Ohrmuschelknorpel frei. Anschließend schleift er den Ohrknorpel mithilfe eines feinen Diamantschleifkopfes aus, um ihn so in die gewünschte Form zu bringen. Zum Schluss der Ohrenkorrektur wird der neugeformte Ohrknorpel mit feinen Nähten fixiert und die Hautwunde vernäht.

Eine Operation zum Ohren anlegen dauert zwischen 1 bis 2 Stunden. Die Ohren werden nach der Operation mit Pflasterzügen fixiert und mit einem Mützenverband verbunden. Erwachsene können nach der operativen Ohrenkorrektur auch gleich ein breites Stirnband tragen.

Nach der Ohrenkorrektur

Direkt nach der Operation treten in der Regel leichte Schmerzen, Schwellungen und bläuliche Verfärbungen an den operierten Ohren auf, die aber innerhalb weniger Tage wieder verschwinden. Etwa 3 bis 4 Tage nach der Ohrenkorrektur ist der Patient meist wieder voll arbeitsfähig bzw. schulfähig. Die Narbe verblasst im Laufe der Zeit, bis sie kaum noch erkennbar ist. Eine endgültige Bewertung des Ergebnisses der Ohrenkorrektur ist meist nach 2 bis 3 Monaten möglich, wenn die bestehende Restschwellung abgeklungen und die endgültige Ohrform erreicht ist.

Nachbehandlung nach einer Ohrenkorrektur

In den ersten drei Wochen nach der Operation sollte der Patient beim Schlafen und Liegen einen Mützenverband oder ein weiches Stirnband tragen, um eine Abknickung der Ohrmuschel zu verhindern. Zudem sollte nach der Ohrenkorrektur etwa sechs Wochen lang auf Sport verzichtet werden. Und beim Waschen der Haare sollten die operierten Ohren sehr vorsichtig behandelt und sechs Wochen lang nicht umgeknickt werden. Das Ziehen der Fäden und das Entfernen des Pflasterverbandes erfolgt etwa 7 bis 10 Tage nach dem Eingriff in der Klinik.

Mögliche Risiken und Komplikationen bei einer Ohrenkorrektur

Trotz größter Sorgfalt sind während und nach der operativen Ohrenkorrektur vereinzelt Komplikationen möglich. Hierzu gehören unter anderem

  • starke Schmerzen und Blutergüsse,
  • Narbenwucherungen,
  • Infektionen,
  • Störungen der Blutversorgung und
  • Gefühlsminderungen oder Missempfindungen an den Ohren.

In seltenen Fällen kann es zudem nach einer Ohrenkorrektur zu einem erneuten Abstehen der Ohren kommen, wenn eine Unverträglichkeit gegenüber dem Fadenmaterial besteht, die eine Abstoßung des Fadens zur Folge hat.

Bluterguss

Starke Schmerzen nach dem operativen Ohren anlegen können auf einen zu engen Verband oder einen Bluterguss zurückzuführen sein. Kontrollen durch den Arzt sind daher notwendig. Ein Bluterguss kann meist durch eine Punktion behandelt werden und macht nur in seltenen Fällen einen erneuten Eingriff notwendig.

Narbenwucherung

In sehr seltenen Fällen kann nach der Operation in der Narbe eine Narbenwucherung, auch Keloid genannt, entstehen. Dabei handelt es sich um eine dicke, wulstige, verfärbte, schmerzhafte und juckende Narbe, die durch Cortison-Injektionen, Druckverbände oder eine operative Entfernung behandelt werden kann.

Infektionen oder Störungen der Blutversorgung

Auch Infektionen der Wunde oder des Ohrknorpels, die zu einer Verzögerung des Heilungsprozesses führen, sind nach einer Ohrenkorrektur möglich. Zudem kann es durch eine Störung der Blutversorgung in sehr seltenen Fällen zu einer Schädigung der Haut oder des Knorpels kommen. Das Risiko, das solche Komplikationen auftreten, ist vor allem dann erhöht, wenn bei dem Patienten bereits früher Eingriffe am äußeren Ohr durchgeführt wurden. Diese Stellen heilen aber meist spontan ab, ohne eine Operation notwendig zu machen.

Störung der Berührungsempfindun

Da eine operative Ohrenkorrektur die Durchtrennung feiner Hautnerven erfordert, ist es normal, wenn die Berührungsempfindung am Ohr vorübergehend gestört ist. So können nach dem Eingriff beispielsweise Gefühlsminderungen oder Missempfindungen am Ohr auftreten. Diese verschwinden aber normalerweise im Laufe der Zeit von selbst.

Vorbeugung von Komplikationen bei einer Ohrenkorrektur

Zur Vorbeugung von Komplikationen ist es wichtig, dass der Patient den Chirurgen vor der Operation über bestehende Krankheiten oder Allergien, etwa gegen Medikamente oder Wasch- und Desinfektionsmittel, informiert. Außerdem muss der Chirurg vorab wissen, ob der Patient regelmäßig Medikamente einnimmt. Neigt der Patient zu auffälligen blauen Flecken oder anhaltenden Blutungen nach kleineren Verletzungen, sollte mit speziellen Untersuchungen unbedingt ausgeschlossen werden, dass der Patient unter einer Blutgerinnungsstörung leidet.

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