Muttermalentfernung - Medizinische Experten

Die Entfernung eines Muttermals kann aus rein ästhetischen oder aber aus medizinischen Gründen (Entartungsrisiko bei einigen Arten) gewünscht werden. Die operative Muttermalentfernung ist in jedem Fall alternativen Therapien vorzuziehen. Während kleine Muttermale in der Regel problemlos innerhalb von wenigen Minuten in örtlicher Betäubung entfernt werden können, sollte zur Entfernung von größeren Muttermalen, insbesondere im Gesicht, ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufgesucht werden.

Weitere Informationen zur Muttermalentfernung finden Sie im Text weiter unten.

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Muttermalentfernung - Weitere Informationen

Was sind Muttermale und welche Arten von Muttermalen werden unterschieden?

Muttermale, medizinisch Nävi oder umgangssprachlich Leberflecken genannt, sind definitionsgemäß umschriebene, gutartige Veränderungen der normalen Haut in Struktur, Pigmentierung und Zellaufbau. Muttermale können isoliert, meistens nicht erblich, als auch erblich bedingt in großer Zahl an der Haut des gesamten Körpers auftreten.

Nevus NCI.jpg
gutartiges Muttermal; By National Cancer Institute - Source: National Cancer Institute (NCI)https://visualsonline.cancer.gov/details.cfm?imageid=9299, Public Domain, Link

Medizinisch werden eine Vielzahl verschiedener Arten von Muttermalen und deren Untergruppen unterschieden:

  • Melanozytäre Nävi (z.B. Sommersprossen, Café-au-lait-Fleck)
  • Nävuszellnävi (z.B. behaarter Riesenpigmentzellnävus)
  • Epidermale Nävi
  • Talgdrüsen-Nävus (Nävus sebaceus)
  • Geäßnävi und Hämangiome (Feuermal und Blutschwämme)

Gründe für die Entfernung von Muttermalen

Einerseits kann der Wunsch einer operativen Entfernung eines Muttermals aus rein ästhetischen Gründen entstehen, ohne dass hier eine medizinische Notwendigkeit besteht. Andererseits gibt es ebenso medizinische Indikationen der Muttermalentfernung.

So besteht bei einigen der oben genannten Arten ein gewisses Risiko der Entartung mit Umwandlung in bösartigen Hautkrebs. Es wird z.B. empfohlen, auffällige Muttermale regelmäßigen Kontrollen zu unterziehen oder Nävuszellnävi, die größer als 2 cm sind, vor dem 20 Lebensjahr zu entfernen. Bei bestimmten Unterarten treten innerhalb dieser Hautveränderungen sogar in 15 Prozent bösartige Melanome auf.

Generell sollte bei Auffälligkeiten eines Muttermals in Größe, Form und Pigmentierung ein Hautarzt aufgesucht werden.

Operative Entfernung von Muttermalen

Die operative Muttermal-Entfernung ist in jedem Fall alternativen Therapien vorzuziehen. Idealerweise erfolgt die Indikationsstellung zur Entfernung eines Muttermals durch einen Hautarzt. Kleine Muttermale können in der Regel ohne Probleme innerhalb eines wenige Minuten dauernden Eingriffes in örtlicher Betäubung entfernt werden.

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Nach der operativen Entfernung eines Muttermals; von Dubbel112 - Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Bei größeren Hautveränderungen insbesondere im Gesicht sollte auf jeden Fall ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufgesucht werden. Dieser ist in der Lage, verschiedene operative Verfahren zum Erreichen eines optimalen Ergebnisses in Bezug auf vollständige Entfernung als auch den ästhetischen Defektverschluss anzuwenden. Dabei wird unter Berücksichtigung der anatomischen Besonderheiten insbesondere im Gesicht nach der operativen Entfernung der Defektverschluss über eine lokale Hautverschiebung erreicht.

Sehr große Veränderungen können mittels „serieller Exzision“, bei der in wiederholten Eingriffen immer wieder ein Stück des Nävus entfernt wird und die umliegende Haut so Stück für Stück gedehnt und entfernt wird. Oder es kommt ein sog. „Skin-Expander“ zum Einsatz. Hierbei wird ein Kunststoffbeutel mit Ventil über einen Schnitt innerhalb des Muttermals unter die angrenzende gesunde Haut eingebracht. Nach Abheilung kann dann über das Ventil der Beutel in regelmäßigen Abständen mit Kochsalz aufgefüllt werden, so dass die darüber liegende Haut schonend gedehnt wird. Bei ausreichender Dehnung werden dann in einem zweiten Eingriff der Beutel und der Nävus entfernt und der Defekt mit Hilfe der gedehnten Haut verschlossen.

Abhängig vom Aufwand des operativen Eingriffes kommen von der örtlichen Betäubung über die Kombination mittels Dämmerschlaf bis zur Vollnarkose alle üblichen Anästhesieverfahren zum Einsatz. Bei der örtlichen Betäubung kann der Patient kurz nach dem Eingriff in Begleitung wieder nach Hause, bei oben genannten aufwendigeren Verfahren ist mit einem kurzen stationären Aufenthalt zu rechnen.

Mögliche Komplikationen und Risiken bei der Muttermalentfernung

Keine Operation ist ohne Risiken! In den Händen eines dafür ausgebildeten Facharztes sind die operativen bzw. anästhesiologischen Risiken sehr, sehr gering. Als seltene operative Risiken sind

  • Nachblutung,
  • Infektion,
  • Wundheilungsstörungen und
  • auffällige Narbenbildung

zu erwähnen.

Nachbehandlung nach der Entfernung von Muttermalen

Nach der Entfernung von kleinen Nävi ist in der Regel nur die Wundkontrolle und Entfernung des Nahtmaterials abhängig von der Lokalisation nach 5 bis 14 Tagen notwendig. Bei größeren Eingriffen, insbesondere nach Einsatz eines Skin Expanders, ist die regelmäßige Kontrolle mit Auffüllen des Expanders durch den Operateur notwendig. Bis zum Erreichen des gewünschten Volumens und Dehnung der Haut vergehen mitunter mehrere Wochen bis Monate.

Kosten der operativen Muttermal-Entfernung

Die Kosten für die medizinisch indizierte Entfernung von Muttermalen werden von der Krankenkasse übernommen. Lediglich die Kosten für eine rein aus ästhetischen Gründen gewünschte Muttermal-Entfernung sind vom Patienten selbst zu tragen.

Fazit zur operativen Muttermal-Entfernung

Die Risiken bei der Entfernung kleinerer und größerer Muttermale lassen sich durch Behandlung eines entsprechend ausgebildeten Facharztes minimieren. Nebendessen ist die Entfernung eines „normalen“ Muttermals ein kurzer, unkomplizierter Eingriff, der bei einem fraglichen Entartungsrisiko niemals gescheut werden sollte.

Autor: Dr. med. Ulrich Fabian

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