Versteifungsoperation an der Wirbelsäule (Spondylodese, Wirbelsäulenversteifung)

Mit einer Versteifungsoperation an der Wirbelsäule können verschiedene Wirbelsäulenerkrankungen behandelt werden. Die Versteifung von bestimmten Wirbelsäulensegmenten stellt bei einigen Erkrankungen die einzige Behandlungsmöglichkeit dar. Bei chronischen Rückenschmerzen sollten allerdings zunächst einige andere Therapien in Erwägung gezogen werden, bevor es zur Durchführung der recht aufwendigen Spondylodese kommt, welche auch behandlungsbedürftige Langzeitfolgen nach sich ziehen kann.

Themenübersicht dieses Artikels

Welcher Facharzt ist für eine Versteifungsoperation zuständig?

Sowohl Fachärzte für Neurochirurgie also auch für Orthopädie und Unfallchirurgie führen Spondylodesen durch.

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Gründe für eine Wirbelsäulenversteifung

Bei einer Versteifungsoperation können sowohl Segmente der Halswirbelsäule (HWS) als auch Lendenwirbelsäule (LWS) stabilisiert werden. Zu den häufigen Anlässen für eine Versteifungsoperation zählen eine instabile Wirbelsäule mit starken Beschwerden (z.B. nach einem Schleudertrauma), eine Skoliose, Wirbelgleiten und das Facettensyndrom. Auch vorausgegangene Mehrfachoperationen an der Wirbelsäule sind Indikation für eine Versteifungsoperation. Chronische Rückenschmerzen sollten zunächst intensiv konservativ und möglicherweise mit endoskopischer Nukleotomie, Abrasion oder Implantation einer Bandscheibenprothese behandelt werden, bevor der relativ aufwendige Eingriff zur Wirbelsäulenversteifung durchgeführt wird.

Wie wird eine Spondylodese durchgeführt?

Versteifungsoperationen können recht unterschiedlich ausfallen. Sie können über den Bauchraum, über den Rücken oder über beide Seiten kombiniert vorgenommen werden. Daneben werden implantatfreie von implantathaltigen Wirbelsäulenversteifungen unterschieden.

Bei der Versteifungsoperation werden Schrauben, Platten und Cages befestigt. Häufig werden in den Bandscheibenzwischenraum Knochenspäne aus dem Becken oder Knochenersatz eingebracht, welche sich nach einigen Monaten mit dem Wirbel verknöchern. Durch diesen Verwachsungsprozess als Leistung des Körpers erfolgt die dauerhafte Fixation.Bei Patienten mit rheumatischem Befall der Wirbelsäule ist ein besonderes Vorgehen erforderlich.

Komplikationen und Folgen einer Wirbelsäulenversteifungs-OP

Je nach Ausgangssituation sind bei einer Versteifungsoperation Erfolgsquoten von 50 – 85 % möglich. Schwerwiegende Komplikationen sind sehr selten.

Allerdings kann die Versteifungsoperation Langzeitfolgen nach sich ziehen. Durch die Stabilisierung eines Wirbelsäulensegmentes werden die benachbarten Abschnitte verstärkt belastet, was zu neuen Beschwerden führen kann. Dann kann auch eine weitere Operation notwendig werden. Als Folge einer Versteifungsoperation an der Wirbelsäule sind Bewegungseinschränkungen möglich.

Bereits wenige Stunden nach der Spondylodese kann der Patient in einem Spezialkorsett gehen. Nach ca. vier weiteren Tagen ist auch Autofahren wieder möglich, dann steht auch die Entlassung aus der Klinik an.

Das Leistungsvermögen nach einer Versteifungsoperation ist davon abhängig, ob ein- oder mehrsegmental und an welcher Stelle (HWS oder LWS) operiert wurde sowie ob es sich um einen Ersteingriff oder Folgeeingriff nach vorangegangenen Operationen handelte.

Quellen

Sozialmedizinische Beurteilung der Leistungsfähigkeit bei Bandscheiben- und bandscheibenassoziierten Erkrankungen. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 074/001. Entwicklungsstufe: 2. URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/074-001_S2_Sozialmedizinische_Beurteilung_der_Leistungsfaehigkeit_bei_Bandscheiben-_und_bandscheibenassoziierten_Erkrankungen_09-2009_09-2014.pdf

Krämer, Jürgen (2006): Bandscheibenbedingte Erkrankungen. 5., überarb. und aktualisiert Aufl. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

Reul, Jürgen / Jung, Axel: Bandscheiben-Operation. URL: http://www.medfuehrer.de/Orthopaeden-Unfallchirurgen-Rheuma/Behandlungen/Bandscheiben-Operation-Hintergrund.html [Zugriff: 27.2.2012]

Internet-Seiten der Beta Klinik zur Stabilisierung. URL: http://www.betaklinik.de/de/Leistungsspektrum/Wirbelsaule/Stabilisierung.html [Zugriff: 27.2.2012]

Wottke, Dietmar (2004): Die große orthopädische Rückenschule. Berlin / Heidelberg: Springer Medizin Verlag.