Die Schulter - Anatomie und Erkrankungen an der Schulter

Unter der Schulter wird meistens der Schultergürtel (inkl. anliegende Muskulatur) verstanden, der beide Arme mit dem Körperstamm verbindet. Der außergewöhnlich große Bewegungsumfang der Schulter bzw. Arme ergibt sich unter anderem daraus, dass die Schulter vorwiegend durch Muskeln fixiert und bewegt wird – und nicht durch wenig dehnbare Bänder wie beispielsweise das Hüftgelenk. Aus dem Aufbau der Schulter insgesamt und der großen Beweglichkeit ergibt sich aber auch eine besondere Anfälligkeit für Verletzungen und Verschleiß.

Themenübersicht dieses Artikels

Das Schulterhauptgelenk

Das eigentliche Schultergelenk bzw. Schulterhauptgelenk (Glenohumeralgelenk, Articulatio humeri) entsteht knöchern aus dem Oberarmkopf (Humeruskopf) und der Schulterpfanne (Glenoid), die ein Teil des Schulterblattes (Scapula) ist. Es ist ein Kugelgelenk, bei dem der Oberarmkopf durch einen Faserknorpelring (Gelenklippe, Labrum glenoidale), die Gelenkkapsel, Bänder und vor allem die kräftige Rotatorenmanschette (aus Muskeln und Sehnen) in der Schulterpfanne gehalten wird.

Anatomie der Schulter

Im Rahmen der Diagnose von Schulterbeschwerden sollten auch diese umgebenden Weichteile untersucht werden (Ultraschall, Kernspin), da sie auf Grund der großen Beweglichkeit der Schulter anfällig für (Sport-)Verletzungen und Verschleißerscheinungen sind.

Die Schulternebengelenke

Neben dem Schulterhauptgelenk gehören auch Schulternebengelenke zum Schultergürtel:

  • das Schultereckgelenk (Acromioclaviculargelenk, ACG) zwischen der Schulterhöhe (Acromion) und dem äußeren Schlüsselbeinende (Clavicula)
  • das Sternoclaviculargelenk zwischen Brustbein (Sternum) und Schlüsselbein (Clavicula)
  • das sog. scapulothorakale Gelenk zwischen Schulterblatt (Scapula) und Brustkorbwand (Thoraxwand)
  • das sog. Subacromialgelenk (eher: Subacromialraum) zwischen der Schulterhöhe (Acromion) und dem Oberarmkopf bzw. der als Dach des Scapulohumeralgelenkes dienenden Sehnenplatte

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Der Gelenkknorpel und die Schleimbeutel

Zum Schutz der Gelenke sind die Innenseite der Schulterpfanne und der Oberarmkopf mit Gelenkknorpel überzogen. Von der Gelenkkapsel wird kontinuierlich Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) erzeugt.

Zur Schulter gehören auch verschiedene Schleimbeutel (Bursen), die als Puffer zwischen den Geweben fungieren und eine Reibminderung leisten.

Erkrankungen und Verletzungen an der Schulter

Die Schmerzen, die durch Erkrankungen und Verletzungen im Schulterbereich entstehen, werden meistens nicht in der Schulter selbst, sondern am Oberarm (v.a. Nähe Deltamuskelansatz) wahrgenommen. Eine Ausnahme bilden Verletzungen des Akromioklavikulargelenkes.

Den Großteil aller krankhaften Veränderungen der Schulter machen degenerative Prozesse (Abnutzungserscheinungen) aus. Wie alle Gelenke des menschlichen Körpers kann auch die Schulter von Arthrose betroffen sein (Omarthrose). Häufig ist aber auch das Inpingement-Syndrom (Engpass-Syndrom der Schulter), bei dem eine Einengung zwischen Schulterdach und Oberarmkopf vorliegt. Weitere Erkrankungen im Schulterbereich können die Kalkschulter und die Frozen Shoulder sein.

Auch der Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur) kommt oft vor, weil es sich dabei um einen sehr dünnen Knochen handelt. Weitere Verletzungen im Schulterbereich können die Rotatorenmanschettenruptur (Sehnenriss) und Schulterluxationen (Ausrenkungen des Schultergelenkes) sein.