Leberkrankheiten und Leberoperationen – ein Überblick

Die Leber (Hepar) ist die größte Drüse des menschlichen Körpers. Ein Defekt und Leberkrankheiten können sehr schnell gefährlich werden und in besonders ernsten Fällen bleibt als letzte Möglichkeit lediglich die Leberoperation. Doch welche Leberkrankheiten unterscheiden die Ärzte und Hepatologie-Experten? Welche Operationsmethoden gibt es im Bereich der Leber?

Themenübersicht dieses Artikels

Die Leber: Aufbau und Funktion

LeberDie Leber wird in vier Leberlappen bzw. 8 Segmente eingeteilt. Über die Pfortader erhält die Leber das Blut aller unpaaren Bauchorgane und die darin enthaltenen Nährstoffe aus dem Darm. Die Hauptaufgaben der Leber sind zum Beispiel die Bildung und Abgabe der Gallensäuren, die Speicherung von Zucker in Form von Glykogen (tierische Stärke), der Aufbau körpereigener Eiweiße sowie die Speicherung von Vitaminen oder der Abbau giftiger Substanzen (z. B. Ammoniak, Alkohol) und Medikamente. Dank dieser Funktionsbreite wird die Leber auch als zentrale Schaltstelle des menschlichen Stoffwechsels angesehen. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über ausgewählte Lebererkrankungen sowie die wichtigsten Leber-OPs.

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Ausgewählte Leberkrankheiten: Infektionen der Leber

Hepatitis (Leberentzündung)

Bei der Hepatitis handelt es sich um eine Entzündung der Leber, welche meist durch Viren (Hepatitisviren A, B und C) hervorgerufen wird. Insbesondere die Hepatitis B und C können chronisch verlaufen. Dies kann als Spätfolge zu Leberkrebs führen. Schutz in Form einer Impfung gibt es gegen eine Infektion mit Hepatitis A- und B-Viren.

Das charakteristische Kennzeichen dieser Leberkrankheit ist die Gelbfärbung der Haut sowie der Skleren (Lederhaut der Augen). Die Krankheitsbezeichnung „Gelbsucht“, wie sie im Volksmund oft verwendet wird, ist jedoch unzureichend, da eine Gelbsucht (Ikterus) auch ohne virale Entzündungen z. B. durch Stauung von Gallenflüssigkeit als Folge eines Gallensteinleidens oder als Neugeborenenikterus in den ersten Wochen nach der Geburt auftreten kann.

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Fortschreitende Leberzysten und –abszesse

Leberabszess Leberzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume und Blasen innerhalb des Lebergewebes. Sie entstehen meist infolge einer Infektion mit Parasiten (z. B. Fuchsbandwurm) und Krankheitserregern (z. B. Amöben). Infektionen mit solchen Parasiten können im weiteren Verlauf zu Entzündungen führen, sodass sich ein Leberabszess bildet. Der Leberabszess ist eine Eiteransammlung in der Leber. Viel häufiger als Wurm- und Amöbeninfektionen sind Leberabszesse jedoch eine Folge von aufsteigenden bakteriellen Infektionen im Bereich der Nieren und im Gallengangsystem infolge Gallensteinbildung oder werden durch auf dem Blutweg in die Leber streuende Infektionen ausgelöst. Symptomatisch kann es beim Leberabszess zu Druckgefühl im rechten Oberbauch kommen, zu Fieber, Schüttelfrost und einer Gelbsucht (Ikterus). Die Behandlung erfolgt mittels Antibiotika; in schweren Fällen müssen die Zysten und Abszesse mittels Leberoperation entfernt werden.

Echinokokkose

Die Echinokokkose verdankt ihren Namen den Hunde- bzw. Fuchsbandwürmern (Echinococcus spec.). Übertragen werden die Eier dieser Bandwurmarten fäkal-oral, d. h. dass sich der Mensch durch den Genuss von bodennahen Früchten infiziert, die mit dem Kot von Hunden oder Füchsen verunreinigt sind. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven siedeln sich vor allem in der Leber an und verursachen dort zahlreiche Zysten. Die Echinokokkose kann sich über Jahre unbemerkt entwickeln. Je nach Größe der Echinokokkuszysten bemerkt der Betroffene zuerst ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Da die Zysten die Leberfunktion stark einschränken oder sogar die Gallengänge verschließen können, kommt es in einigen Fällen zur Gelbsucht (Ikterus). Gefährlich sind die Zysten, wenn sie aufgrund ihrer Größe platzen. Denn in diesem Fall streuen die Echinokokkus-Larven im gesamten Bauchraum und können eine schwere Bauchinfektion (akutes Abdomen) hervorrufen. Die Therapiemethode der Wahl ist die chirurgische Entfernung der Echinokokkose-Zysten, bevor diese platzen.

Ausgewählte Leberkrankheiten: Fettleber und Leberzirrhose

Fettleber

Fettleber Als Fettleber wird die fortschreitende Einlagerung von Fettgewebe in die Leber bezeichnet. Als wichtigste Symptome dieser Leberkrankheit gelten das Druckgefühl im rechten Oberbauch sowie die stark vergrößerte und somit tastbare Leber. Je größer der Fettanteil wird, desto schlechter kann die Leber ihre Funktionen wahrnehmen. Am Ende droht eine Fettleberentzündung, welche zu einer vollständigen Zerstörung der Leber (Leberzirrhose) führen kann. Besonders häufig ist die Fettleber mit starkem Alkoholkonsum, mit Diabetes mellitus und mit extremem Übergewicht (Adipositas, Fettleibigkeit) assoziiert. Je früher diese begünstigenden Faktoren behandelt werden, desto wahrscheinlicher kann sich die Fettleber auch wieder zurückbilden.

Leberzirrhose

Bei der Leberzirrhose handelt es sich um eine Leberkrankheit, bei der das funktionelle Lebergewebe fortschreitend und unumkehrbar in funktionsloses Bindegewebe („Vernarbung“) umgewandelt wird. Durch den zunehmenden Verlust der Leberfunktionen kommt es zu Vergiftungserscheinungen, wie z. B. eine Schädigung von Hirnfunktionen durch giftiges Ammoniak (= hepatische Enzephalopathie) sowie zu Blutgerinnungsstörungen und Stauungserscheinungen im Bereich der Blutgefäße. Dadurch sammelt sich immer mehr Bauchwasser an (= Aszites) und es kommt zu multiplen Ödembildungen im Körper.

Die Ursachen für eine Leberzirrhose sind ebenso wie die Symptome sehr vielfältig. Eine Hauptursache ist der jahrelange Alkoholmissbrauch, aber auch Infektionen mit Hepatitis-Viren oder chronische Entzündungen können schließlich die Vernarbung der Leber auslösen. Therapeutisch ist gegen eine Leberzirrhose nur wenig auszurichten; eine Leberzirrhose-Therapie durch die Behandlung von Infektionen und Entzündungen, ein lebenslanger Alkoholverzicht und das Meiden von toxischen Stoffen und die Leber belastenden Medikamenten können die Erkrankung jedoch zum Stillstand bringen. Bei sehr weit fortgeschrittener Leberzirrhose bleibt nur die Lebertransplantation.

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Ausgewählte Leberkrankheiten: Leberkrebs

Lebertumor Chronische Leberinfektionen durch Hepatitis-Viren, Entzündungen und eine fortgeschrittene Leberzirrhose sind die wichtigsten Faktoren für die Entstehung von Leberkrebs. Daneben gelten auch Schimmelpilzgifte, die sogenannten Aflatoxine, als krebsauslösend.

Leberkrebs wird häufig erst dann bemerkt, wenn ein Druckgefühl im rechten Oberbauch auftritt und die teilweise verhärtete Leber tastbar wird. Sehr typisch für einen Leberkrebs ist auch die schnelle Gewichtsabnahme, eine Gelbsucht infolge einer Stauung von Gallenflüssigkeit, weil der wachsende Tumor auf die Gallengänge drückt sowie ein Aszites (Bauchwassersucht), da der Blutfluss durch die Leber zunehmend eingeschränkt wird. Weil viele der Symptome aber genauso auch bei akuter Hepatitis, Gallensteinleiden, Zystenbildung oder einer Leberzirrhose auftreten können, muss der Arzt mit geeigneten bildgebenden Verfahren die Diagnose Leberkrebs stellen und alle anderen möglichen Erkrankungen dabei ausschließen. Je nach der Größe des Tumors oder der Anzahl der Lebermetastasen kann neben der Chemotherapie eine Teilentfernung der Leber erwogen werden. In besonders schweren Fällen bleibt lediglich die Entfernung der gesamten Leber (Hepatektomie) mit gleichzeitiger Lebertransplantation.

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Verletzungen der Leber

Leber

Leberverletzungen

Bei den Leberverletzungen werden je nach Ursache stumpfe geschlossene Traumata von offenen penetrierenden Traumata unterschieden. Stumpfe Leberverletzungen resultieren aus einem heftigen Schlag gegen den Bauchraum, z. B. infolge eines Unfalls, wenn das Lenkrad oder der Fahrradlenker in den Bauch stoßen. Hauptproblem dieser Verletzungen sind kleinere oder größere innere Blutungen im Bereich der Leber, die von außen schlecht zu erkennen sind und unbehandelt zum Tod führen können. Dank moderner bildgebender Verfahren wie der Computertomographie sind die inneren Verletzungen sehr gut darstellbar und dies macht häufig einen operativen Eingriff überflüssig. Bei größeren Schäden mit direkten Einblutungen in den Bauchraum, wie sie beim Leberriss (Leberruptur) vorkommen, steht die operative Blutstillung im Vordergrund. Gleiches gilt auch für offen penetrierende Lebertraumata, beispielsweise als Folge eines Messerangriffs.

Leberruptur

Eine Leberruptur (Leberriss) ist eine schwere Komplikation bei Unfallverletzungen. Je nach Größe des Risses können binnen kurzer Zeit sehr große Blutmengen austreten. Eine schnelle Operation mit dem Ziel der Blutstillung ist deshalb notwendig. Kleinere Risse werden mit sogenannten Parenchymnähten geschlossen. Bei größeren Leberrupturen müssen Bauchtücher eingesetzt werden, um die Blutung zu stoppen und um die Leber zu stabilisieren. Zusätzlich werden operativ die größten zuführenden Gefäße verengt, um die Durchblutung der Leber kurzzeitig zu verringern. Dadurch erhält der Operateur mehr Zeit, um den Riss zu verschließen.

Weitere Leberkrankheiten

Vergiftungen durch Pilze und Medikamente

Ganz allgemein betrachtet gehen alle Stoffe, die der Mensch zu sich nimmt in die Leber zur Weiterverarbeitung oder zum Abbau. Für eine Reihe von Medikamenten und Giften hat die Leber jedoch nur eine unzureichende Enzymausstattung für den Abbau. Solche schwer abbaubaren Stoffe können die Leber dadurch sehr belasten und zu schweren Schäden führen. Alkaloide, Kokain, halogenierte Kohlenwasserstoffe oder Dioxan beispielsweise lassen die Leberzellen absterben, sodass große Nekroseherde im Gewebe entstehen. Aflatoxine (Schimmelpilzgifte), Arsen, Kupferverbindungen, Alkohol und eine Vitamin-A-Hypervitaminose (= zu viel Vitamin A) lösen eine Umwandlung von Lebergewebe in funktionsloses Bindegewebe aus. Dieser als Leberzirrhose bezeichnete Prozess ist unumkehrbar. Besonders gefährlich sind Aflatoxine, Anabolika, Vinylchlorid sowie viele Medikamente zur Empfängnisverhütung, da sie Leberkrebs verursachen können.

Budd-Chiari-Syndrom

Das Budd-Chiari-Syndrom ist eine sehr seltene Erkrankung der Leber, bei der es zum fortschreitenden Verschluss der großen Lebervenen kommt. Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt, jedoch tritt sie gehäuft bei Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf. Die Betroffenen leiden häufig unter Blutbildungsstörungen sowie einer verstärkten Thromboseneigung. Ein rascher Verschluss der Lebervenen mit akutem Leberversagen ist eher die Ausnahme beim Budd-Chiari-Syndrom. Viel häufiger kommt es zu einer allmählichen Verlegung der Gefäße mit steigender Tendenz zu Hämorrhoidalleiden, Speiseröhrenblutungen, Bauchwassersucht (Aszites) oder einem Pfortaderhochdruck mit Milz- und Lebervergrößerung. Nicht selten treten dann Bauchschmerzen auf. Computertomographie und Leberbiopsie helfen dabei, ein Budd-Chiari-Syndrom zu diagnostizieren. Die häufigste Therapie ist die Umgehungsoperation (Shunt-OP) oder die Leberoperation mit Teilentfernung betroffener Leberteile. In besonders schweren Fällen muss eine Lebertransplantation in Erwägung gezogen werden.

Leber-OP: Die Leberbiopsie

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Die Leberbiopsie ist nach wie vor die geeignetste Methode, gerade um diffuse oder unklare Lebererkrankungen wie eine Virus-Hepatitis zu diagnostizieren. Anders als in früheren Jahren wird die Leberbiopsie heute nicht mehr blind, sondern unterstützt durch bildgebende Verfahren durchgeführt. Mithilfe einer Biopsie-Nadel entnimmt der Arzt der Leber des Patienten einen Gewebezylinder zur weiteren feingeweblichen Untersuchung. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung an der Einstichstelle und kann ambulant durchgeführt werden. Aufgrund der möglichen Blutungsgefahr ist jedoch Bettruhe am Tag des Eingriffes angeraten.

Leber-OP: Die Aszitespunktion

Die Punktion ist ein mikroinvasiver Eingriff, der unter örtlicher Betäubung erfolgt. Nach der Desinfektion der Einstichstelle wird zuerst das Betäubungsmittel gespritzt. Sobald es wirkt, desinfiziert der Operateur erneut die Einstichstelle und führt die Punktionsnadel ein. Das Bauchwasser läuft unter sterilen Bedingungen aus der Bauchhöhle durch die Punktionsnadel ab. Es werden nicht mehr als fünf Liter Bauchwasser entnommen, welches anschließend für weitere mikrobiologische Untersuchungen zur Verfügung steht. Am Ende der Behandlung zieht der Arzt die Hohlnadel zurück, vernäht gegebenenfalls die Punktionsstelle und verbindet sie schließlich mit sterilem Material.

Leber-OP: Lebertransplantation

Lebertransplantat Bei einer Leberverpflanzung oder Lebertransplantation entnimmt der Operateur die kranke Leber und ersetzt sie innerhalb von 16-24 Stunden durch eine Spenderleber.

Der Hautschnitt erfolgt meist entlang des Rippenbogens oder innerhalb des rechten Oberbauches. Anschließend werden die Muskeln des Bauchraumes gespreizt und die Bauchhöhle eröffnet. Diese Öffnung sichert der Chirurg durch Einlegen von Bauchtüchern sowie durch das Einsetzen eines Bauchrahmens. Die alte Leber wird, wie unter dem Punkt Hepatektomie beschrieben, entnommen. Nach dem Einsetzen des Spenderorgans werden dessen Gefäße (Leberarterie, Lebervene, Pfortader, Gallengang) an das Gefäßnetz des Empfängers angeschlossen. Drainagen sollen die Leber stabilisieren und Nachblutungen unterdrücken. Der Arzt vernäht anschließend den Bauchraum und deckt die Wunde steril ab.

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Leber-OP: Die Leberzystenoperation

Bei der Leberzystenoperation werden Zysten aus dem Lebergewebe entfernt, die meist auf Infektionen mit Parasiten zurückgehen. Der Hautschnitt erfolgt im rechten Oberbauch. Nach dem Spreizen der Muskeln kann die Bauchhöhle geöffnet werden. Bauchtücher und ein Bauchrahmen sichern die Öffnung und stabilisieren den Operationsbereich. Anschließend legt der Chirurg den betroffenen Leberlappen oder das Segment frei. Die Zyste wird gelockert und daraufhin punktiert, um den Inhalt absaugen zu können. Danach kann die Zyste gefahrlos herausgeschnitten werden. Der Arzt reinigt die Bauchhöhle mit physiologischer Kochsalzlösung, legt eine Drainage, verschließt abschließend den Bauchraum und verbindet steril.

Leber-OP: Die Leberresektion

Die Segmentresektion, die Hemihepatektomie und die Hepatektomie

Bis zu 75 Prozent der Leber können operativ entfernt werden (Segmentresektion, Hemihepatektomie). Muss hingegen das gesamte Organ ausgetauscht werden (= Hepatektomie, Leberresektion), ist ein Spenderorgan vonnöten (= Lebertransplantation, Leberverpflanzung). Allen diesen Leberoperationen gemeinsam ist der Ablauf und die großflächige Entfernung von Lebergewebe.

Die Leberoperation beginnt mit einem Hautschnitt entlang des Rippenbogens oder mit dem Einschnitt im rechten Oberbauch. Nachdem die Muskulatur gespreizt wurde, kann der Chirurg die Bauchhöhle öffnen. Bauchtücher und Bauchrahmen halten die Operationswunde stabil. Anschließend wird der zu entfernende Leberlappen oder das Segment isoliert. Der Arzt beginnt dann damit, die Blutgefäße, welche den zu entfernenden Teil versorgen, abzutrennen und die Blutungen zu stillen. Die offenen Gefäßenden werden verschlossen und der Leberteil zunehmend aus dem Blutkreislauf isoliert. Zum Schluss werden Gallengänge und Pfortaderäste, die in den betreffenden Leberabschnitt einmünden, durchtrennt. Nun kann das Lebergewebe direkt geschnitten und das Segment oder der Leberlappen entfernt werden. Der verbleibende Teil der Leber muss häufig neu fixiert und mittels Drainage stabilisiert werden. Die Bauchdecke wird zum Schluss vernäht und die Wunde mithilfe von sterilem Verbandmaterial geschützt.

Eine Sonderform der Segmentresektion stellt die Keilexzision dar. Bei dieser Operationsmethode wird ein Leberkrebs ohne Beachtung von Segmentgrenzen aus dem gesunden Lebergewebe herausgeschnitten. Die Leberoperation selbst läuft analog einer klassischen Segmentresektion ab.

Leber-OP: Anlage eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS)

Im Falle eines Pfortaderhochdruckes oder zur Vorbereitung einer Lebertransplantation wird mithilfe der Operation zur Anlage eines Anlage eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) ein Umgehungskreislauf für das Leberstromgebiet geschlossen, sodass ein Teil des Pfortaderblutes nicht mehr durch die Leber, sondern direkt in die Untere Hohlvene abfließt.

Unter Vollnarkose wird die Drosselvene (Vena jugularis interna) punktiert und ein Angiografiekatheter über den rechten Vorhof bis in die Obere Hohlvene eingeführt. Von hier dringt der Katheter über die Untere Hohlvene bis in die Lebervene vor. Mittels einer Hohlnadel wird dann über den Katheter ein Schnitt durch das Lebergewebe hindurch bis in die Pfortader angelegt. Mittels Ballonkatheter kann die Pfortader anschließend mit der Lebervene dauerhaft verbunden werden (= Shunt; „Kurzschluss zweier Gefäße“). Am Ende entfernt der Arzt den Angiografiekatheter wieder und die Punktionsstelle am Hals wird steril verbunden.

Chirurgie-Bilder: Aus www.chirurgie-im-Bild.de mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Thomas W. Kraus