Knochen- und Gelenkschmerzen

Beschwerden am Bewegungsapparat stellen in Deutschland den Hauptanteil an chronischen Schmerzerkrankungen. Dabei sind Rückenschmerzen die häufigsten Beschwerden. Auch Schmerzen als Folge von Knochenschwund (Osteoporose) und von Verschleißerscheinungen an den Gelenken (Arthrose) haben sich zu wahren Volksleiden entwickelt. Auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, dem Morbus Bechterew und anderen rheumatischen Erkrankungen sind die Gelenke schmerzhaft entzündet.

Themenübersicht dieses Artikels

Ursächliche Erkrankungen für Knochenschmerzen und Gelenkschmerzen

Zu den Erkrankungen, die am häufigsten zu Knochen- und Gelenkschmerzen führen, gehören die Arthrose, die rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und die Osteoporose.

Arthrose - Schmerzen durch Abnutzung der Gelenke

Abnutzungsschäden (Arthrose) treten vor allem bei Gelenken auf, die falsch oder stark belastet werden, z. B. durch Übergewicht oder Sport. Besonders der Gelenkknorpel kann sich von Schäden kaum erholen. Ohne Knorpel reiben die Knochen direkt aufeinander, wodurch im Gelenk scharfe Kanten entstehen, die Schmerzen auslösen. Durch die Kanten und Ecken im Gelenk kann sich das Gelenk entzünden, was den Schmerz verschlimmern kann.

Rheumatoide Arthritis - Schmerzen bei Gelenkentzündung

Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um einen Krankheitsprozess, bei dem der Körper die Gelenkhaut als fremd ansieht und mit einer Entzündung und Abstoßung reagiert. Die Erkrankung betrifft bevorzugt kleine Gelenke und kann zu verformten, schmerzenden Gelenken führen.

Bechterew’sche Krankheit

Die Bechterew’sche Krankheit, auch Morbus Bechterew genannt, ist eine chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung, die vorwiegend die Wirbelsäule befällt und zu Schmerzen und einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule führt.

Osteoporose – Schmerzen bei Knochenschwund

Vier bis sechs Millionen Bundesbürger leiden an Osteoporose, einem krankhaften Schwund von Knochenmasse infolge von Kalkmangel im Knochen. Gefährdet sind vor allem ältere Frauen. Daher wird der Osteoporose-Rundrücken im Volksmund gerne auch als „Witwenbuckel“ bezeichnet. Leider wird die Osteoporose oft erst dann ernst genommen, wenn die ersten Knochen brechen. Am Anfang der Erkrankung treten gelegentlich Rückenschmerzen auf. Bei fortgeschrittener Osteoporose können schon bei geringsten Anlässen wie Ausrutschen oder Stolpern sehr schmerzhafte Knochenbrüche entstehen.

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Häufig betroffene Gelenke

Häufig sind bestimmte Gelenke besonders stark betroffen. Gelenkschmerzen durch Verschleißvorgänge sind vor allem an Knie und Hüfte, die das Körpergewicht tragen müssen, ein weit verbreitetes Übel, manchmal treten sie auch an den Hand- und Fingergelenken auf. Die rheumatoide Arthritis betrifft bevorzugt die kleinen Gelenke an den Händen und Füßen.

Gelenke, die häufig von Arthrose und rheumatoider Arthritis befallen sind:

Hüftgelenk: Hier kommt es besonders häufig zu Abnutzungserscheinungen, weil es fast ständig gebraucht wird und einen großen Teil des Körpergewichts tragen muss. Der Knorpel, der Hüftpfanne und Hüftkopf schützend überzieht, wird durch den Knorpelverschleiß immer dünner bis schließlich die beiden Knochen aufeinander reiben. Das kann das Laufen sehr schmerzhaft machen.

Kniegelenk: Knieschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Häufig sind Schmerzen durch Abnutzungserscheinungen, zum Beispiel als Folge von Übergewicht, schlecht verheilten Verletzungen oder Fehlstellungen.

Hand- und Fingergelenke: Die Gelenke von Hand und Fingern können sowohl durch Abnutzung bei der Arthrose als auch durch die Entzündung bei der rheumatoiden Arthrits schmerzen. Bei der Arthrose sind oft nur einzelne Gelenke in Mitleidenschaft gezogen, während bei der rheumatoiden Arthritis häufig mehrere Gelenke an beiden Händen betroffen sind.

Schmerztherapie bei Knochenschmerzen und Gelenkschmerzen

Häufig sieht man, dass Betroffene sich wegen der Schmerzen schonen oder eine „schiefe" Haltung einnehmen. Die Folge: Es kommt zusätzlich zu Schmerzen an den Bändern und Muskeln um das Gelenk herum. Fehlhaltungen sind vorprogrammiert und ein Teufelskreis beginnt. Deshalb ist es so wichtig, schmerzhafte Gelenk- und Knochenerkrankungen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.

Arthrose, rheumatoide Arthritis und die Bechterew’sche Krankheit sind Erkrankungen, die immer weiter fortschreiten. Wenn Knorpel und Knochen eines Gelenks einmal zerstört sind, lässt sich der Schaden nicht mehr rückgängig machen. Glücklicherweise lassen sich in den meisten Fällen durch eine konsequente Therapie die Schmerzen lindern und der Krankheitsprozess verlangsamen oder sogar stoppen. Entscheidend ist es deshalb, so früh wie möglich mit der Therapie zu beginnen.

Dabei gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Um die Schmerzen und die Entzündung in den Gelenken zu unterdrücken, stehen verschiedene wirksame und gut verträgliche Medikamente zur Verfügung. Physikalische Therapie, Krankengymnastik und Co. tragen dazu dabei, die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten und Fehlhaltungen vorzubeugen. In bestimmten Fällen kann es nötig werden, die Gelenke durch eine Operation zu entlasten und so die Schmerzen zu lindern.

Schmerzmedikamente bei Knochenschmerzen und Gelenkschmerzen

Die Behandlung von Schmerzen sollte sich nach deren Stärke richten. Bei leichten bis mäßigen Gelenk- und Knochenschmerzen haben sich zum Beispiel die so genannten nichtsteroidalen Antirheumatika bewährt. Das sind Medikamente, die sowohl den Schmerz lindern, als auch eine Entzündung unterdrücken können. Bei starken und sehr starken Gelenk- und Knochenschmerzen werden auch stärkere Schmerzmittel, die so genannten Opioide, verschrieben. Sie werden insbesondere dann eingesetzt, wenn sich Schmerzen mit einfachen Schmerzmitteln nicht ausreichend bekämpfen lassen.